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Edeka startet Partnerschaft mit Picnic – Lieferservice könnte schon bald expandieren

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Von: Jana Wehmann

Einkaufstüten von Edeka stehen gepackt mit Lebensmitteln im Eingang einer Wohnungstür.
Picnic übernimmt künftig den Lieferservice für Edeka (Symbolbild). © Sven Simon/IMAGO

Nachdem Edeka den Online-Supermarkt Bringmeister abgegeben hat, geht das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Picnic ein. Bislang ist der Lieferservice nur in NRW tätig.

Düsseldorf/Hamburg – Obwohl das Geschäft mit Lebensmittel-Lieferservices enorm boomt, hat der Supermarkt Edeka kürzlich seinen Online-Supermarkt Bringmeister abgegeben. Trotzdem verabschiedet sich Edeka nicht vom Liefergeschäft: Denn der Supermarkt setzt nun im Online-Handel auf den niederländischen Lieferservice Picnic.

„Picnic wird der Online-Arm von Edeka werden“, sagte Edeka-Chef Markus Mosa am Montagabend in der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf.

Supermarkt Edeka setzt auf Picnic: Lieferservice boomt seit Corona-Krise

Picnic ist in Deutschland bislang nur in Nordrhein-Westfalen präsent, hat dort aber im Corona-Jahr 2020 enorme Wachstumsraten erzielt und die Zahl seiner Kunden innerhalb von zwölf Monaten vervierfacht. Das Unternehmen liefert mit einer Flotte von 400 selbst entwickelten Elektrofahrzeugen mittlerweile in 45 Städten in Nordrhein-Westfalen.

Bereits im nächsten Jahr könnte Picnic nach den Worten von Deutschland-Chef Fredric Knaudt auch in andere Bundesländer expandieren. Während Flink und Gorillas auf Schnelligkeit setzen, möchte Knaudt mit Picnic durch Verlässlichkeit punkten.

Edeka-Chef Mosa betonte, der Onlinehandel mit Lebensmitteln habe sich 2020 verdoppelt, und Edeka wolle hier nicht den Einstieg verpassen. Deshalb habe man sich bereits vor einiger Zeit zum Engagement bei Picnic entschlossen. Edeka sei überzeugt, dass das Konzept des Unternehmens am ehesten die Chance biete, im Onlinehandel mit Lebensmittel Geld zu verdienen.

Picnic liefert zu festgelegten Zeiten

Während die Kunden bei den meisten anderen Anbietern ein Zeitfenster für die Lieferung der Ware auswählen können, liefert Picnic die Produkte wie früher der Milchmann zu festgelegten Zeiten. So können die Zustellungen in einer Straße oder in einem Viertel gebündelt werden. Das garantiert eine bessere Auslastung der Fahrzeuge und niedrigere Kosten.

Lieferservice Picnic: Edeka möchte keine Mehrheit am Online-Supermarkt

Edeka will von den Erfolgen des Start-ups profitieren, dort aber nicht das Ruder übernehmen. Mosa betonte: „Wir streben keine Mehrheit an dem Unternehmen an, keine Kontrolle.“ Ein so komplexes Geschäft überlasse man am besten denen, die es könnten. „Kein stationärer Händler kann online am Ende besser sein als ein echter E-Commerce-Händler.“ Neben dem Bringdienst Picnic, der kürzlich Leverkusen erschlossen hat, übernimmt jedoch auch Rewe Lieferservice als Supermarkt den klassischen Wocheneinkauf und liefert bis zur Haustür.

Edeka ist sowohl an Picnic Deutschland als auch an dem niederländischen Mutterkonzern Picnic international beteiligt. Der Handelsriese versorgt Picnic nicht nur in Deutschland mit Produkten, sondern übernimmt auch international mit der eigens gegründeten Einkaufsgesellschaft Everest eine wichtige Rolle in der Warenversorgung. Hier könnten sich für die Hamburger Genossenschaft durch die geplante internationale Expansion von Picnic zusätzliche Wachstumschancen ergeben.

Da die Anzahl der Lieferservices stetig wächst, ist der E-Food-Markt inzwischen hart umkämpft. Während Knuspr in Kürze in München startet, plant auch der der Discount-Bringdienst Oda seine Expansion nach Deutschland. (jaw/dpa)

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