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Mere schließt Filialen in Deutschland: Steht „Russen-Aldi“ vor dem Aus?

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Von: Benjamin Stroka

Eingang in den Mere-Discounter in Leipzig.
Die Mere-Filiale in Leipzig ist eine von nur noch vier Standorten des „Russen-Aldi“ in Deutschland (Archivbild). © PicturePoint/Imago

Der russische Discounter Mere hat weitere Filialen in Deutschland geschlossen und sein Sortiment deutlich reduziert. Droht dem „Russen-Aldi“ das Aus?

Berlin – In den vergangenen Jahren standen beim russischen Discounter Mere alle Zeichen auf Expansion. 2019 eröffnete Mere seine erste deutsche Filiale in Leipzig. 100 Filialen wollte der auch als „Russen-Aldi“ bekannte Discounter hierzulande bis Ende 2021 betreiben. Mehr als neun wurden es aber nie.

Zuletzt war sogar das komplette Gegenteil der Fall: Schließungen, statt Neueröffnungen. Von den einst neun Mere-Märkten sind in Deutschland nur noch vier übriggeblieben. In den verbliebenen Filialen ist zum Teil das Sortiment stark verkleinert worden.

Mere schließt Filialen in Deutschland – wie es jetzt weitergeht

Zum Jahreswechsel wurden bereits die Filialen in Westdeutschland geschlossen. Zuletzt mussten mit Halle und Schönebeck noch zwei Filialen in Sachsen-Anhalt dicht machen. Leipzig, Zeitz, Zwickau und Hoyerswerda heißen die letzten Mere-Standorte in Deutschland. Auf 24RHEIN-Nachfrage zu den Gründen für die Schließungen, erklärt die TS Markt GmbH, die hierzulande die Mere-Discounter betreibt, die betroffenen Filialen „haben rote Zahlen geschrieben“. Die Lebensmittelzeitung nennt als mögliche Gründe aber auch Probleme mit Lieferungen aus Russland infolge des Ukraine-Kriegs und bezieht sich dabei auf „Mere-Kenner“.

Der „Russen-Aldi“ Mere

Mere ist ein Discounter, der zur russischen Unternehmensgruppe Torgservis gehört. 2019 eröffnete der „Russen-Aldi“ in Deutschland seine erste Filiale in Leipzig. Das Konzept des Supermarkts sind extreme Tiefstpreise, laut eigenem Plan teilweise 20 bis 30 Prozent unter den Discounter-Preisen von Aldi oder Lidl. Mere hat aktuell vier Märkte in Deutschland, in Leipzig, Zwickau, Zeitz und Hoyerswerda.

Droht nun also das Ende von Mere in Deutschland? Nein, betont TS Markt: „Jetzt konzentrieren wir uns auf vier verbleibenden Filialen in Leipzig, Zeitz, Zwickau und Hoyerswerda, die recht gut laufen und deren Schließung nicht geplant ist.“

Lieferprobleme: Mere muss Sortiment deutlich reduzieren

Aber auch wenn diese Mere-Filialen weiterhin geöffnet sind – viele Regale im „Russen-Aldi“ sind dort aktuell trotzdem leer. Denn Mere musste das Sortiment deutlich herunterfahren. Laut der Lebensmittelzeitung sorgten die Sanktionen gegen Russland für Probleme bei der Warenlieferung. Gegenüber 24RHEIN begründet TS Markt die Reduzierung des Sortiments mit „unangemessen hohen Preisen“, die einige Lieferanten inzwischen verlangen würden.

Anfang März sagte eine TS-Markt-Sprecherin noch gegenüber 24RHEIN, dass Mere im Falle von Lieferschwierigkeiten, „fehlende Artikel umgehend durch gleichwertige Waren europäischer Hersteller“ ersetzen wolle. Das scheint aber offenbar nicht so leicht zu funktionieren, zumindest nicht, wenn man so stark auf Tiefpreise setzt, wie Mere.

Mere: Ukraine-Krieg macht dem „Russen-Aldi“ auch in anderen Ländern Probleme

„Im Gegenteil zu diesen Lieferanten, wollen wir die Preise im Interesse unserer Kunden nicht drastisch erhöhen. Deshalb mussten wir auf solche Lieferanten verzichten“, betont TS Markt. Man sei aber auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und Alternativen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie lange das Deutschland-Kapitel von Mere noch weitergehen wird.

Denn der Discounter kämpft seit dem Ukraine-Krieg in mehreren westeuropäischen Ländern mit Problemen. Die bislang einzige Mere-Filiale in Großbritannien hatte kurz nach Kriegsausbruch geschlossen. In Frankreich wurde eine geplante Neueröffnung mit Verweis auf den russischen Angriffskrieg gestoppt. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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