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Mehrwertsteuer steigt: Werden die Preise im Supermarkt und Discounter angehoben? Lidl geht in die Offensive

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Von: Jana Wehmann

Aldi und Lidl versuchen ihre Preise zu unterbieten.
Discounter im Preiskampf: Trotz Mehrwertsteuererhöhung liefern sich Lidl und Aldi ein Duell um die Preisführerschaft. © Martin Gerten/dpa

Discounter Lidl eröffnet den Kampf und lässt die Preise reduziert – trotz der Mehrwertsteueranhebung. Wie geht Aldi mit der Werbe-Offensive um?

Köln - Mit dem Jahreswechsel mussten sich Verbraucher auf Änderungen in vielen Bereichen einstellen. So gilt seit Januar 2021 wieder die reguläre Mehrwertsteuer, die von fünf auf sieben Prozent und von 16 auf 19 Prozent angehoben wurde. Lange war unklar, wie die deutschen Supermärkte mit der Anhebung umgehen. Besonders die Discounter standen unter Beobachtung: Denn Lidl und Aldi führen seit Jahren ein Duell um die Preisführerschaft und versuchen sich gegenseitig zu unterbieten. Welcher Discounter ist günstiger?

Preiskampf beginnt: Lidl geht in Werbe-Offensive

Die Discounter Lidl und Aldi äußerten sich lange Zeit nicht zur Erhöhung der Mehrwertsteuer und hielten offen, ob sie mit der Anhebung auch wieder ihre Preise erhöhten. Jetzt eröffnete Lidl jedoch das Preisduell und stellte in einer Pressemitteilung klar: „In allen über 3.200 Lidl-Filialen bleiben die Preise bei vielen Produkten weiterhin um bis zu drei Prozent reduziert, obwohl seit dem Jahreswechsel wieder die reguläre Mehrwertsteuer von 19 beziehungsweise sieben Prozent gilt.“

Damit nimmt Lidl Stellung und gibt die Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht an die Kunden weiter. „Damit profitieren Kunden über die offizielle Geltungsdauer der Mehrwertsteuersenkung hinaus von günstigen Preisen im Sortiment und attraktiven Aktionspreisen“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Discounter Duell: Wie reagiert Aldi?

Nun äußert sich auch Aldi zur Werbe-Offensive vom Konkurrenten Lidl und sagt gegenüber Express: „Die Bundesregierung hat die Mehrwertsteuersenkung bis zum 31. Dezember 2020 begrenzt, weshalb wir unsere Preise zu Jahresbeginn wieder entsprechend angepasst haben.“

Aldi betonte aber, dass sich ihre Kunden auch in 2021 auf die gewohnte Dauerniedrigpreisstrategie verlassen könne. Das Unternehmen halte auch in Zukunft an dem Preis-Leistungs-Verhältnis fest und werde Preisvorteile – wenn möglich – an ihre Kunden weitergeben.

Mehrwertsteuererhöhung: Einzelhandel setzt auf Angebote

Neben Lidl wollte auch die Discounter-Kette Netto die Mehrwertsteuersenkung nutzen. Das Unternehmen warb mit dem Slogan „Mehrwertsteuer-Erhöhung? Nicht bei Netto“. Noch bis zum 10. Januar 2021 soll die Mehrwertsteuererhöhung bei Netto umgesetzt werden – so lange können sich die Kunden über einen reduzierten Preis freuen.

Bis die Preise von Rewe wieder auf dem Niveau von vor Corona angepasst werden, könnte es aufgrund der bereits gedruckten Etiketten noch einige Wochen dauern, wie das Unternehmen angab. Der zu Rewe gehörende Discounter Penny werde nicht bei dem Preiskampf zwischen Lidl und Aldi mitziehen, sondern wieder die normalen Mehrwertsteuersätze im System einstellen.

Eine ähnliche Zwischenlösung wie Rewe habe auch Supermarktriese Edeka gewählt. Laut Angaben der „LZ“ sollen die Lebensmittelpreise erst nach einigen Wochen angepasst werden. Zum einen liege es am Misstrauen gegenüber den Discountern, zum anderen wolle Edeka seine Mitarbeiter nicht direkt nach dem Weihnachtsgeschäft mit einer Preisumstellung belasten. In den ersten Wochen im neuen Jahr können sich die Kunden daher noch auf gesenkte Preise einstellen.

Etiketten anpassen: Umstellung wird einige Wochen dauern

Auch Lebensmittelgigant Kaufland erhöht wieder die Preise: Seit dem 4. Januar 2021 versucht das Unternehmen, die Preisetiketten anzupassen. Doch auch für Kaufland ist klar, die Umstellung wird einige Wochen in Anspruch nehmen.

Insgesamt können sich die Verbraucher aber trotz Anhebung der Mehrwertsteuer auf Angebote vom Lebensmitteleinzelhandel freuen. (jaw)

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