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Lieferprobleme im Einzelhandel – Folgen für Weihnachtseinkauf?

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Von: Benjamin Stroka

Menschen gehen mit Einkaufstüten durch die Innenstadt.
Trotz lockerer Corona-Regeln könnte es dieses Jahr Probleme beim Kauf von Weihnachtsgeschenken geben. Der Einzelhandel klagt über Lieferprobleme (Symbolbild). © Markus Scholz/dpa

Rund drei Viertel aller Einzelhändler in Deutschland klagen aktuell über Lieferprobleme. Das wird auch Auswirkungen auf den Kauf von Weihnachtsgeschenken haben.

Köln/München – Es sind noch mehrere Wochen bis Heiligabend und viele Menschen machen sich bereits jetzt auf die Suche nach ersten Weihnachtsgeschenken. In diesem Jahr könnte es sich aber besonders auszahlen, bei der Geschenksuche früh dran zu sein. Denn der Einzelhandel klagt deutschlandweit über erhebliche Lieferengpässe. Viele Bestellungen können aktuell nicht erfüllt werden – und das wird aller Voraussicht nach auch das Weihnachtsgeschäft betreffen.

Lieferprobleme im Einzelhandel: Fahrradläden besonders betroffen

Das geht aus einer aktuellen Umfrage des ifo-Instituts München im Einzelhandel in verschiedenen Branchen hervor. Demnach sind rund 74 Prozent der befragten Händler aktuell von den Lieferproblemen betroffen. „Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden“, befürchtet Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Seiner Erklärung zufolge sind „die Beschaffungsprobleme aus der Industrie“ nun auch im Handel angekommen.

Besonders schwer trifft es der Umfrage zufolge aktuell den Fahrradeinzelhandel. 100 Prozent, also alle befragten Unternehmen und Fahrradläden, haben demnach Probleme bei den Bestellungen. „Gegenwärtig ist Sand im Getriebe der weltweiten Logistik“, betont Wohlrabe. Zudem seien Frachtraten in der Schifffahrt deutlich erhöht worden.

Probleme für Weihnachtsgeschenke? Produkte wegen Lieferproblemen teurer

Groß sind die Lieferprobleme auch bei den Baumärkten (98,9 Prozent), in der Unterhaltungselektronik (97,4 Prozent) und bei Möbelhäusern (94,5 Prozent). Fehlende Chips und Halbleiter bereiten allen Händlern mit elektronischen Produkten derzeit Sorgen. Das gilt auch für die Autoindustrie. So musste Ford in Köln zuletzt mehrfach die Produktion aufgrund fehlender Halbleiter einstellen.

Laut dem ifo-Institut zeigen sich bei Baumärkten und Möbelhäusern die „Nachwirkungen der Holzpreisrally“ aus dem ersten Halbjahr. Die Folge für die Kunden könnten höhere Preise sein. „Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt und diese kommen jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an“, erklärt Wohlrabe. Das zeigt sich bereits im Lebensmittelhandel, wo Nudeln, Eier oder Gemüse bereits teurer geworden sind.

Obwohl die Corona-Pandemie im Hinblick auf strenge Regeln den Weihnachtseinkäufen in diesem Jahr wohl eher nicht mehr im Weg stehen wird, könnten aber nun Lieferprobleme und damit einhergehend höhere Preise oder gar fehlende Produkte den Kunden das Geschenkekaufen zu Weihnachten erschweren. Wer traditionell eher auf den letzten Drücker noch Geschenke besorgt, sollte in diesem Jahr also besser darauf vorbereitet sein. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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