Rund um die Uhr geöffnet

Revolution auf dem Supermarkt-Parkplatz? Container-Shop erobert erste Großstadt

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Im Container-Shop Latebird erhalten Verbraucher bis zu 650 Produkte.
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Der erste Latebird Mini-Shop wird noch im März in München eröffnet. Der automatisierte Shop dient als Ergänzung zum klassischen Supermarkt und ist rund um die Uhr geöffnet.

Paderborn – Immer mehr Supermärkte wagen sich an vollautomatisierte Minishops und testen die Konzepte aus. Der Vorteil: Die Shops sind hochautomatisiert, kommen meist ohne Personal aus und stehen Verbrauchern rund um die Uhr zur Verfügung. Erst kürzlich hat der Supermarkt Edeka am Bahnhof in Renningen einen Mini-Shop, der aktuell rund 300 Artikel bereithält, eröffnet.

Während einige Einzelhändler, wie Migros mit dem Voi Cube, zunächst Pilotprojekte starten, hat das Paderborner Start-up Latebird einen Container-Shop entwickelt, der bei jedem Einzelhändler als Ergänzung auf dem Parkplatz eingesetzt werden kann. Der erste Shop steht bereits in den Startlöchern und wird noch in diesem Monat in Betrieb genommen.

Das Konzept des Container-Shops Latebird: Ergänzung zum Supermarkt

Latebird ist ein Container-Shop, der nicht den klassischen Supermarkt ersetzen soll, sondern als Ergänzung dient. Da der Mini-Shop gerade einmal 36 Quadratmeter umfasst, kann der Container ohne großen Aufwand an Tankstellen oder Supermarkt-Parkplätzen platziert werden.

Die Besonderheit ist, dass der Latebird über vier verschiedene Kühlzonen – von 18 Grad bis zu - 21 Grad –verfügt, sodass Einzelhändler jegliche Produkte von Mehl über Joghurt bis hin zu Tiefkühlwaren anbieten können. Insgesamt passen bis zu 650 Produkte in die Lagerräume des Shops.

Mini-Shop Latebird: So funktioniert die Bestellung

Verbraucher können sich entweder direkt im Shop bestimmte Produkte über ein Touchpad auswählen oder vorab über eine App Bestellungen reservieren und anschließend abholen. Da die Produkte und Lagerräume für den Verbraucher nicht sichtbar sind, erfolgt die Warenausgabe über ein automatisches Band, sodass kein Personal eingesetzt werden muss. Bezahlen können Verbraucher anschließend mit Karte.

„Der Latebird kann und soll den Einzelhandel nicht zu 100 Prozent ersetzen“, sagt Alexander Burghardt von Latebird im 24RHEIN-Gespräch. „Der Shop dient für Verbraucher aber als Alternative, wenn sie nur schnell etwas vom Supermarkt benötigen oder sich nicht an der Kasse anstellen möchten“, erklärt Burghardt. Da der Shop rund um die Uhr geöffnet ist, können Supermärkte zu jeder Tageszeit ihr Sortiment verkaufen.

Erster Latebird in den Startlöchern: Eröffnung in München

Da der Latebird wie ein Container mittels Lkw transportiert werden kann, ist das Shop-Konzept für Supermärkte, die kein eigenes System entwickeln wollen, eine schnelle Lösung. Der erste Mini-Shop wird noch in diesem Monat in München eröffnet.

Anders als erwartet geht der Latebird nicht bei einer namhaften deutschen Supermarktkette an den Start, sondern bei „einer Inhaberin, die vorher nur einen Kiosk betrieben hatte“, so Burghardt. „Sie möchte den Shop an das bestehende Gebäude anschließen und den Traditionskiosk durch Haushaltswaren und Lebensmittel erweitern“, erklärt Burghardt auf 24RHEIN-Nachfrage. Weitere Details zur Eröffnung könne das Start-up aktuell nicht preisgeben.

Über einen Lkw kann der Container-Shop Latebird zu seinem Standort transportiert werden.

Supermärkte zeigen Interesse: Bald weitere Latebird-Shop Eröffnungen

Darüber hinaus laufen derzeit „tiefe Gespräche mit großen Einzelhandelsketten und selbstständigen Kaufleuten“, sagt Alexander Burghardt. So werden in den nächsten Monaten weitere Latebird-Shops an den Start gehen.

Das Interesse der Einzelhändler, aber auch Verbraucher zeigt, dass digitale Supermärkte eine Zukunft haben werden. So wurde beispielsweise erst kürzlich der zweite Typy-Supermarkt in Düsseldorf eröffnet. Der Amazon Fresh Store in London geht sogar noch einen Schritt weiter: Da die Verbraucher mittels Kameras aufgezeichnet werden, erfolgt die Bezahlung komplett automatisch. (jaw)

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