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dm Drogeriemarkt: Was Sie über Geschäfte, Öffnungszeiten, Eigenmarken und Sortiment wissen sollten

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Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette «dm»
Die Zentrale des dm-Konzerns befindet sich in Karlsruhe © Uli Deck / dpa

In über 3.000 über ganz Europa verteilten Filialen vertreibt die Drogeriemarktkette Kosmetik, Reinigungs- und Haushaltsartikel mit großem Erfolg.

DM-Gründer Götz Werner (*05.02.1944) stammt aus einer Drogistenfamilie und absolvierte selbst auch eine entsprechende Ausbildung. Er eröffnete im Jahre 1973 seine erste Filiale in Karlsruhe. Seitdem expandierte das Unternehmen, das inzwischen offiziell als dm-drogerie markt GmbH + Co. KG firmiert, kontinuierlich und betreibt heute knapp 3.600 Filialen des Drogeriemarkts in vielen europäischen Ländern. Circa 2000 davon befinden sich in Deutschland. Darüber hinaus gibt es 100-prozentige Tochtergesellschaften in Österreich, Italien sowie zahlreichen mittel- und osteuropäischen Staaten.

Seit dem Jahr 2020 hat Christoph Werner (*26.06.1986), der Sohn von Götz Werner die Geschäftsleitung von dm inne. Der Gründer selbst hatte 2008 zwischenzeitlich die Geschäftsführung an seinen langjährigen Mitarbeiter Erich Harsch übergeben und sitzt seitdem nur noch im Aufsichtsrat der Gesellschaft. Dem bekennenden Anhänger eines bedingungslosen Grundeinkommens wird die Aussage zugeschrieben, dass ein gutes Arbeitsklima wichtiger sei als der Profit. Das Unternehmen ist bekannt für den Werbeslogan „Hier bin ich Mensch … hier kauf ich ein!“ und seine flachen Hierarchien, die den Mitarbeitern große Entscheidungsspielräume lassen.

dm – Marktstellung, Beliebtheit und Expansionspläne

Im Vergleich der Drogeriemärkte haben Rossmann und Müller zwar mehr Produkte im Sortiment, dm liegt aber, auch begünstigt durch die Insolvenz von Schlecker im Jahre 2012 in puncto Umsatz und Mitarbeiter vorn. Die Eröffnung weiterer dm Filialen in Deutschland ist geplant, geriet aber durch Engpässe in der Baubranche im Jahr 2020 etwas ins Stocken und so fanden statt der geplanten 80 bis 90 Neueröffnungen nur 64 statt. Zum Umsatzwachstum trägt auch der Vertrieb über das Internet bei, wobei der eCommerce-Anteil derzeit nur ein knappes Prozent ausmacht.

Dennoch: Im Jahr 2020 vermeldete man hier Zuwachsraten im unteren zweistelligen Bereich. Auch bei der Umfrage zur Kundenzufriedenheit der ServiceBarometer AG aus München lag dm an der Spitze. Auf Rang 2 kam hier der vorwiegend im Raum Hamburg tätige Drogeriemarkt Budni. Das Unternehmen aus Karlsruhe expandiert das Online-Geschäft auch nach China, wo die Kunden über den von Alibaba betrieben Marktplatz Tmall Global bei dm einkaufen können. Hier finden innvoative Marketing-Experimente mit Events und Livestreams zu Muttertag, Frauentag und anderen Ereignissen statt.

dm: Unternehmenszentrale und Logistik

Der Sitz des Konzerns ist nach wie vor in Karlsruhe. Der Drogeriemarkt hat sogar eine ganz eigene Adresse: Am dm-Platz 1, 76227 Karlsruhe. Das neue Firmengebäude im Stadtteil Durlach nahe der Autobahn A5, das nach Plänen des Architekturbüros Lederer Ragnarsdóttir Oei aus der Landeshauptstadt Stuttgart gebaut wurde, konnte im Jahre 2019 bezogen werden. Nach Ansicht von Architekturkritikern ist das Gebäude geeignet, zum Wohlbefinden und zur Identifikation der rund 2.000 hier arbeitenden Menschen mit ihrem Arbeitgeber beizutragen.

Die logistischen Prozesse werden über die Verteilzentren in Weilerswist (Kreis Euskirchen), Waghäusel bei Karlsruhe und Wustermark in Brandenburg abgewickelt. Der Standort in Wustermark im Kreis Havelland ist der neueste und modernste von dm. Die Bundesvereinigung Logistik e. V. zeichnete das Projekt „Integrativ. Intelligent. Automatisiert.“ sowie die bei dm praktizierte Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung mit dem Logistikpreis 2020 aus.

dm Filialen: Bekannt für die breiten Gänge

Die dm Filialen genießen im Vergleich zu jedem anderen Drogeriemarkt Deutschlands eine relativ große Freiheit, die hineinreicht in die Sortimentsgestaltung und die Bezahlung der Mitarbeiter. Vor Ort gibt meist mehr Platz in den schräg gestellten Gängen als beim Wettbewerb, so dass Eltern mit Kinderwagen sowie Rollstuhl- und Rollatorfahrer ohne Karambolagen bis zur Kasse kommen. Hinzu kommt ein freundliches Licht- und Farbkonzept, das zum positiven Image des Unternehmens beiträgt. Ziel ist immer, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Die Belieferung der Standorte plant ein ausgefeiltes Absatzprognosesystem, das gleichzeitig auch in die Einsatzplanung für die Beschäftigten einfließt. Zusammen mit einem flexiblen Kassensystem ist es möglich, eine Kasse auch für wenige Zahlvorgänge zu öffnen, so dass möglichst keine langen Schlangen entstehen. Die aktuellen Öffnungszeiten der einzelnen Niederlassungen sind auf der Website von dm sehr einfach zu finden. Darüber hinaus gibt es dort weitere Informationen zum jeweiligen Sortiment, zu speziellen dm Angeboten, Dienstleistungen und besonderen Ausstattungen vor Ort.

dm Produkte: Bekannte Brands, aber auch Eigenmarken

Bei dm gibt es alles, was in einem Drogeriemarkt erwartet wird von Hygieneartikeln, Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu speziellen Kosmetika wie veganen Nagellacken. Dazu kommt alles für Babys und Kleinkinder. Insgesamt gibt es etwa 2.600 Produkte. Neben bekannten Marken wie L’Oreal, Schwarzkopf & Co. gibt es auch zahlreiche Eigenmarken wie balea, dmBIO und alverde, die in der Regel etwas günstiger angeboten werden. Die Ausweitung des Sortiments an Eigenmarken im Bio-Segment führte zur Entscheidung, die Alnatura-Produkte aus dem Sortiment zu nehmen.

Darüber hinaus gibt es auch regelmäßig dm Angebote, die über die dm Prospekte und soziale Medien wie Twitter, Facebook und Pinterest veröffentlicht werden. Im Bereich Arzneimittel kooperiert dm mit der Schweizer Versandapotheke Zur Rose AG und bietet die Möglichkeit, Medikamente in den Filialen abzuholen. Die meisten der Produkte können auch bequem über den Online-Shop oder eine eigene App bestellt und nach Hause geliefert werden. Die Sendung kann auch an eine DHL-Packstation oder einen Hermes-Paketshop geschickt werden. Die Lieferzeit beträgt in der Regel zwei bis drei Tage. Die Versandkosten entfallen ab einem Warenwert von 49,00 Euro, ansonsten betragen sie je Sendung 4,95 Euro.  

Kritische Stimmen zu dm

Wo es viel Lob in Sachen sozialem Engagement, Transparenz und Fairness gibt, sind Kritiker nicht weit. Viele bemängeln, dass das Angebot an umweltfreundlichen Produkten noch stark ausbaufähig sei und noch zu viele Artikel Mikroplastik und Palmöl enthalten. Beim Umgang mit Geschäftspartnern wie beim Auslisten des langjährigen Lieferanten Alnatura und beim Austausch des Augsburger Stoffbeutel-Produzenten Manomama – ein Sozialunternehmen, das vorwiegend Langzeitarbeitslose beschäftigt – gegen einen günstigeren Anbieter aus Indien sei die Fairness auf der Strecke geblieben. In Sachen Zufriedenheit der Beschäftigten sind die Meinungen ebenfalls gespalten. Trotz 4 von 5 Sternen mit Aussagen wie „Bester Arbeitgeber im Einzelhandel“ bei Kununu, dem Portal, auf dem Mitarbeiter ihren Arbeitgeber anonym bewerten können, trüben die negativen letzten Bewertungen zu dm wie

das positive Gesamtbild. Es entsteht der Eindruck, dass das Arbeitsklima im Drogeriemarkt sich letzter Zeit verschlechtert hat.

dm kurz zusammengefasst

Spätestens seit der Schlecker-Pleite darf sich dm als Marktführer in der Drogeriemarkt-Branche in Deutschland - ein ganzes Stück vor Nummer 2 und 3, den Konkurrenten Rossmann und Müller – bezeichnen. Die Expansion in die Volksrepublik China ist seit 2017 in der Umsetzung. Das Unternehmen ist gut aufgestellt. Davon zeugt auch die im Großen und Ganzen gute Zufriedenheit der Kunden und der Mitarbeiter. Das gesellschaftliche Engagement ist weit mehr als nur eine Marketing-Masche. Doch natürlich gibt es auch kritische Stimmen.

Das muss aber kein Widerspruch zum positiven Gesamteindruck sein, sondern ist bei einem Konzern dieser Größe eher normal. Gründer Götz Werner ist inzwischen nicht nur Initiator der Bewegung für bedingungsloses Grundeinkommen, sondern auch Gastprofessor für Betriebswirtschaftslehre für die Bachelor-Studiengänge „Nachhaltiges Wirtschaften“ und „BWL – Wirtschaft neu denken“ an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter. Dort setzt er sein gesellschaftliches Engagement außerhalb seines Unternehmens fort. Sein Vermögen soll er zwischenzeitlich an eine gemeinnützige Stiftung übertragen haben, über deren Zweck außer ein paar Pflichtangaben nichts weiter bekannt ist.

Von Thomas Canali

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