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Revolution im Supermarkt: Zischende Getränkedose soll zum Kaufen verführen

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Von: Sofia Popovidi

Gekühle Getränkedose, Frau mit Korb eim Einkauf
Das Geräusch einer zischenden Getränkedose soll zum Kauf verführen (Montage) © YAY Images / Imago (2)

Im „go2market“ in Köln können Kunden Produkte testen – und so Teil der Marktforschung sein. Der Supermarkt setzt dabei auch auf spezielle Technik.

Köln – Im go2markt in Köln können Kundinnen und Kunden auf 400 Quadratmetern neue Produkte kaufen, testen und bewerten. Insgesamt gibt es zwei Standorte: Köln und Wien. Eine dritte Filiale ist für 2023 in Den Haag (Niederlande) geplant.

Das Konzept des go2market, einen Supermarkt zur Marktforschung einzusetzen, gibt es bislang nur einmal in Deutschland. Der go2markt hat dabei einige Besonderheiten zu bieten: Während des Einkaufs werden Musik, Geräusche und besondere Beleuchtung eingesetzt.

go2market: Spezielle Technik beim Einkauf – mit Musik und Sound-Dusche

Der Markt versucht durch verschiedene Methoden, das Kauferlebnis der Kunden noch intensiver zu gestalten. Zwei Beispiele: Regale, die sich drehen und die Produkte von allen Seiten zeigen, oder intelligente Lichtkegel, die das Lebensmittel in den Vordergrund setzen. In diesem Supermarkt ist vieles durchdacht – auch Geräusche und Musik sind ein Thema.

Vor dem Getränkeregal stehen und schon das zischende Geräusch der geöffneten Dose hören – das ist die sogenannte „Sound-Dusche“. Der Kunde steht an einem Produktregal, über dem Lautsprecher hängen und den Artikel mit speziellen Klängen unterstützen. Und das kommt gut an, sagt Jörg Taubitz von go2market. So wird der Hörsinn beim Kunden aktiviert und ein bestimmtes Gefühl vermittelt.

Eine weitere innovative Methode, die im go2market eingesetzt wird, ist die „Sound-DNA“. Taubitz erklärt: „Wir wissen, wie viele Leute im Laden sind. Wir wissen Alter und Geschlecht. Danach können wir die Musik ausstrahlen“. So passt sich die Musikrichtung an die Mehrheit der Zielgruppe an, die gerade im Supermarkt einkauft. Die Lautstärke der Musik passt sich ebenfalls an die Anzahl der Personen im Markt an.

Der Marktforschungs-Supermarkt „go2market“ in Köln Braunsfeld. Es ist der einzige Standort in Deutschland.
Der go2market in Köln Braunsfeld: Seit Juni 2021 gibt es den Marktforschungs-Supermarkt schon. © Daniela Paar/go2market

Was ist der go2market?

► Ein Marktforschungs-Supermarkt, in dem Mitglieder Produkte von Unternehmen testen und bewerten können.

► Produkte, die noch nicht erhältlich oder gerade gelauncht werden. Zudem gibt es ausländische Produkte, die auf den deutschen Markt wollen

► Die wichtigsten Fragen an die Kunden: Wie gefällt die Verpackung? Wie zufrieden sind sie mit dem Produkt? Würden sie das Produkt wieder kaufen?

go2market in Köln: Produkttester werden – wie geht das?

Bestimmen, was in den Regalen der Supermärkte steht – Kundinnen und Kunden von go2market haben tatsächlich diese Möglichkeit. Doch wer kann eigentlich Produkttester werden? Zunächst müssen sich Interessenten online für eine Mitgliedschaft bewerben. Es geht hier primär darum, verschiedene Gruppen auszuwählen, um ein durchschnittliches Meinungsbild der Bevölkerung zu erhalten: Alter, Geschlecht und Vorlieben.

Der go2market in Köln: Auf dem Check-out Monitor kann bequem bezahlt werden.
Entspannt Einkaufen mit App: Mit dem Handy kann das Etikett gescannt und automatisch in den Warenkorb gelegt werden. © Daniela Paar/go2market

go2market: Mitgliedschaft

Ausgewählte Kunden können eine Mitgliedschaft für drei oder sechs Monate abschließen, der Abopreis liegt bei 15 Euro. Im Gegenzug erhalten die Mitglieder ein Einkaufsguthaben von 55 Euro pro Monat, das durch die Teilnahme an den Umfragen erhöht werden kann. Nach Ablauf der Mitgliedschaft muss sich nochmal beworben werden. So kommen immer wieder neue Konsumenten und dadurch auch neue Zielgruppen in den Markt, so Taubitz.

go2market Köln: Erlebnis-Supermarkt mit Musik und Lichtspielen

Mit Musik und Lichtspielen: Sieht so das Einkaufen der Zukunft aus? Während bei herkömmlichen Supermärkten wie Rewe und Kaufland sich die Regale in die Höhe stapeln und Kundinnen und Kunden ihren Einkaufswagen durch unübersichtliche Gänge manövrieren müssen, ist bei dem Marktforschungs-Supermarkt die Fläche offen. Auch die Platzierung der Artikel ist überschaubar. Jörg Taubitz erklärt das Prinzip, was weg ist, ist weg: Von jedem Produkt gibt es 600 Stück pro Sorte, wird es leergekauft, gibt es keinen Nachschub im Lager.

go2market: Wie funktioniert der Einkauf?

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