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Kaufland, Aldi, Rewe: Russische Waren fliegen aus Regalen – was Kunden wissen müssen

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Von: Benjamin Stroka

Eine Frau steht mit einem Einkaufswagen im Supermarkt, daneben trägt eine Frau rote Einkaufstaschen mit der Aufschrift Kaufland.
Mehrere Supermärkte haben Produkte aus Russland aus dem Sortiment genommen – darunter Kaufland und Rewe. (Montage) © Rolf Poss/Imago & Michael Gstettenbauer/Imago

Boykott wegen Ukraine-Krieg: Nach Rewe, Penny und Aldi nehmen auch Kaufland und Lidl Produkte aus russischer Herkunft aus dem Sortiment zu nehmen. 

Köln – Wer gerne mal Wodka oder Kaviar aus Russland im lokalen Supermarkt kauft, muss darauf jetzt immer häufiger verzichten. Denn immer mehr Supermärkte in Deutschland reagieren auf den Krieg in der Ukraine und schmeißen Produkte russischer Herkunft aus den Regalen. Boykott gegen Russland: Nachdem Netto Nord (mit Hund) bereits Ende Februar ankündigte, russische Produkte auszulisten, sind kurz danach auch Rewe, Penny und Aldi dieser Prämisse gefolgt. Jetzt haben auch Kaufland und Lidl Konsequenzen gezogen.

Ukraine-Krieg Boykott: Kaufland und Lidl bieten keine russischen Produkte mehr an

Die zur Schwarz-Gruppe gehörenden Supermärkte Kaufland und Lidl werden keine russischen Waren mehr anbieten. Das Unternehmen teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass man den Verkauf russischer Produkte vorerst auslaufen lassen werde. Gleichzeitig betonte die Schwarz-Gruppe, dass es insgesamt nur wenige Produkte bei Kaufland und Lidl gebe, die in Russland produziert werden. „Diese werden aktuell nicht nachbestellt. Bereits im Verkauf befindliche Ware wird nicht vernichtet und die restlichen Bestände werden bis auf Weiteres abverkauft“, kündigte die Schwarz-Gruppe an.

Um welche Produkte es genau geht, teilte die Schwarz-Gruppe nicht mit. Zuvor hatten sich Kaufland und Lidl im Hinblick auf die Auslistung russischer Waren zurückgehalten. Dafür spendete die Schwarz-Gruppe Waren im Wert von zehn Millionen Euro an verschiedene Hilfsorganisationen in der Ukraine.

Rewe und Penny schmeißen russische Produkte raus – welche Lebensmittel sind von Boykott betroffen?

„Die Rewe Group wird für Rewe und Penny in Deutschland Lebensmittel, die in Russland produziert werden, auf zentraler Ebene bis auf Weiteres auslisten“, bestätigt ein Rewe-Sprecher auf 24RHEIN-Anfrage. Das betreffe für beide Supermärkte eine zweistellige Anzahl von Produkten. Der Rewe-Sprecher nennt als Beispiele Spirituosen, Kaviar oder Süßgebäck, betont aber gleichzeitig, dass russische Produkte grundsätzlich nur „eine untergeordnete Rolle im Sortiment“ von Rewe und Penny spielen würden.

Man werde also keine weiteren Artikel aus Russland beziehen, es kann aber trotzdem sein, dass in einigen Filialen noch russische Produkte im Verkauf angeboten werden. Denn: Waren, die sich bereits in Lagern oder den Märkten befinden, werden nicht vernichtet, sondern zunächst noch verkauft „oder werden im Laufe der Zeit den Tafel-Organisationen oder ähnlichen Initiativen zur dortigen Verwendung bereitgestellt“, erklärt der Rewe-Sprecher. Der Krieg in der Ukraine hat weitere Auswirkungen auf das Sortiment von Supermärkten: Sonnenblumenöl könnte knapp werden, befürchten Experten.

Ukraine-Krieg: Auch Aldi und Edeka reagieren auf russische Invasion mit Boykott

Aldi Süd gab bekannt, dass es dort bislang nur einen einzigen Artikel aus Russland im Sortiment gebe – Wodka in einer 0,7-Liter-Flasche. „Wir haben entschieden, den Artikel auf unbestimmte Zeit auszulisten“, teilte das Unternehmen mit. Damit soll ein Zeichen gesetzt werden. Auch das Schwesterunternehmen Aldi Nord verbannte Schnaps aus Russland aus den Regalen. „Unsere Gedanken sind bei allen Menschen, die unter Krieg und Gewalt leiden“, betonte Aldi Nord.

Bei anderen großen deutschen Supermärkten ist die Situation noch nicht ganz so klar. Edeka kündigte an, sein Warenangebot zu überprüfen. „Wir unterstützen alle Sanktionen, die von der EU und der Bundesregierung auf den Weg gebracht wurden und werden. Deshalb ermitteln wir bereits, ob und in welchem Umfang wir Produkte aus Russland bzw. von Unternehmen, die in Händen russischer Oligarchen sind, in unserem Sortiment führen“, hieß es von Edeka-Seite.

Das Unternehmen betonte, dass die Edeka-Zentrale, die für den nationalen Einkauf verantwortlich ist, bereits seit längerer Zeit keine aktiven Geschäftsbeziehungen zu Herstellern mit Sitz in Russland führe. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass die selbstständigen Edeka-Kaufleute, die das Sortiment in ihren Märkten eigenständig gestalten können, einzelne Artikel auf regionaler oder lokaler Ebene anbieten würden. (bs mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Unabhängig informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 14. März aktualisiert. Neuerung: Auch Kaufland und Lidl bieten keine russischen Produkte mehr an.

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