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Köln: Lieferando wegen Handy-Reparatur verklagt – muss der Lieferservice bald Millionen zahlen?

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Von: Jana Wehmann

Ein Lieferando-Kurier fährt auf einem Fahrrad und hält ein Smartphone in der Hand.
Einem Lieferando-Kurier in Köln ist sein Handy heruntergefallen, nun verlangt er die Reparaturkosten (Symbolbild). © Arnulf Hettrich/IMAGO

Einem Lieferando-Kurier aus Köln ist sein Handy kaputtgegangen. Lieferando will die Reparaturkosten nicht zahlen. Nun wird das Verfahren zum Präzedenzfall.

Köln – Ein Lieferando-Kurier war mit seinem Fahrrad und seinem eigenen Handy für den Lieferservice in Köln unterwegs. Während er Essensbestellungen auslieferte, ist ihm jedoch sein Smartphone heruntergefallen – und er musste es für 139 Euro reparieren lassen. Nun sorgt der Fall für Aufsehen: Da Lieferando die Reparatur nicht zahlen möchte, zog der Kölner Kurier vor das Arbeitsgericht. Zwar geht es zunächst nur um Kosten in Höhe von 139 Euro, für Lieferando könnte es jedoch um Millionen gehen. Denn das Verfahren gilt als möglicher Präzedenzfall für ganz Deutschland.

Lieferando
BrancheEssens-Lieferservice
Hauptsitz in DeutschlandBerlin

Lieferando in Köln: Mitarbeiter zieht vor Gericht – Präzedenzfall für ganz Deutschland

Bislang ist der Lieferando-Kurier Leon auf den Reparaturkosten von 139 Euro sitzen geblieben. Denn laut dem Verein „Aktion Arbeitsunrecht“, die den Fall veröffentlichten, behaupte der Lieferservice, dass das kaputte Handy nichts mit der Arbeit zu tun habe. Dabei ist dem Fahrrad-Kurier sein Handy während der Arbeitszeit kaputtgegangen.

Die Lieferando-Riders, wie die Kuriere auch genannt werden, müssen für die Auslieferung auf ihr eigenes Smartphone zurückgreifen. Der Lieferservice, der bald auch Lebensmittel liefert, stellt seinen Mitarbeitern kein Gerät zur Verfügung – genau deshalb ist der Fall so brisant.

„Der Fall ist ein Präzedenzfall. Wenn Leon siegt, können sich alle anderen Rider in Zukunft auf das Kölner Urteil berufen“, so die Aktion Arbeitsunrecht.

Köln: Lieferando vor dem Arbeitsgericht – muss der Lieferservice bald Millionen zahlen?

Das Kölner Arbeitsgericht behandelte den Fall mit einem Streitwert von gerade einmal 139 Euro am Mittwoch, 29. September. „Das gilt als Bagatelle“, mahnt die Aktion Arbeitsunrecht an. Zu einem Schlussurteil ist es laut dem Arbeitsgericht Köln jedoch nicht gekommen.

Der Kläger sei vor Ort gewesen, Lieferando blieb jedoch fern, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Daher fasste das Gericht kein finales Urteil, sondern lediglich ein Teil-Versäumnisurteil. Laut dem Arbeitsgericht Köln wird der Beklagte verurteilt, die 139 Euro Reparatur-Kosten zu zahlen. Damit wäre Lieferando im Unrecht.

Sollte der Lieferservice keine Berufung einlegen, hätte der Kölner Präzedenzfall hohe Konsequenzen. Denn so könnten sich nicht nur weitere Lieferando-Riders auf das Verfahren beziehen und Reparaturkosten einfordern, auch wächst der Druck auf Lieferando, Diensthandys einzuführen. Nun heißt es jedoch abwarten, bis das Arbeitsgericht Köln das Schlussurteil bekannt gibt. Ob sich der Fall auf weitere Lieferservices in Deutschland auswirken könnte, ist unklar. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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