1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Shopping

Nach Streik: Proteste bei Gorillas gehen weiter

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jana Wehmann

Ein Gorillas-Kurier steht vor seinem Fahrrad.
Gorillas soll zahlreiche Mitarbeiter nach Protesten gekündigt haben (Symbolbild). © Annette Riedl/dpa

Bei Gorillas kommt es seit Monaten zu Streik und Protesten. Nun soll der Lieferservice streikenden Mitarbeiter fristlos gekündigt haben.

Köln/Berlin – Seit Monaten steht der Lieferservice Gorillas in der Kritik – und kündigt nun scheinbar Mitarbeiter, die sich am wilden Streik beim Express-Bringdienst beteiligt haben sollen. Das geht aus mehreren Medienberichten hervor. Da die Arbeitskämpfe nicht gewerkschaftlich organisiert werden, seien sie Streiks für Gorillas „rechtlich unzulässig“, so ein Gorillas-Sprecher gegenüber dem Tagesspiegel.

Gorillas
BrancheExpress-Lieferservice
Gründung2020
SitzBerlin

Gorillas Streik: Lieferservice kündigt Großteil der Mitarbeiter

Begonnen mit der Kündigung eines Mitarbeiters begann im Sommer eine massive Streik-Welle beim Lieferservice Gorillas. Die Gorillas-Kurierer klagten über die Arbeitsbedingungen und Gorillas-Gründer Kağan Sümer plante eine Radtour zu allen deutschen Standorten, um die Probleme zu klären. Auch Arbeitsminister Hubertus Heil schaltete sich bereits ein und empfahl den Mitarbeitern, sich einer Gewerkschaft anzuschließen. Das ist bislang jedoch nicht passiert.

Da die Gorillas-Proteste jedoch ohne Unterstützung einer Gewerkschaft stattfinden, seien die „illegalen Streiks“ Grund genug für fristlose Kündigungen der Gorillas-Mitarbeiter. Kündigungsschreiben, die dem Spiegel und dem Tagesspiegel vorliegen, zeigen, dass es Gorillas eilig habe und „aus wichtigem Grund fristlos“ kündige.

Das bedeutet: Mitarbeiter, die sich aktiv an den nicht gewerkschaftlich getragenen Protesten beteiligen, würden entlassen werden. Durch die nicht genehmigten Streiks hätten sie „den Betrieb durch ihr Verhalten behindert und ihre Kollegen damit gefährdet“, so Gorillas gegenüber dem Spiegel. Auch der Mitarbeiterverbund Gorillas Workers berichtet über Twitter von „Massen-Kündigungen“.

Gorillas Streik: Trotz Kündigungen weitere Proteste geplant

Trotz der zahlreichen Kündigungen hat der Mitarbeiterverbund nicht nur weitere Streiks und Proteste für Mittwoch (6. Oktober) angekündigt, sondern ruft auch zum Boykott des Lieferservices auf. Dem Express-Bringdienst Gorillas sollen unter anderem schlechte Bewertungen gegeben werden, so der Verbund über Twitter.

Ob die wilden Streiks bei Gorillas zu weiteren Kündigungen führen werden, bleibt abzuwarten. Schon im August hatte sich auch die Arbeitsverwaltung Berlin eingeschaltet und ein Bußgeldverfahren gegen den Lieferservice eingeleitet. Bei Gorillas soll es zu arbeitsrechtlichen Verstößen gekommen sein.

Lieferservices: Konkurrenz unter Gorillas, Flink, Getir und Co.

Der Konkurrenz-Druck für Gorillas ist groß. Denn neben Gorillas setzen auch Flink und Getir, der bald nach Köln kommt, auf eine Express-Lieferung innerhalb von zehn Minuten. Von der massiven Kritik gegenüber Gorillas könnten nun die Mitwettbewerber profitieren. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

Auch interessant