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Ukraine-Krieg sorgt europaweit für Probleme beim „Russen-Aldi“

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Von: Benjamin Stroka

Eingang einer Mere-Filiale in Deutschland.
Der Discounter Mere hat in Deutschland bislang sechs Filialen. © STAR-MEDIA/Imago

Der Ukraine-Krieg hat auch Folgen für den russischen Supermarkt Mere. Der „Russen-Aldi“ zieht sich aus mehreren europäischen Ländern zurück.

Preston/Berlin – Der russische Discounter Mere spürt in mehreren europäischen Ländern die Folgen des Kriegs in der Ukraine. In Großbritannien soll die bislang einzige Filiale in den nächsten Tagen wieder schließen. In Frankreich wurde eine geplante Neueröffnung mit Verweis auf den Ukraine-Krieg gestoppt.

MereDiscounter
Gründung:2009

Mere: „Russen-Aldi“ in England schließt wegen Ukraine-Krieg

Hunderte Märkte mit Tiefstpreisen in ganz Europa – die Expansionspläne des russischen Discounters Mere klangen im Frühjahr 2021 noch extrem ambitioniert. Doch die Expansion des in Deutschland auch als „Russen-Aldi“ bekannten Supermarkts geriet bereits vor einigen Monaten gehörig ins Stocken. Jetzt gibt es weitere Rückschläge auf dem europäischen Markt.

In Großbritannien stand bislang erst ein einziger Mere-Supermarkt – in Preston in England. Aufgrund der „politischen Situation“ nach der russischen Invasion in der Ukraine und der damit einhergehenden Probleme, Geschäfte in Großbritannien zu tätigen, soll dieser Markt nun in den nächsten Tagen geschlossen werden. Die englische Zeitung The Guardian berichtet, dass Mere in England seine Mitarbeiter und Lieferanten über den Schritt informiert habe. Auch die Pläne zur Eröffnung weiterer Filialen wurden erst mal gestrichen.

Discounter Mere: Ukraine-Krieg stoppt Eröffnung von erster Filiale in Frankreich

Direkte Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg auch auf die Mere-Pläne in Frankreich. Dort sollte in Thionville eigentlich bald der erste Mere-Supermarkt öffnen. Doch das wurde nun vom Bürgermeister von Thionville, Pierry Cuny, selbst gestoppt. „Angesichts der dramatischen Ereignisse, die sich in der Ukraine seit Beginn der Militäroperationen Russlands ereignet haben, habe ich mich entschieden, mich gegen die Niederlassung des russischen Harddiscounters Mere in Thionville auszusprechen“, twitterte Cuny in der vergangenen Woche.

Wie das Portal Retail Detail mitteiltberichtet, gibt es, unabhängig vom Krieg in der Ukraine, auch Probleme bei Mere in Spanien und Belgien. Alle acht Filialen in Spanien sollen demnach weniger als ein Jahr nach ihrer Eröffnung wieder schließen. In Belgien soll es Probleme geben, Lieferanten zu finden, die die von Mere ausgerufenen Tiefstpreise mittragen können.

Der „Russen-Aldi“ Mere

Mere ist ein Discounter, der zur russischen Unternehmensgruppe Torgservis gehört. 2019 eröffnete der „Russen-Aldi“ in Deutschland seine erste Filiale in Leipzig. Das Konzept des Supermarkts sind extreme Tiefstpreise, laut eigenem Plan teilweise 20 bis 30 Prozent unter den Discounter-Preisen von Aldi oder Lidl. Mere hat aktuell sechs Märkte in Deutschland, in Leipzig, Halle, Zwickau, Zeitz, Hoyerswerda und Schönebeck. „Unsere Präsenz in Sachsen und Sachsen-Anhalt halten wir für wichtig. Daher konzentrieren wir uns auf die Geschäftsentwicklung und den Aufbau starker langfristiger Beziehungen zu unseren Kunden in diesen Bundesländern“, erklärt eine Sprecherin gegenüber 24RHEIN.

Mere: Ukraine-Krieg bislang ohne Einfluss auf „Russen-Aldi“ in Deutschland

In Deutschland hat die TS-Markt GmbH, die Firma, die die Mere-Discounter hierzulande betreibt, in der vergangenen Woche auf 24RHEIN-Nachfrage Entwarnung gegeben. „Alle Mere Filialen sind wie gewohnt und ohne Einschränkungen geöffnet“, sagte eine Sprecherin.

Das scheint sich auch weiterhin nicht geändert zu haben. „Momentan bleibt die Lage bei uns ruhig“, erklärt TS-Markt auf eine erneute 24RHEIN-Anfrage. Die Mere-Filiale in Halle (Saale) sei zwar in der vergangenen Woche geschlossen gewesen, das hatte allerdings technische Gründe. Der Standort musste wegen „Schwierigkeiten mit der Kassensoftware geschlossen“ werden. Ab Montag (7. März) habe Mere in Halle wieder geöffnet.

In den vergangenen Tagen haben russische Mitbürger und Unternehmen mit Russland-Bezug in Deutschland mehrfach mit Anfeindungen zu kämpfen gehabt. Mere wurde davon bislang verschont. „Wir erhalten viel Unterstützung und Verständnis von unseren Kunden. Bis heute sind wir nicht auf Anfeindungen gestoßen. Natürlich hoffen wir, dass dies auch weiterhin so bleibt“, so die Sprecherin. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Unabhängig informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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