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Bußgeld droht: Berliner Senat kontrolliert Arbeitsschutz bei Gorillas

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Ein Gorillas-Kurier fährt mit einem Rucksack auf einem Fahrradweg.
Der Berliner Senat leitet ein Bußgeldverfahren gegen den Lieferservice Gorillas ein (Symbolbild). © Michael Gstettenbauer/IMAGO

Nach den zahlreichen Streiks bei Gorillas schaltet sich die Arbeitsverwaltung Berlin ein. Die Behörde ermittelt nun wegen Arbeitsschutzverletzungen.

Köln/Berlin – Der Express-Bringdienst Gorillas bleibt weiterhin in der Kritik. Nachdem es in den vergangenen Wochen vermehrt zu Streiks und Protesten für bessere Arbeitsbedingungen gekommen war, soll nun ein Bußgeldverfahren gegen den Lebensmittel-Lieferservice eingeleitet worden sein. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, soll es an mehreren Gorillas-Standorten zu arbeitsrechtlichen Verstößen gekommen sein.

Gorillas Streik: Senat leitet Verfahren gegen Lieferservice ein

Die Arbeitsverwaltung Berlin habe bei Kontrollen an mindestens 13 Berliner Gorillas-Standorten Verstöße gegen den Arbeitsschutz festgestellt, heißt es im Medienbericht. Zu den konkreten Vorwürfen habe sich die Verwaltung aus Datenschutzgründen nicht äußern wollen. Nun soll jedoch ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden sein. Damit drohen dem Express-Bringdienst Gorillas Bußgelder von bis zu 15.000 Euro pro Fall.

Der Lebensmittel-Lieferservice habe die Vorwürfe auf Anfrage der Berliner Morgenpost jedoch bestritten. Gorillas behaupte, die Beanstandungen seien „vollständig beglichen“. Erst in dieser Woche wolle sich Gorillas zu dem eingeleiteten Ermittlungen der Arbeitsverwaltung Berlin äußern.

Verfahren gegen Gorillas: Was ist beim Lieferservice passiert?

Seit Wochen protestieren zahlreiche Gorillas-Mitarbeiter gegen die Arbeitsbedingungen, organisieren Sitzblockanden und legen spontan die Arbeit nieder. Sie kritisieren die befristeten Arbeitsverträge, den Zeitdruck sowie eine unpünktliche und fehlerhafte Bezahlung.

Losgetreten wurden die Streiks, weil Gorillas einen Mitarbeiter entlassen hatte. Darauf folgten zahlreiche Proteste und Auseinandersetzungen. Um die Verhältnisse zu klären, hatte Gorillas-Chef und -Gründer Kağan Sümer bereits Ende Juni eine Radtour zu den deutschen Standorten gemacht – die Streik-Welle blieb aber dennoch.

Rund einen Monat später hatte sich sogar Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eingeschaltet und sich in Berlin-Kreuzberg zum Gespräch mit den Gorillas-Kurieren und Lager-Beschäftigten getroffen. Heil sprach sich für das Ende von sachgrundlosen Befristungen aus und rief die Beschäftigten dazu auf, sich mit den Gewerkschaften zusammenzutun.

Betroffene äußerten sich nach dem Gespräch jedoch enttäuscht. Sie hätten erwartet, dass der Minister sie in ihrem Streik unterstütze. Nun bleibt abzuwarten, ob sich die Lage bei Gorillas beruhigt und ob der Express-Bringdienst nach den Ermittlungen der Behörde zahlen muss. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage.

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