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Trauer um dm-Gründer: Götz Werner ist tot

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Von: Benjamin Stroka

Porträt von Götz Werner.
Götz Werner gründete 1973 den Drogeriemarkt dm. © dm/Alex Stiebritz

Der Gründer der Drogeriemarktkette dm, Götz Werner, ist am Dienstag im Alter von 78 Jahren gestorben.

Karlsruhe – Götz Werner ist tot. Der dm-Gründer ist am späten Dienstagvormittag (8. Februar) im Alter von 78 Jahren verstorben, wie die Drogeriemarktkette mitteilt. Werner habe sich gesundheitsbedingt in den vergangenen Monaten immer stärker einschränken müssen, erklärt die Familie des dm-Gründers. Seine Kräfte hätten „kontinuierlich nachgelassen“. Am Dienstag sei er dann „friedlich verstorben“.

Götz Werner: dm-Gründer im Alter von 78 Jahren gestorben

Sein Sohn Christoph Werner ist heute Vorsitzender der Geschäftsführung von dm. Er bezeichnete seinen Vater als „außergewöhnlichen Lebensbegleiter“. Er und die Familie seien in tiefer und stiller Trauer.

Götz Werner wurde am 5. Februar 1944 in Heidelberg geboren. Als Sohn eines Drogisten, wollte auch er selbst Drogist werden. Nach einer entsprechenden Ausbildung in Konstanz arbeitete Götz Werner zunächst im Familienbetrieb „Drogerie Werner“. Er war ein kreativer junger Mann und hatte viele Ideen. Als er diese dort nicht verwirklichen konnte, zog es ihn aus seiner Heimatstadt Heidelberg nach Karlsruhe zur „Drogerie Roth“.

Aber auch dort konnte Werner seine Vision nicht umsetzen. Daher entschied er sich, das 1973 einfach selbst zu tun. Er gründete in Karlsruhe sein eigenes Unternehmen mit dem Namen dm, kurz für „Drogeriemarkt“, und eröffnete seine erste Drogerie.

Götz Werner: Das Leben des dm-Gründers

Trotz großer Anstrengungen in den Anfangsjahren setzten sich Werner und seine Idee vom dm deutschlandweit durch. 1976 folgte die Expansion auf den österreichischen Markt. 1978 wurde bereits die 100-Filialen-Marke in Deutschland geknackt. „Seine Maxime der ‚permanenten, konstruktiven Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen‘ und der daraus erwachsende Wille, das Unternehmen immer wieder zu verändern, prägten den Erfolg von dm maßgeblich“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens.

Götz Werner leitete bis 2008, also rund 35 Jahre, die operativen Geschicke bei dm. Heute ist dm europaweit als Drogeriemarktkette bekannt und in 14 Ländern aktiv. Mehr als 66.000 Menschen werden bei dm beschäftigt, den Umsatz gibt das Unternehmen mit 12,3 Milliarden Euro an.

Götz Werner: Kämpfer für bedingungsloses Grundeinkommen

Neben seiner Tätigkeit als dm-Chef, hat sich Werner seit den 1990er-Jahren und vor allem seit den 2000ern der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens gewidmet. „In ihr sah er einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, um auch in Zeiten zunehmender Globalisierung, Digitalisierung und Automatisierung den Menschen Freiraum für Eigeninitiative zu ermöglichen und die Teilnahme wie die Teilhabe am Leben der freien Bürgergesellschaft zu ermöglichen“, heißt es von dm-Seite.

Für das bedingungslose Grundeinkommen warb Werner in vielen Vorträgen und brachte 2007 auch ein Buch mit dem Titel „Einkommen für alle“ heraus. „Dass er die Vollendung dieser Idee nicht mehr erleben würde, war ihm stets bewusst. Gleichwohl hat er sich dafür mit großer Energie eingesetzt, weil er sie für sich als richtig und sinnvoll erkannte“, so ein dm-Sprecher. 2005 wurde Götz Werner von der Universität Karlsruhe mit der Leitung des Interfakultativen Instituts für Entrepreneurship beauftragt. In diesem Zusammenhang wurde ihm auch der Professoren-Titel verliehen. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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