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Die wichtigsten Bio-Supermärkte in Deutschland

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Eine Frau kauft in einem Biomarkt eine rote Paprika ein
Die Verkaufszahlen von Lebensmitteln aus ökologischer Landwirtschaft bzw. von artgerecht gehaltenen Tieren steigen © picture alliance / dpa | Marc Müller

Die Verkaufszahlen von Lebensmitteln aus ökologischer Landwirtschaft bzw. von artgerecht gehaltenen Tieren steigen. Zu finden sind sie in speziellen Bioläden.

Als Bio-Lebensmittel dürfen nur Produkte bezeichnet werden, die aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft stammen. Im Anbau kommen keinerlei chemische Dünger oder Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Gentechnische Veränderungen sind ebenfalls nicht gestattet.

Tierische Lebensmittel hingegen dürfen nur von Tieren stammen, die artgerecht und unter Einhaltung der EG-Öko-Verordnung gehalten wurden. Diese legt fest, unter welchen Bedingungen Lebensmittel hergestellt worden sein müssen, um als Öko-Produkt verkauft werden zu dürfen. Untersagt ist außerdem die Verabreichung von Wachstumshormonen und Antibiotika.

Damit der Verbraucher problemlos zwischen ökologisch und konventionell hergestellten Lebensmitteln unterscheiden kann, verwendet jeder Biomarkt, der die EG-Öko-Verordnung befolgt, seit 2001 das Bio-Siegel. Öko-Kontrollstellen stellen sicher, dass jeder Produzent, der das Siegel verwendet, die Kriterien tatsächlich einhält. Diese staatlich zugelassenen Zertifizierungsstellen vertritt der Bundesverband der Öko-Kontrollstellen e.V. in Bad Brückenau. Die Verkaufszahlen von Bio-Lebensmitteln steigen immer weiter an. Etwa 25 Prozent der Deutschen griffen im Jahr 2018 laut dem Ökobarometer häufig darauf zurück, rund 3 Prozent kauften ausschließlich Produkte aus ökologischer Herstellung.

Biomärkte und die wichtigsten Ketten in Deutschland

Zu erwerben sind die Waren im Biomarkt und im Reformhaus. Auch Supermärkte erweitern ihr Angebot an Bio-Lebensmitteln zunehmend. Zu den bedeutendsten Biomärkten in Deutschland gehören:

Das deutsche Unternehmen Alnatura bietet Lebensmittel, Textilien, Kosmetika und weitere Produkte, die ökologischer Produktion entstammen, zum Kauf an. Der Wirtschaftswissenschaftler Götz Rehn (70) gründete die Alnatura Produktions- und Handels GmbH im Jahr 1984 und ist seit jeher deren Geschäftsführer. Anfänglich plante er, Kinderkleidung aus Baumwolle zu vertreiben oder vegetarische Selbstbedienungsrestaurants zu eröffnen, doch beides verwarf er. 1986 gingen die ersten Bio-Produkte von Alnatura in Filialen von dm und tegut in den Verkauf. 1987 folgte die Eröffnung des ersten Alnatura Super Natur Markts.

Die dm-Drogeriemarktkette war jahrelang der bedeutendste Handelspartner des Unternehmens, bis es 2014 zu Konflikten kam. Grund dafür war die Entscheidung von dm, eine eigene Bio-Marke ins Leben zu rufen und in den Märkten zu vertreiben. Zahlreiche Produkte von Alnatura sollten daher aus den Regalen weichen.

Der Biomarkt Alnatura und seine Kooperationen

Das Bio-Unternehmen regierte mit neuen Kooperationen mit Edeka, Müller und Handelspartnern im Ausland. Seit Beginn der Zusammenarbeit zwischen Alnatura und dm bestand ein Vertrag, der der Drogeriekette unter anderem bei der Auswahl von Vertriebspartnern des Biomarkts ein Mitspracherecht zusicherte. Da allerdings zahlreiche Produkte aus dem Sortiment von dm verschwanden, sah Alnatura keinen Grund mehr, sich an diese Vereinbarung zu halten und suchte ohne vorherigen Absprachen nach neuen Vertriebspartnern. Die Drogeriemarktkette klagte daraufhin und nach jahrelangem juristischen Streit bekam Alnatura 2019 schließlich Recht. Dennoch kam es erneut zu einem Verfahren, denn dm forderte die Markenrechte an Alnatura. Allerdings wurde die Klage in erster Instanz abgelehnt.

Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 130 Alnatura Super Natur Märkte. Über 6.000 Bio-Produkte gehören zum Sortiment, die sowohl im Markt als auch an den Bäcker-, Käse-, Wurst- und Fleischtheken erhältlich sind. Regelmäßig sind zudem Vertreter des KostBar-Teams anwesend. Sie kochen live und zeigen den Kunden, wie sie die Bio-Lebensmittel schonend verarbeiten können.

basic: Der Discounter unter den Bio-Supermärkten

In 19 deutschen Städten ist die Bio-Supermarkt-Kette basic zu Hause, zwei weitere Filialen gibt es in Österreich. Dahinter verbirgt sich die Basic Aktiengesellschaft Lebensmittelhandel mit Hauptsitz in München. Auf großen Verkaufsflächen werden mehr als 12.000 Bio-Artikel angeboten. Bio-Lebensmittel, Reinigungsmittel, Kosmetika und weitere Artikel des täglichen Bedarfs. Bis ins erste Quartal 2021 war basic auch in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hamburg aktiv, doch die zehn Standorte übernehmen Bio Company und SuperBiomarkt.

Bio-Lebensmittel bei der größten deutschen Biomarktkette

Die denn’s Biomarktkette gilt als die größte in ganz Deutschland und Österreich. Die erste von mittlerweile über 300 deutschen Filialen eröffnete 2003 in Geretsried in Bayern. Jeder denn’s Biomarkt hat über 6.000 Produkte im Angebot, darunter frisches Obst, abgepackte Bio-Lebensmittel, Naturkosmetik und vieles mehr. Ähnlich wie der Biomarkt Alnatura bieten auch diese Bioläden regionale Backwaren an den Bäckertheken an und verfügen über diverse Frischetheken sowie ein Bistro.

Gemeinsam mit dem Unternehmen BioMarkt rief denn’s Biomarkt die Initiative „Kernkraft? Ja bitte!“ ins Leben. Gemeinsam setzen sich die Unternehmen für das Züchten von Saatgut ohne die Nutzung von Gentechnik ein. Eigenen Angaben zufolge sind bereits 94 Prozent der einst existenten Arten von Nutzpflanzen verschwunden, weshalb die verbleibende Vielfalt zu schützen ist. 2019 gingen Spenden in Höhe von 300.000,00 Euro an diverse biologische Zuchtprojekte.

Biomärkte engagieren sich für das Wohl der Tiere

Zum Sortiment von denn’s Biomarkt gehören Bruderhahn Eier, womit das Unternehmen die Bruderhahn-Initiative unterstützt. Im Zuge der Eierproduktion werden jährlich etwa 40 Millionen männliche Küken, die sogenannten „Bruderhähne“ getötet. Bruderhahn setzt sich dafür ein, dies zu ändern und ethisch vertretbare Lösungsansätze zu finden.

Die SuperBioMarkt AG ist mit insgesamt 24 Filialen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfahlen vertreten. Das Unternehmen ging aus der 1973 gegründeten Firma Makrohaus hervor, einem Biomarkt, der zu den ersten in Deutschland gehörte. Bis 1993 entwickelte sie sich zum ersten Bio-Vollsortiment-Unternehmen Nordrhein-Westfalens. Etwa 7.000 Bio-Lebensmittel und weitere Produkte aus rein ökologischer Herstellung gehören mittlerweile zum Sortiment des Bioladens.

Im Mai 2011 eröffnete SuperBioMarkt in Münster sein erstes Bistro Bio to go. Im September 2012 kam mit natur-elle ein Naturkosmetikstudio hinzu. 2016 wurde die Zentrale des Unternehmens Hauptmieter des Bürogebäudes H7 in Münster. Es gilt als das größte Holz-Hybrid Hochhaus Deutschlands. Auf Wunsch der Unternehmensführung orientierte man sich beim Bau an besonders hohen ökologischen Maßstäben.

Bio-Lebensmittel aus der Region

Auch die SuperBioMarkt AG setzt sich dafür ein, der Tötung von männlichen Küken ein Ende zu setzen. Zusammen mit Hühnerlandwirten aus Niedersachten und Nordrhein-Westfahlen gründete sie die Bruder-Ei-Initiative. Das Unternehmen vertreibt ausschließlich Eier aus regionalen kleinlandwirtschaftlichen Betrieben und kombiniert die Lösungsfindung mit der Unterstützung lokaler Landwirte.

Die Bio Company ist mit insgesamt 60 Biomärkten in Deutschland vertreten. Der erste Bioladen eröffnete 1999 in Berlin unter der Führung von Georg Kaiser und der Krankenschwester Undine Paul. Es folgte der Eintritt in die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e. V. Sie gilt als zentrale Anlaufstelle für die Marktentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit zu Bio-Lebensmitteln und liefert Verbraucherinformationen.

Seit 2005 vertreibt die Bio Company Produkte ihrer eigenen Bio-Marke. Eine weitere Neuerung in diesem Jahr war die Abschaffung von Plastiktüten. Seither sind nur noch Papiertaschen in den Filialen erhältlich. Im Jahr darauf folgte das Regionalpartner-Konzept. Das Unternehmen legt seitdem großen Wert darauf, in jedem Biomarkt unterschiedlichen regionalen Produkten den Vortritt zu gewähren.

Biomärkte reduzieren den Plastikverbrauch

2011 kaufte die Bio Company das Unternehmen Havelland auf, eine Biomanufaktur, die Fleisch- und Wurstwaren produziert. Die Firma verkauft die Erzeugnisse unter eigenem Namen. Außerdem unterstützt sie seit 2012 die Foodsharing-Initiative. Diese stellt sich gegen Lebensmittelverschwendung und rettet Waren, die in zu großen Mengen produziert worden sind und trotz einwandfreier Qualität im Müll landen sollen.

2015 entschloss sich die Bio Company dazu, den Plastikverbrauch weiter einzuschränken und bietet seitdem Unverpackt Stationen an. Die Kunden haben also die Möglichkeit, gewisse Bio-Lebensmittel in ihren eigens mitgebrachten Gefäßen abzufüllen und so den Verpackungsmüll zu reduzieren. Die Bio Company vertreibt etwa 8.000 verschiedene Produkte. Flächen mit etwa 600 m² nutzt das Unternehmen als Supermarkt und bietet dort eine breite Produktpalette an. Flächen mit etwa 350 m² gelten als City-Shop und sind mit etwa 5.500 unterschiedlichen Waren ausgestattet. Sämtliche Filialen führen ausschließlich Produkte, die den Sortimentsrichtlinien des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) gerecht werden. Jeder Biomarkt ist außerdem vom BNN als Bio-Fachgeschäft zertifiziert worden.

Von Sophie Neumärker

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