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Ukraine-Krieg: Supermarkt schmeißt russische Waren aus dem Sortiment

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Von: Benjamin Stroka

Eine Frau wählt an der Kühltheke eines Supermarkts Lebensmittel aus, daneben ist das Logo von Netto zu sehen. (Montage)
Netto verkauft keine Produkte aus russischer Herstellung mehr (Montage). © Martin Wagner/Imago & Rolf Kremming/Imago

Reaktion auf Ukraine-Krieg: Die Supermarktkette Netto (mit Hund) hat alle Produkte aus russischer Herstellung aus den Regalen genommen. Zudem wurden Hilfsaktionen gestartet.

Stavenhagen – Während einige Supermärkte in Deutschland, darunter Aldi Nord und Edeka, bislang vor allem mit Statements in den sozialen Medien Stellung zum russischen Angriff in der Ukraine bezogen haben, zieht nun der erste Lebensmittel-Einzelhändler aktiv Konsequenzen. Die Supermarktkette Netto (mit Hund) hat angekündigt, alle Produkte, die in Russland hergestellt werden, aus ihren Regalen zu nehmen. Das gab Netto Nord in einer langen Stellungnahme bei LinkedIn bekannt. Auch andere Supermärkte wie Rewe, Aldi und Penny nehmen russische Produkte aus dem Sortiment.

Ukraine-Krieg: Netto mit Hund verkauft keine Produkte aus russischer Herstellung

„Der durch nichts gerechtfertigte Angriff auf die Ukraine hat im ersten Moment viele von uns einfach nur sprachlos gemacht. Der Krieg hat Europa unerwartet und mit voller Wucht getroffen“, heißt es in dem Statement. „Die russische Invasion der Ukraine hat bereits zu viele Menschenleben gekostet und Familien unverschuldet aus ihren Häusern vertrieben und zu Flüchtlingen aus und in ihrem eigenen Land gemacht.“ Die Situation erfordere „Handlungsbedarf“ heißt es weiter.

Daher habe sich die „Sailing Group“, eine dänische Handelsgruppe, die neben weiteren Supermärkten auch Netto Nord betreibt, dazu entschlossen, alle Produkte aus russischer Herstellung aus dem Sortiment zu nehmen. „Wir als Unternehmensgruppe wollen [...] im Rahmen unserer Möglichkeiten dabei unterstützen, den wirtschaftlichen Druck auf Russland so hoch wie möglich zu halten“, begründet Netto Nord, bzw. die Sailing Group. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. „Die Situation ist inakzeptabel, und das ist etwas Konkretes, was wir tun können“, ergänze der CEO von Netto Deutschland, Ingo Panknin, in einem weiteren Post auf LinkedIn.

Ukraine-Krieg: Netto Nord nimmt russische Produkte aus dem Regal – was ist betroffen?

Wie eine Sprecherin am Montag ergänzte, betreffe diese Entscheidung bei Netto Nord rund 15 Artikel. Darunter befinden sich Süßwaren, Fertiggerichte und auch Spirituosen wie Wodka.

Krieg in der Ukraine: Netto Nord und Sailing Group starten weitere Hilfsaktionen

Unterschied bei Supermarkt: Netto mit oder ohne Hund

In Deutschland gibt es zwei verschiedene, voneinander unabhängige, Discounter-Anbieter mit dem Namen „Netto“. Da sich beide Unternehmen neben dem Namen auch die Farbe Gelb teilen, lassen sie sich am Logo unterscheiden. So ist beim aus Dänemark stammenden Unternehmen „Netto ApS & Co. KG“ ein Hund im Logo, der einen Einkaufskorb trägt, das signifikante Unterscheidungsmerkmal. Während Netto mit Hund zurzeit nur Märkte im Norden sowie Osten des Landes besitzt, ist Netto ohne Hund in ganz Deutschland tätig und gehört zur Edeka-Gruppe. Der Netto-Schriftzug ist dort außerdem rot umrandet.

Gleichzeitig habe die Sailing Group aber noch weitere Aktionen gestartet. So habe Netto Polska gemeinsam mit einem polnischen Ableger der Caritas „Decken, Handtücher, Bettdecken, Körperpflegeprodukte und langlebige Lebensmittel gespendet“. Die Sailing Group habe zudem bereits Geld- und Sachspenden über die Dänische Kirchenhilfe gespendet. Auch alle Kunden haben ab dieser Woche die Möglichkeit, direkt an der Kasse von Sailing-Group-Märkten für Betroffene des Ukraine-Krieges zu spenden. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 1. März, 12:40 Uhr aktualisiert. Neuerung: Details zu den betroffenen Artikeln ergänzt.

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