1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Shopping

„Gorillas“: Lieferdienst will sich bessern – Mitarbeiter fordern mehr

Erstellt: Aktualisiert:

Streik bei Gorillas Lieferdienst
Am Montag hatten erneut dutzende Gorillas-Mitarbeiter vor der Berliner Zentrale gestreikt. © Christophe Gateau/dpa

Beim Schnell-Lieferdienst Gorillas bleibt es unruhig. Einige Mitarbeiter versammelten sich am Montag erneut zu Streiks und präsentierten eine Liste mit Forderungen.

Köln/Berlin – Einige Dutzend Fahrerinnen und Fahrer des Lebensmittel-Lieferdiensts Gorillas haben am Montag erneut vor der Zentrale des Unternehmens in Berlin für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Die Initiatoren der Aktion kritisierten zuvor über den Nachrichtendienst Twitter Arbeitszeit- und Krankenstandsregelungen sowie die aus ihrer Sicht unzureichende Bezahlung.

Gorillas ist ein noch junger Wettbewerber auf dem schnell wachsenden Markt für Lebensmittel-Lieferdienste. Das Unternehmen verspricht, bereits zehn Minuten nach der Bestellung beim Kunden zu sein. Gorillas liefert dabei vor allem klassische Supermarkt-Artikel.

Gorillas-Proteste: Gründer Sümer versucht zu schlichten – „Im Herzen bin ich Rider“

Auf Transparenten forderten die Protestierenden weitere Beschäftigte dazu auf, die Fahrräder stehenzulassen und sich am Streik zu beteiligen. Am Nachmittag suchte Gorillas-Geschäftsführer Kagan Sümer die demonstrierenden Mitarbeiter für ein Gespräch auf. Dabei hörte er sich die Beschwerden der Anwesenden lange nur an. Am Ende versuchte den Streit aber etwas zu schlichten und betonte mit Fingerzeig auf sein Fahrrad-Tattoo „Im Herzen bin ich Rider“. In der jüngeren Vergangenheit war es unter den Fahrerinnen und Fahrern von Groillas immer wieder zu Protestaktionen gekommen.

Das Unternehmen nehmen nehme „die Bedenken unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr ernst“, teilte es am Montag mit. Bereits vor zwei Wochen seien den Beschäftigten Verbesserungsmaßnahmen vorgestellt und auf den Weg gebracht worden. Dabei gehe es unter anderem um die Möglichkeit, einen sofortigen Zugriff auf die Gehaltsabrechnung zu erhalten.

Lieferdienst Gorillas: Das „Workers Collective“ stellt klare Forderungen

Doch trotz des scheinbar guten Willens gehen vielen Beschäftigten die Verbesserungsmaßnahmen von Gorillas wohl nicht weit genug. So hatte sich im Frühjahr bereits das sogenannte „Gorillas Workers Collective“ gebildet und setzt sich seitdem vor allem auf Social Media sehr aktiv für bessere Arbeitsbedingungen für die Rider ein. Das Kollektiv hatte auch die Proteste am Montag organisiert. Parallel zu der Aktion veröffentlichte das Workers Collective auf Twitter eine – nach eigenen Angaben demokratisch entstandene – Liste mit konkreten Forderungen an die Unternehmensführung. Unter anderem fordern sie dabei

Die Forderungen wurden der Geschäftsführung am Montag übergeben. Diese habe laut dem Gorillas Workers Collective nun zwei Wochen Zeit, um darauf zu reagieren.

Trotz der hohen Investoren-Einnahmen steht Gorillas in schnell wachsendem Markt der Lebensmittellieferdienste gehörig unter Druck. So hatten sich erst im Frühjahr ebenfalls in Berlin der große Konkurrent Flink gegründet, an dem sich auch Rewe zuletzt finanziell beteiligt hatte. (os mit dpa)

Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant