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go2market öffnet in Köln: Kunden können beeinflussen, was bald in die Supermärkte kommt

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Von: Jana Wehmann

Ein Kunde läuft durch einen Supermarkt.
In Köln eröffnet der erste Marktforschungs-Supermarkt. © Günther Zipfelmayer

Der Marktforschungs-Supermarkt go2market eröffnet in Köln. Kunden kaufen dort wie gewohnt ein – allerdings beeinflussen sie so, ob und wie Produkte auf den Markt kommen.

Köln – Die Regale der deutschen Supermärkte und Discounter sind gut gefüllt. Von jedem Produkt gibt es gleich mehrere Hersteller mit unterschiedlichen Preisen. Die Wahl, welches Produkt im Einkaufskorb landet, liegt bei den Kunden selbst. Doch wer entscheidet eigentlich, welche Lebensmittel in den Regalen der Supermärkte platziert werden? In wenigen Monaten können die Kölner diese Entscheidung beeinflussen.

Denn im Juni wird der Marktforschungs-Supermarkt go2market in Köln-Braunsfeld eröffnet. Mit jeder Kaufentscheidung haben die Kunden des Supermarktes Einfluss auf den Preis, die Verpackung oder auch Geschmack.

In Köln: Erster Marktforschungs-Supermarkt in Deutschland wird eröffnet – das Konzept

Nach einer dreijährigen Testphase in Wien geht der erste Real-Life-Marktforschungs-Supermarkt go2market in Deutschland an den Start. Eröffnet wird der Supermarkt Anfang Juni in Köln-Braunsfeld an der Aachener Straße 519. Dafür sucht das Unternehmen Kunden, die in dem Supermarkt einkaufen wollen und bereit sind, im Anschluss Fragen über die Produkte zu beantworten.

„Grundsätzlich gleicht der go2market einem normalen Supermarkt mit etwa 400 wechselnden Produkten“, sagt Jörg Taubitz von go2market auf 24RHEIN-Anfrage. Der Unterschied: Die Artikel sind noch nicht am Markt erhältlich, werden gerade gelauncht, gibt es bisher nur in anderen Ländern oder wurden trotz Einführung noch nicht ausreichend wahrgenommen. Welche Produkte auf die Kölner warten und wie der Supermarkt umgebaut wird, berichtet 24RHEIN.

So funktioniert das Konzept:

Ein Bildschirm, der den gescannten Einkauf, listet.
Beim Verlassen des go2marktes werden die Produkte gescannt. © Günther Zipfelmayer

go2market in Köln: Kunden müssen sich für den Supermarkt bewerben – Mitgliedschaft

Auch wenn der go2market wie ein normaler Supermarkt aufgebaut ist, kann nicht jeder in dem Geschäft einkaufen. Um die Produkte dort kaufen und bewerten zu können, müssen sich Kunden zunächst beim Supermarkt bewerben. Um das Meinungsbild, der durchschnittlichen Bevölkerung Deutschlands zu erhalten, wählt der Supermarkt die Kunden nach Alter oder auch Vorlieben aus. Ein ganz anderes Konzept verfolgt Kaas Frischdienst: Das Unternehmen hat sich auf den Verkauf von Lebensmittel-Sonderposten spezialisiert.

Kunden, die ausgewählt wurden, müssen sich eine Mitgliedschaft für drei, sechs oder zwölf Monate für je 14,90 Euro pro Monat beim go2market erwerben. Im Gegenzug erhalten die Mitglieder ein Einkaufsguthaben von 55 Euro pro Monat, das durch die Teilnahme an den Umfragen erhöht werden kann. „Bei einer Standardumfrage, die fünf Fragen zur Essenz der Marke – Design oder auch Zufriedenheit – umfasst, können die Kunden ihr Guthaben um zehn Euro erhöhen“, erklärt Taubitz. Beantworten sie einen detaillierten Fragebogen, ist das geschenkte Guthaben höher.

Mitgliedschaft auf 3.000 Konsumenten limitiert

Das Angebot richtet sich an maximal 3.000 Kunden, die der durchschnittlichen Soziodemografie Deutschlands entsprechen. In Österreich haben sich rund 12.000 Kunden für den Testmarkt beworben, 1.500 Mitglieder durften dort anschließend einkaufen.

go2market in Köln: Marktforschung auf 400 Quadratmetern

Mit den Antworten sollen Hersteller den Blick der Konsumenten erhalten. Denn: „Man muss bedenken, dass aktuell neun von zehn Produkteinführungen scheitern, weil das Wissen über Konsumenten und Zielgruppe oftmals nicht ausreichend sind oder Konsumenten in die Prozesse der Produktentwicklung nicht ausreichend eingebunden wurden“, sagt Thomas Perdolt, Unternehmensgründer. So erhalten die Hersteller noch vor offiziellen Launch Informationen, was sie verbessern können oder welche Aspekte für den Kauf sprechen.

„Die Mitglieder haben auf rund 400 Quadratmetern die Wahl aus regionalen, nationalen oder auch internationalen Produktneuheiten, darunter unter anderem Coca Cola oder Viva con Agua“, verrät Taubitz auf 24RHEIN-Anfrage. Zum Start in Köln wird das Sortiment etwa 400 Artikel von rund 100 Herstellern umfassen.

Kunden, die zunächst keine Mitgliedschaft erhalten, können sich erneut bewerben. Ebenso innovativ sind der digitalen Supermakt Typy in Düsseldorf und der Container-Shop Latebird, der bald in München zum Einsatz kommt. (jaw)

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