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Nach Streik: Gorillas-Chef plant eine Radtour durch Deutschland

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Von: Jana Wehmann

Ein Gorillas-Fahrer auf einem Fahrrad durch die Stadt.
Nach einem Streik beim Lieferservice Gorillas plant der Gründer Kagan Sümer eine Radtour zu einzelnen Standorten (Symbolbild). © Michael Gstettenbauer/IMAGO

Nach mehreren Streiks wandte sich Gorillas-Geschäftsführer Kağan Sümer an die Mitarbeiter. Er plant nun eine Radtour zu Gorillas-Lagern in Deutschland.

Köln/Berlin – Nachdem einem Gorillas-Mitarbeiter vergangene Woche gekündigt wurde, kam es zu zahlreichen Protesten und Streiks vor Berliner Warenlagern des Express-Bringdienstes. Nun möchte Gorillas-Gründer und -Geschäftsführer Kağan Sümer die Proteste schlichten und sich mit seinen Mitarbeitern vor Ort austauschen – und plant dafür eine Radtour zu allen deutschen Lagerhäusern. Die Ereignisse im Überblick.

Streik bei Gorillas: Proteste gegen Kündigung eines Mitarbeiters – das ist passiert

Bereits am Mittwoch, 9. Juni, hatten Gorillas-Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt und ein Lagerhaus in Prenzlauer Berg blockiert. Anschließend ging es an den darauffolgenden Tagen vor weiteren Berliner Warenlagern weiter. Wie der Tagesspiegel berichtete, sei die plötzliche Entlassung eines Mitarbeiters Auslöser für die Streiks und Proteste bei Gorillas, der auch in Düsseldorf aktiv ist, gewesen.

Doch schon seit Wochen habe es bei Gorillas intern Kritik an den Arbeitsbedingungen gegeben, so Informationen des Tagesspiegels. Dabei sei es unter anderem um den Lohn und weitere Missstände gegangen. Die Kündigung des Mitarbeiters, der jedoch mehrfach gegen Verhaltensregeln verstoßen haben soll, sei nun jedoch Ursache der Bewegung.

Nach Protesten bei Gorillas: Sümer meldet sich mit Videobotschaft

Nun hat sich Kağan Sümer, Gründer und Geschäftsführer von Gorillas, mithilfe einer Videokonferenz an seine Mitarbeiter gewendet und anschließend ein Statement via Twitter abgeben. „Die letzten Tage haben mich zutiefst erschüttert“, schreibt Sümer auf Twitter.

Die Entscheidung den Mitarbeiter während seiner Probezeit zu kündigen, sei dem Geschäftsführer schwergefallen, aber wichtig gewesen. In seinem Statement stellt Sümer klar: „Gorillas stellt Mitarbeiter nicht ein, um sie zu feuern.“

Es sei dem Gründer wichtig, dass die Mitarbeiter stolz auf das Unternehmen sein könnten und widersprach dem Vorwurf, dass die Rider – die Fahrradkuriere – unfair behandelt würden. Gorillas sei „die erste Organisation, die Ridern ein sicheres und stabiles Einkommen“ geben würde. Zudem seien inzwischen fast 400 ehemalige Gorillas-Rider in anderen Unternehmensbereichen des Lieferservices, wie zum Beispiel HR, Marketing oder auch Kundenservice, tätig, so Sümer über Twitter. In Köln liefert Gorillas unter anderem bereits in Ehrenfeld, Nippes und Sülz.

Kommunikation mit Gorillas-Mitarbeitern: Radtour zu allen Lagerhäusern in Deutschland

Um die „Liebe zum Fahrradfahren“, worauf alle stolz seien und die den Hauptgrund des gemeinsamen Tuns darstelle, wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, wolle Sümer nun eine große Radtour durch Deutschland starten. Der Gorillas-Gründer plane am Montag, 28. Juni, eine Fahrradtour durch alle Städte, wo der Lieferservice Warenlager habe und Rider angestellt seien.

Dafür starte Sümer in Berlin und wolle anschließend von Stadt zu Stadt fahren und sich mit den Ridern austauschen und gemeinsam durch die Gebiete fahren. Ob sich die Lage bis Ende Juni bei Gorillas nun beruhigt, bleibt abzuwarten. Denn auch nach der Videokonferenz sei es laut Tagesspiegel zu weiteren Protesten gekommen. Wann Sümer in welchen Städten vor Ort sein wird, hat er jedoch nicht bekannt gegeben.

Die Konkurrenz für den Express-Bringdienst ist in den vergangenen Wochen stark gewachsen. Neben Flink und Gorillas plant nun auch Lieferando, Lebensmittel auszuliefern. Der neue Lieferdienst Wolt, der Köln erschlossen hat, liefert sowohl Essen als auch Produkte aus. (jaw)

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