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Lieferservice getnow pausiert für unbestimmte Zeit – und setzt auf Express-Bringdienst

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Von: Jana Wehmann

Eine Papiertüte, die gepackt mit Lebensmitteln ist. Eine Person hält Tomaten und Weintrauben in der Hand.
Der Lieferdienst getnow pausiert den Betrieb in Deutschland. (Symbolbild). © Britta Pedersen/dpa

Getnow liefert nicht mehr in Deutschland, der Betrieb pausiert. Der Geschäftsführer Raik Scheffler konzentriert sich auf den Express-Bringdienst getnow X.

Köln/Düsseldorf – Seit der Corona-Pandemie wächst die Zahl der Lebensmittel-Lieferservices in Deutschland enorm. Nun sieht es für einen Lieferdienst eher schlecht aus: Der Online-Supermarkt getnow legt seinen Betrieb zunächst auf Eis und macht eine Pause – und zwar für unbestimmte Zeit. Das gab der Lieferservice getnow bekannt. Wie geht es weiter?

getnow
BrancheLebensmittel-Lieferservice
SitzBerlin
Gründung2015

Lieferservice stellt Betrieb ein und pausiert: Was ist los bei getnow?

Für den Online-Supermarkt getnow ist nun erstmal Schluss in Deutschland. Der Geschäftsführer Raik Scheffler hat den getnow-Betrieb auf Eis gelegt. „Auf Grund aktuell fehlender Skalierungsmöglichkeit lässt Scheffler das deutsche getnow Modell pausieren“, erklärt das Unternehmen.

Die Kunden würden schon seit dem 17. Dezember nicht mehr mit Lebensmittel beliefert, heißt es weiter. Die betroffenen Mitarbeiter sollen „zu großen Teilen in der Unternehmensgruppe beschäftigt“ werden. Eine Rückkehr zu getnow sei nicht ausgeschlossen. Allerdings „ist derzeit nicht bekannt“, wann getnow den Betrieb wieder aufnehmen werde. Bis dahin werde das Unternehmen sein Know-how für die E-Food-Brache in Deutschland als Dienstleistung anbieten.

Getnow: Auslieferung über Metro

Das deutsche getnow-Konzept erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Großhändler Metro. Die Kunden konnten über den Online-Supermarkt getnow bestellen, die Produkte wurden anschließend von Metro aus mit DHL ausgeliefert.

Getnow liefert nicht mehr in Deutschland: Express-Bringdienst „getnow x“

Für viele kommt diese Nachricht überraschend. Getnow hatte im Oktober 2020 zunächst Insolvenz angemeldet, allerdings kam schon drei Monate später die positive Wendung. Das aus München stammende Start-up LIS, ein Beratungsunternehmen für die Logistikbranche, hatte getnow übernommen. Nach der Übernahme habe getnow den Shop des Online-Supermarkts gerelauncht, weitere Liefergebiete angeschlossen und eigene Fahrer angestellt. Dadurch habe das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Pünktlichkeitsquote von 98 Prozent erreicht.

Dennoch wolle sich der Geschäftsführer Sheffler nicht komplett vom E-Food-Geschäft verabschieden. In Osteuropa habe sich „dank eines skalierbareren Modells eine neue Chance aufgetan“, heißt es. Diese wolle Scheffler mit einem abgewandelten Modell von getnow X – ein Express-Bringdienst mit Lieferung innerhalb von zehn Minuten – nutzen. Dabei werde nicht wie in Deutschland über Metro ausgeliefert, sondern aus sogenannten „Darkstores“. Nach diesem Modell liefern bereits Gorillas, Flink und Getir in Deutschland.

Fokus getnow X: Konkurrenz für Gorillas, Flink und Getir wächst

In Deutschland gibt es getnow X bisher nicht. In Polen sei der Express-Bringdiest hingegen aktiv und führe allein in Breslau fünf Shops. Wie das Unternehmen berichtet, stehe getnow X „kurz vor der Expansion in weitere drei Städte“. Welche Liefergebiete getnow X erschließt, konkretisiert der Online-Supermarkt jedoch nicht.

Ob getnox X künftig nach Deutschland kommt, bleibt unklar. Auf dem deutschen Markt sind vor allem Gorillas und Flink vertreten. Der Lieferservice Getir ist im Sommer in Berlin gestartet, erschließt aber bereits weitere Städte, auch in Nordrhein-Westfalen. Sollte getnow X in Deutschland aktiv werden, ist die Konkurrenz groß. (jaw mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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