Auswertung verschiedener Untersuchungen

Coronavirus: Supermärkte sind keine Infektionsherde – Studie zeigt, wie wichtig Maßnahmen sind

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Die Schutzmaßnahmen in deutschen Supermärkten wirken (Symbolbild).
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In den Supermärkten kommt es nicht zu einer erhöhten Infektionsgefährdung durch das Coronavirus. Die derzeitigen Regelungen für die Schutzmaßnahmen sind ausreichend.

  • Deutsche Supermärkte sind keine Infektionsherde für das Coronavirus
  • Die Schutzmaßnahmen, wie Kassen-Abtrennungen und Abstandsregeln, spielen eine wichtige Rolle
  • Das ergab eine Studie, die auf drei verschiedenen Untersuchungen basiert

Köln – Im niedersächsischen Melle ist es zu Beginn der Woche in einer Aldi Nord-Filiale unter den Mitarbeitern zu mehreren Corona-Infektionen gekommen, darunter auch ein Fall mit der britischen Mutation. Dennoch betonen Aldi Nord und der Landkreis Osnabrück, dass es keinen Grund gebe, in Panik zu verfallen. Verbraucher, die dort nach dem 1. Februar einkaufen waren, sollen ihren Gesundheitszustand genau beobachten und sich gegebenenfalls testen lassen.

Zwar hat der Discounter umfangreiche Reinigungsmaßnahmen eingeleitet und das Personal zunächst freigestellt, dennoch betont Aldi Nord, dass der Infektionsherd nicht im täglichen Marktgeschehen zu suchen ist.

Dass es bei der Arbeit im Einzelhandel nicht zu einer erhöhten Infektionsgefährdung durch das Coronavirus kommt, zeigt auch eine Studie der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die derzeitigen Regelungen für Schutzmaßnahmen reichen nach aktueller Kenntnis offensichtlich aus, um einen effektiven Schutz der Beschäftigten vor einer Corona-Infektion am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Arbeit im Einzelhandel während Corona-Krise: Infektionsrisiko im Supermarkt gering

Untersuchungen ergeben: Infektionsrisiko ist im Einzelhandel nicht erhöht

Die Studie basiert auf den Ergebnissen von gleich drei Untersuchungen: auf der Befragung von Einzelhandels-Unternehmen durch die BGHW, die Analyse von Daten der Barmer Krankenkasse zu den an Corona erkrankten Berufsgruppen sowie der Auswertung von epidemiologischen Daten durch die BAuA. Allesamt belegen: Das Infektionsrisiko bei der Arbeit im Einzelhandel ist nicht erhöht. Für die Studie wurden unter anderem Daten aus elf Einzelhandelsunternehmen mit rund 331.000 Beschäftigten ausgewertet.

Zwischen Mitte März und Ende Oktober 2020 erkrankten etwa 0,6 Prozent der Beschäftigten an dem Virus. Demgegenüber infizierte sich im gleichen Zeitraum etwa 0,8 Prozent der Allgemeinbevölkerung. Somit liegt der Anteil der erkrankten Beschäftigten sogar unter dem Mittel der entsprechenden Altersgruppe in der Allgemeinbevölkerung.

Corona-Krise im Supermarkt: Schutzmaßnahmen wirken

Ausschlaggebend für das geringe Infektionsrisiko seien die unzähligen Maßnahmen. „Eine wesentliche Rolle für das geringe Infektionsrisiko spielen sehr wahrscheinlich die von den Unternehmen ergriffenen Schutzmaßnahmen. Zum Beispiel die Abtrennungen an den Kassen und Bedientheken, Abstandsregeln, die Regelungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen, die verstärkte Lüftung und die verstärkte Reinigung“, sagt Dr. Stefan Mayer von der BGHW.

Umso wichtiger ist es, dass sich nicht nur die Supermarkt-Mitarbeiter an die Hygiene- und Schutzmaßnahmen halten, sondern auch die Verbraucher. Kunden sollten beim Einkaufen alle aktuellen Regeln, wie das Tragen einer medizinischen Maske, einhalten, um sich, aber auch um das Umfeld zu schützen.

Hinzu komme, dass alle befragten Unternehmen ein Corona-Management mit eigener Kontaktnachverfolgung genutzt haben. „Dies hat sehr wahrscheinlich dazu beigetragen, dass Infektionen in der Regel nur auf einzelne Beschäftigte beschränkt blieben“, so Mayer. Dabei habe die Ursache für die gemeldeten Infektionen überwiegend sogar im außerbetrieblichen Bereich gelegen.

Supermarkt-Mitarbeiter sind keine Hochrisiko-Kontakte während der Corona-Pandemie

Um dennoch die Kontakte so gering wie möglich zu halten, versuchen aktuell viele Verbraucher so wenig wie möglich vor Ort einzukaufen. Während einige nur einmal in der Woche ihren Großeinkauf erledigen, bestellen andere Verbraucher vermehrt bei Online-Supermärkten, wie Rewe Lieferservice oder Picnic. Daher ist die Nachfrage nach den Angeboten seit Beginn der Pandemie enorm gestiegen und Rewe-Kunden müssen derzeit eine Wartezeit von etwa zwei Wochen einkalkulieren. (jaw)

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