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Kritik an Unverpackt-Stationen bei Kaufland: Wie viel Müll fällt tatsächlich an?

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Von: Benjamin Stroka

Sind die Unverpackt-Stationen bei Kaufland gar nicht so verpackungsfrei, wie zunächst gedacht? Eine Kundin äußert Vorwürfe. 24RHEIN hat bei Kaufland nachgefragt.

Neckarsulm/Köln – Weniger Plastik verbrauchen, Ressourcen schonen und die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren. All das will der Supermarkt Kaufland mit der Integration sogenannter Unverpackt-Stationen schaffen. An diesen Stationen können Kunden verschiedene Lebensmittel direkt in der gewünschten Menge abfüllen. Das soll vor allem Verpackungsmüll einsparen. Laut einer Facebook-Userin hält dieses Angebot aber nicht, was es verspricht.

Kaufland: Kundin kritisiert Unverpackt-Stationen – mehr Verpackung als gedacht?

Plastikmüll und eine Kaufland Unverpackt-Station (Montage).
Wie viel Müll wird bei den Unverpackt-Stationen von Kaufland wirklich produziert? (Montage) © Christian Mang/Imago & Kaufland

Die Kundin war laut eigenen Angaben beim Kaufland in Köln-Ehrenfeld einkaufen und hatte extra einen Rucksack voller Tupperdosen dabei, die an der Unverpackt-Station befüllt werden sollten. Dort habe sie dann aber festgestellt, dass die Behälter der Unverpackt-Station „mit etlichen einzelnen Plastiktüten“ befüllt werden, „damit die Kunden den Müll nicht sehen, den ihr hinterher in die Tonne werft“, schreibt die Kundin. Ihr deutlicher Vorwurf: „Schämt Euch für diese erbärmliche Augenwischerei!“

Was ist dran an dem Vorwurf? Auf 24RHEIN-Nachfrage bestätigt Kaufland, dass die Produkte für die Unverpackt-Stationen in Verpackungen angeliefert werden. Das sei nötig, „um einen sicheren und einwandfreien Transport zu gewährleisten“, erklärt eine Sprecherin des Supermarkts. Bei den Verpackungen handle es sich aber um größere Gebinde, als bei der normal verpackten Ware. „Allerdings lässt sich Verpackungsmaterial nicht gänzlich vermeiden“, gibt Kaufland gegenüber 24RHEIN zu.

Unverpackt-Stationen bei Kaufland

Der Supermarkt Kaufland testet inzwischen in acht deutschen Städten die sogenannten Unverpackt-Stationen. Dort können Kunden Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Trockenfrüchte oder Müsli in der gewünschten Menge abfüllen. Das geht entweder in von zu Hause mitgebrachten Behältern oder in Pfandbechern (25 Cent Pfand), die Kaufland inzwischen an den Unverpackt-Stationen anbietet. Bei den Produkten handelt es sich um Bio-Lebensmittel des Lieferanten Eco Terra.

Kaufland: Unverpackt-Station – das plant jetzt der Supermarkt

Dessen sei man sich auch bewusst und arbeite bereits an Lösungen. „Wir [...] führen Verpackungsmaterialien, die in unseren Filialen anfallen, dem Recyclingprozess zu. Zudem stehen wir bereits mit unserem Lieferanten im Austausch, um zu besprechen, wie wir den Verpackungsaufwand für unsere Unverpackt-Stationen zukünftig reduzieren können“, betont die Kaufland-Sprecherin.

Ganz ohne das Anhäufen von Verpackungsmüll in einem Supermarkt einkaufen, bleibt also vorerst eher ein frommer Wunsch, als die Realität. Aber immerhin wird, laut Kaufland, durch die Unverpackt-Stationen dennoch der Verpackungsmüll reduziert, wenn auch nicht vollständig vermieden. Die Supermarktkette aus Neckarsulm testet die Unverpackt-Stationen aktuell in acht deutschen Städten. Nach Pfungstadt und Steinheim/Murr kamen in diesem Jahr auch Kaufland-Filialen in Hamburg, Berlin, München, Köln, Heidelberg und Leipzig dazu. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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