1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Shopping

Lieferdienst DoorDash kauft Wolt und kommt nach Europa

Erstellt:

Ein DoorDash-Fahhradkurier fährt mit einem Fahrrad auf einer Straße und trägt einen DoorDash-Rucksack.
Die „Dasher“ des Lieferdienstes DoorDash könnten bald durch Europa fahren (Archivbild). © Richard B. Levine/IMAGO

Der US-amerikanische Lieferdienst DoorDash hat das finnische Unternehmen Wolt für sieben Milliarden Euro gekauft. Damit nimmt DoorDash Kurs auf Europa.

San Francisco  – Im boomenden Geschäft mit Essenslieferungen in Europa will nun auch der US-Branchenriese DoorDash mitmischen. Die Firma aus San Francisco übernimmt dafür den finnischen Anbieter Wolt, der unter anderem auch in Berlin aktiv ist. Außerdem liefert Wolt auch in Köln aus. DoorDash baut damit sein Gebiet auf einen Schlag um mehr als 20 Länder aus. In Europa ist bisher der niederländische Konzern Just Eat Takeaway (Lieferando) besonders stark.

DoorDash lässt sich die Wolt-Übernahme insgesamt sieben Milliarden Euro kosten, der Kaufpreis soll komplett in Aktien bezahlt werden. Der bisherige Wolt-Chef Miki Kuusi werde für DoorDash das internationale Geschäft leiten, wie die Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch (10. November) mitteilten. Der Deal soll im ersten Halbjahr 2022 über die Bühne gehen.

DoorDash

Gegründet wurde DoorDash 2013 als eine Internetseite mit Speisekarten lokaler Restaurants in Palo Alto (Kalifornien). Heute verbindet das Unternehmen 450.000 Händler miteinander und liefert unter anderem Speisen von Restaurants an Kunden aus. Über 2 Milliarden Bestellungen hat DoorDash seit seiner Gründung abgewickelt. Die Lieferungen werden von den sogenannten „Dashern“ ausgefahren.

Quelle: DoorDash

DoorDash kauft Wolt: Seit Monaten Spekulationen

DoorDash war bisher vor allem im Heimatmarkt USA sowie in Kanada und Australien aktiv. Über Pläne für einen Markteintritt in Europa wurde schon seit Monaten spekuliert. Auch mit dem Wolt-Kauf kommen wichtige europäische Märkte wie Großbritannien, Frankreich, Spanien oder Italien noch nicht auf die DoorDash-Karte.

In den USA gilt DoorDash als Marktführer vor Konkurrenten wie Uber Eats oder der von Just Eat Takeaway übernommenen Firma Grubhub. Im vergangenen Quartal steigerte das Unternehmen den Umsatz im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 1,275 Milliarden Dollar, während der Verlust von 43 auf 101 Millionen Dollar anstieg. Die Aktie von DoorDash legte im nachbörslichen US-Handel nach Bekanntgabe des Deals und der Quartalszahlen um gut 19 Prozent zu.

DoorDash: Lieferdienst-Geschäft boomt

Das Geschäft mit der Lieferung von fertigem Essen und Lebensmitteln hat in der Corona-Pandemie einen kräftigen Schub bekommen. Entsprechend drängen auch mehr Anbieter in den lukrativen Markt – und es kommt verstärkt zu Übernahmen. Just Eat Takeaway blätterte für Grubhub im vergangenen Jahr gut sieben Milliarden Dollar hin, Uber kaufte den Zustelldienst Postmates für mehr als 2,5 Milliarden Dollar. DoorDash hatte sich laut Medienberichten im September bereits an einer Finanzierungsrunde des Berliner Lebensmittel-Lieferanten Flink beteiligt. (dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant