1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Shopping

Ukraine-Krieg: Was macht jetzt der „Russen-Aldi“ Mere?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Benjamin Stroka

Ein Mere-Lebensmitteldiscounter von außen.
Der russische Discounter Mere ist deutschlandweit bislang in sechs Städten vertreten (Symbolbild) © PicturePoint/Imago

Was bedeutet der Ukraine-Krieg für den russischen Discounter Mere in Deutschland? Drohen dem „Russen-Aldi“ Lieferengpässe oder gar Schließungen?

Berlin – Der Krieg in der Ukraine ist längst auch im deutschen Einzelhandel angekommen. Der Supermarkt Netto Nord hat bereits alle Produkte aus russischer Herstellung aus seinem Sortiment genommen. „Wir als Unternehmensgruppe wollen [...] im Rahmen unserer Möglichkeiten dabei unterstützen, den wirtschaftlichen Druck auf Russland so hoch wie möglich zu halten“, teilte Netto Nord mit. Es folgten Rewe, Penny und Aldi-Süd, die ebenfalls die Auslistung von Waren aus Russland bestätigt haben. Auch Edeka prüfe aktuell mögliche Schritte.

„Russen-Aldi“: Bleibt Supermarkt Mere trotz Ukraine-Krieg geöffnet?

In Deutschland gibt es mittlerweile aber auch sechs Mere-Supermärkte. Mere ist ein großer russischer Discounter, der zur Unternehmensgruppe Torgservis gehört und 2019 seine erste deutsche Filiale in Leipzig eröffnete. Hierzulande wird der Supermarkt aufgrund seiner Herkunft häufig auch als „Russen-Aldi“ bezeichnet, in Frankreich beispielsweise als „le lidl russe“ (dt.: der russische Lidl). Aber welche Auswirkungen hat der Ukraine-Konflikt und die damit einhergehenden Sanktionen gegen Russland für Mere? Drohen nun sogar Lieferengpässe oder gar Schließungen?

Die TS-Markt GmbH, die Firma, die die Mere-Discounter in Deutschland betreibt, gibt Entwarnung. „Alle Mere Filialen sind wie gewohnt und ohne Einschränkungen geöffnet“, sagt eine Sprecherin auf 24RHEIN-Nachfrage. Auch bei den Lieferwegen gebe es aktuell noch keine Probleme. Denn: Anders als man vermuten würde, bezieht Mere den Großteil seiner Produkte gar nicht aus Russland. Nur ein kleiner Teil des Sortiments bestehe aus Waren aus Russland, betont die Sprecherin. Zudem sei man im Falle von Lieferschwierigkeiten bereit, „fehlende Artikel umgehend durch gleichwertige Waren europäischer Hersteller zu ersetzen“.

Ukraine-Krieg: Stoppt der Konflikt die Expansionspläne von Mere?

Zu Lieferengpässen komme es daher nicht. Die Ware komme weiterhin rechtzeitig und ohne Verzögerung an. „Wie sich die Situation in Zukunft entwickelt, ist leider nicht vorhersehbar. Wir tun und werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um ein stabiles und vielfältiges Sortiment in unseren Filialen aufrechtzuerhalten“, verspricht die TS-Markt-Sprecherin.

Bislang hat Mere in Deutschland sechs Filialen eröffnet. Den „Russen-Aldi“ findet man bislang in Schönebeck (Elbe), Leipzig, Zwickau, Halle (Saale), Homburg und Berlin. Mere ist eigentlich europaweit auf Expansionskurs, kündigte im Juni 2021 unter anderem neue Filialen in Spanien, Großbritannien und auch Deutschland an. Doch die Pläne des „Russen-Aldi“ gerieten noch im vergangenen Jahr gehörig ins Stocken. Könnte sich auch der Ukraine-Krieg auf die weitere Expansion von Mere auswirken? Dazu gibt das Unternehmen keine klare Antwort. „Wir machen keine voreiligen Vorhersagen und beobachten weiterhin die Situation“, erklärt die Sprecherin. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant