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Preiserhöhung bei Ikea – „Müssen auf steigende Kosten reagieren“

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Von: Benjamin Stroka, Oliver Schmitz

Die Inflation trifft auch die Möbelbranche um Ikea und Co. Ikea hat in diesem Jahr die deutlich Preise erhöht. Und weitere Preiserhöhungen könnten folgen.

Köln – So gut wie alles ist in den vergangenen Wochen und Monaten in Deutschland teurer geworden. An der Tankstelle, im Supermarkt oder auf der Stromrechnung merken es die Menschen regelmäßig. Vor allem Lieferengpässe, zumeist als Folgen der Corona-Pandemie oder des Ukraine-Kriegs, haben in manchen Branchen für eine Inflation von fast 8 Prozent gesorgt. Darunter fällt auch die Möbelbranche. Das hat auch Folgen für große Ketten, wie Ikea – und die Preise der Produkte dort.

Ikea
Deutschlandseit 1974
Möbelhäuser54
MitarbeiterEtwa 18.000 Angestellte in Deutschland

Ikea: Inflation trifft Möbelbranche – Preise steigen immer weiter

Ein aktueller Index des Statistischen Bundesamtes zeigt: Die Inflationsrate im Bereich Möbel und Haushaltsgeräte ist im Juni 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,6 Prozent gestiegen. Selbst im Vergleich zum Mai 2022 stieg der Wert noch um 0,9 Prozent. Unterm Strich heißt das: Möbel sind nochmal deutlich teurer geworden. Eine Entwicklung, vor der auch ein Möbelriese wie Ikea nicht gefeit ist.

Eine Ikea-Filiale von außen.
Ikea führt in Deutschland mittlerweile mehr als 50 Filialen. © Sven Simon/Imago

„Es ist nach wie vor unsere Absicht, die Preise so niedrig wie möglich zu halten. Doch auch wir sind nicht gegen die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen immun, denen sich Unternehmen, Einzelhändler und die Öffentlichkeit im Allgemeinen konfrontiert sehen“, erklärt eine Ikea-Sprecherin gegenüber 24RHEIN.

Preiserhöhungen bei Ikea? Möbelriese will „Verkaufspreise anpassen“

Die Folge: Auch Ikea musste zuletzt die Preise erhöhen und könnte künftig mit weiteren Preiserhöhungen auf die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen reagieren. „Um unsere Zukunft als Unternehmen und Arbeitgeber sicherstellen zu können, müssen wir auf die steigenden Kosten für Rohmaterialien, Energie, Transport und den erhöhten Inflationsdruck reagieren, indem wir unter anderem unsere Verkaufspreise anpassen“, erklärt die Ikea-Sprecherin.

Diese Preisanpassungen können sich laut Ikea-Angaben von Land zu Land und auch innerhalb des Sortiments unterscheiden. Das hängt davon ab, wie sich die Probleme beim Warenversand, bei der Rohstoffbeschaffung, in der Lieferkette und der Inflationsdruck entwickeln. Wirklich neu ist diese Entwicklung bei der Möbelkette nicht, denn Ikea kündigte schon Ende 2021 eine Preiserhöhung bei den Produkten an. Jedoch scheint das Ausmaß in Deutschland drastischer zu sein, als erwartet. Denn die Preise wohl sind teilweise rasant angestiegen. Wie das Unternehmen der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) mitteilte, soll dies zukünftig aber ganze viermal im Jahr passieren. Zuvor war dies nur einmal jährlich vorgekommen.

Ikea Preiserhöhung 2022: Einige Produkte teils 100 Prozent teurer als vorher

Doch wie teuer sind die Ikea-Produkte in den letzten Monaten tatsächlich geworden? Laut Recherchen der FAS liegt die Preissteigerung bei etlichen Produkten zumindest in Deutschland weit über dem angekündigten Wert. Statt neun Prozent kosten viele Möbel nun 20 bis 30 Prozent mehr. Andere haben sich gar verdoppelt.

Das anschaulichste Beispiel ist demnach wohl der Verkaufsschlager „Billy“. Das Bücherregal kostet in den Maßen 80 × 28 × 202 Zentimeter mittlerweile 55 Euro und damit vierzig Prozent mehr als noch 2021 (39 Euro). In den siebzehn Jahren davor war das Regal Billy derweil nur vier Euro teurer geworden. Die drastische Preissteigerung betrifft nur nicht das klassisch weiße Modell, sondern auch andere Farben wie Schwarz und Beige.

Ikea muss Preise erhöhen – will sie aber „so niedrig wie möglich“ halten

Ikea betont gegenüber 24RHEIN derweil, dass man die Preise weiterhin „so niedrig wie möglich“ halten wolle. Aber die gesamtwirtschaftliche Lage geht auch an dem Möbelriesen aus Schweden nicht spurlos vorüber. „Wir werden beobachten, wie sich die Kosten für Transport und Energie sowie die generelle Inflation entwickeln und weiterhin Initiativen für eine bessere Effizienz vorantreiben. Dies alles beziehen wir in unsere Überlegungen ein, wenn wir Entscheidungen zur Preisgestaltung treffen“, kündigt die Ikea-Sprecherin an. (bs/os) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 20. Juli inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Beispiele für Preiserhöhungen in Deutschland ergänzt.

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