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Corona-Krise: Pandemie befördert nachhaltiges Konsumverhalten und 6 weitere Handelstrends

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Von: Jana Wehmann

Eine Filiale mit der Aufschrift „24/7 Online Shoppen“.
Verbraucher kaufen häufiger online ein. © Sven Hoppe/dpa

Studie: Durch die Corona-Krise hat sich das Kauf- und Konsumverhalten der Verbraucher enorm verändert. Dadurch musste auch der Handel neue Konzepte entwickeln.

Köln – Seit nun fast einem Jahr treffen die Auswirkungen der Corona-Krise in Nordrhein-Westfalen Einzelhandel, Gastronomie, Friseure und viele weitere Betriebe. Der Lockdown und die damit einhergehenden Kontakt- sowie Hygienebeschränkungen haben Folgen sowohl für den Handel als auch für die Gesellschaft.

Zwar waren Online-Supermärkte, wie Rewe Bringdienst oder auch Picnic, schon vor Beginn der Pandemie beliebt, doch seit der Krise boomt die Nachfrage. Kein Wunder, denn viele Menschen versuchen ihre Kontakte so gering wie möglich zu halten. Doch nicht nur die Verbraucher haben ihr Konsumverhalten verändert, auch müssen Einzelhändler die neuen Herausforderungen managen. Die sieben wichtigsten Handelstrends zeigt die aktuelle Auswertung „ECC Club Jahresstudie“, die Erkenntnisse des Marktforschungsinstituts IFH Köln zusammenfasst.

Trend 1: Verbraucher bestellen in der Corona-Krise vermehrt online

Durch die Schließung des Einzelhandels wurde der Online-Handel stark befeuert: Rund ein Drittel der Verbraucher hat bewusst die Einkäufe vom stationären Handel in den Online-Handel verlagert. Zum einen um die Kontakte zu reduzieren, zum anderen auch weil es für die Verbraucher der einfachste Weg ist, die Produkte nach Hause geliefert zu bekommen. Der Blick auf den Warenkorb der Deutschen zeigt: Fahrradteile und Fitnessgeräte waren im Corona-Jahr besonders beliebt.

Dadurch hat der Online-Handel ein Rekordjahr hingelegt und einen deutlichen Wachstumssprung verzeichnet. Laut Studienergebnissen hat die Corona-Pandemie den Online-Handel mindestens zwei bis drei Jahre nach vorne katapultiert.

Trend 2: Stationärer Handel muss in Corona-Krise Angebote wie Click & Collect nutzen

Das Shopping-Jahr war 2020 vor allem von Unsicherheit, Abstandsregeln und Maskenpflicht getrübt. Vom entspannten Shopping-Erlebnis war in 2020 kaum etwas zu spüren. Vor allem beim Einkaufen sollten Verbraucher auf die aktuellen Regeln achten. Wenn der stationäre Handel für Verbraucher weiterhin attraktiv bleiben möchte, müssen die Unternehmen auf verschiedene Konzepte und Vertriebswege setzen. Obwohl neue Konzepte unverzichtbar geworden sind, haben Verbraucher Angebote wie Click & Collect nur wenig genutzt. Das ist verwunderlich, denn über den Service können Kunden bei Einzelhändlern online ihre Ware reservieren und wenige Stunden später bereits abholen. Obwohl Click & Collect gerade in der Corona-Krise eine ideale Möglichkeit für Einzelhändler ist, Ware weiterhin zu verkaufen, kennen viele Kunden das Service-Angebot nicht einmal.

Trend 3: Online-Händler wie Amazon und Ebay profitieren in der Corona-Pandemie

Neben Krisen-Verliern gibt es aber auch unzählige Gewinner: Eindeutig profitiert haben die bekannten Marktplatzgrößen wie Amazon und Ebay. Vor allem Online-Neulinge haben diese Online-Marktplätze genutzt und sich ganz bequem ihre Produkte nach Hause liefern lassen.

Trend 4: Verbraucher interessieren sich durch die Corona-Krise für neue Technologien

Verbraucher sind aber auch neugieriger geworden und haben sich vor allem für neue Technologien interessiert. Das ist nicht verwunderlich, denn die Digitalisierung hat durch Corona einen Sprung von etwa fünf Jahren nach vorne gemacht. Dennoch variiert das Interesse an neuen Technologien: Während die jüngere Generation offener gegenüber innovativen Technologien steht, nehmen ältere Menschen diese langsamer an.

Trend 5: Kundendaten sind in Corona-Krise goldwert – Konsumenten eher skeptisch

Während Kundendaten mit zu den größten Schätzen der Unternehmenswelt gelten, sind Verbraucher jedoch eher skeptisch, wenn es um ihre persönlichen Daten geht. Vor allem gegenüber unbekannten Unternehmen geben Konsumenten ihre Daten nur ungern preis. Nur wer im Austausch für seine Daten deutliche Mehrwerte spürt, wie zum Beispiel individuelle Beratung, personalisierte Angebote und Werbung, steht dem ganzen Thema offener gegenüber. Unternehmen helfen die Daten, um die Kunden und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen.

Trend 6: Verbraucher zahlen durch die Corona-Krise im Supermarkt häufiger mit Karte

Während sich in den Online-Zahlungsverfahren nur wenig Dynamik erkennen lässt, sieht es im stationären Handel ganz anders aus. Coronabedingt zahlen Verbraucher immer weniger mit Bargeld, gleichzeitig nehmen Kartenzahlungen und vor allem auch kontaktloses Zahlen deutlich an Relevanz zu. Verbraucher testen damit nicht nur die neuen Technologien, sondern versuchen den Kontakt im Supermarkt so gering wie möglich zu halten.

Trend 7: Nachhaltigkeit prägt Konsumverhalten – Corona-Krise pusht gesunden Lebensstil

Das Thema Nachhaltigkeit hat Konsumenten und ihr Kaufverhalten in den letzten Jahren stark geprägt. Dieser Trend wurde durch Corona weiter gepusht. Das Bewusstsein für einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil wird sich weiter in den Köpfen der Verbraucher verfestigen, auch mit Blick auf das Jahr 2021. Auch die Ernährungstrends 2020 haben gezeigt, dass die Deutschen weniger Fleisch und dafür mehr Gemüse essen. (jaw)

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