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Schließung von Galeria-Filialen: Was bereits bekannt ist – und was nicht

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Von: Oliver Schmitz

Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof muss erneut Filialen schließen. Welche betroffen sind und für welche es noch Hoffnungen gibt im Überblick.

Köln – Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof steht erneut vor der finanziellen Pleite. Am 31. Oktober 2022 wurde deshalb das zweite Schutzschirmverfahren innerhalb von nicht mal drei Jahren beantragt. Um Schlimmeres abzuwenden, muss das Unternehmen erneut dutzende Standorte schließen. Unternehmenschef Miguel Müllenbach kündigte an, dass das Filialnetz von 131 Kaufhäusern „um mindestens ein Drittel reduziert werden“ müsse, doch womöglich könnte es sogar bis zu 60 Galeria-Warenhäuser treffen. Auch mehrere Filialen aus Nordrhein-Westfalen sind unter den Schließungs-Kandidaten.

Galeria Karstadt Kaufhof: Wann stehen die Schließungen fest?

Restrukturierungsexperte Arndt Geiwitz hatte ursprünglich angekündigt, dass im Januar 2023 feststehen soll, welche Galeria-Standorte schließen könnten. Auch ein Galeria-Sprecher bestätigte dies Mitte Januar 2023. Doch am 18. Januar wurde bekannt, dass die offizielle Bekanntmachung nochmal deutlich nach hinten verschoben wird. Geiwitz und sein Co-Sanierer Patrick Wahren wollen nun erst im März 2023 öffentlich darüber informieren, welche Galeria-Standorte bald schließen müssen.

Aktuell laufen Gespräche zwischen Galeria Karstadt Kaufhof und den Vermietern der Warenhaus-Standorte. Neben der Höhe der Miete gehe es dabei auch um weitere Fragen wie zum Beispiel eine mögliche Verkleinerung der Mietfläche, energetische Sanierungen oder Modernisierungs- und Baumaßnahmen. Ob ein Standort erhalten bleiben könne, werde auch stark von diesen Gesprächen abhängig sein, sagte ein Unternehmens-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Übernahmen von Galeria-Filalen möglich – Gespräche mit Interessenten laufen

Auch einige Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof, die von einer Schließung bedroht sind, können noch auf eine Zukunft hoffen. Denn laut der Warenhauskette haben „mehrere Bieter Interesse an der Übernahme von Filialen geäußert“. Dazu gehört unter anderem die Mode-Kette Aachener, die sich wohl „eine größere Anzahl“ von Galeria-Standorten einverleiben will. Ein Vorteil von Übernahmen wäre auch eine mögliche „nahtlose Weiterbeschäftigung“ für Mitarbeitende, erklärt ein Galeria-Sprecher. Lange war auch eine mögliche Übernahme von 47 Galeria-Filialen durch Buero.de im Gespräch, jedoch scheiterten die Verhandlungen

Noch vor Weihnachten hatte Galeria gegenüber der dpa erklärt, Angebote von weiteren Interessenten erhalten zu haben. Neben Aachener ist aber unklar, um wen es sich dabei handelt. Berücksichtigt werden könnten bei dem Verkaufsprozess nur Angebote, die entsprechend dem für alle Interessenten definierten Zeitplan eingehen und „ein belastbares Konzept zur Fortführung der Häuser sowie die notwendige Finanzierungsbestätigung umfassen“, betonte ein Galeria-Sprecher Ende Dezember 2022.

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Welche NRW-Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof könnten schließen?

Galeria Karstadt Kaufhof: Firmenlogos auf Glas, Eingangstür mit Gitter geschlossen Dortmund NRW Deutschland.
Galeria Karstadt Kaufhof hat insgesamt noch 131 Filialen in Deutschland, aber etliche sollen schließen. © snowfieldphotography/Imago

Insgesamt 31 Filialen in 25 Städten hat Galeria Karstadt Kaufhof aktuell in NRW. Noch bis 2020 waren es einige mehr gewesen, doch im Zuge des ersten Schutzschirmverfahrens hatte die Kaufhauskette bereits einige Standorte in NRW-Städten wie Düsseldorf, Dortmund oder Essen geschlossen. Nun könnten weitere hinzukommen. Sicher ist das bereits bei der Kölner Karstadt-Filiale in der Breite Straße. Dort hatte der Eigentümer einen Abriss und Neubau angekündigt, jedoch ohne Galeria-Beteiligung.

Welche weiteren Standorte von Galeria Karstadt Kaufhof – ob in NRW oder anderen Bundesländern – ansonsten noch schließen werden, ist nach Unternehmensangaben aktuell noch nicht final entschieden. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, droht aber konkret 21 Galeria-Filialen in NRW das endgültige Aus. Diese decken sich teilweise mit anderen Medienberichten. So gelten unter anderem die Galeria-Filialen in Düsseldorf (Schadowstraße), Essen (Limbecker Platz), Neuss, Leverkusen und Bielefeld wahrscheinlichste Kandidaten für eine Schließung. Sie hatten 2020 bereits auf der Liste der zu schließenden Standorte gestanden, wurden aber in letzter Sekunde durch Mietminderung gerettet.

Galeria Karstadt Kaufhof-Schließungen in NRW: Welche Filialen könnten noch bleiben?

Bei einigen anderen NRW-Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof ist eine Schließung generell eher unwahrscheinlich. Allen voran die beiden Kaufhof-Standorte in Köln und Düsseldorf, die laut Handelsblatt „unantastbar“ seien, „weil sie den Kern des Unternehmens bilden und den meisten Umsatz bringen“.

Auch wohl eher nicht von einer Schließung betroffen, sind die Filialen in Oberhausen, Kleve sowie die Filiale in Euskirchen. Diese wurden alle vor kurzem renoviert und auf das „Galeria 2.0“-Konzept umgestellt. Der Galeria-Standort in Euskirchen ist erst seit April 2022 wieder geöffnet. Jedoch berichtet die SZ davon, dass die Standorte in Kleve, Euskirchen und Dortmund als Wackelkandidaten gelten.

Galeria Karstadt Kaufhof: Alle aktuellen NRW-Filialen im Überblick – Liste

Galeria Karstadt Kaufhof: Filial-Übernahmen durch Buero.de gescheitert – „frustrierend“

Für etliche Standorte der Warenhauskette bestand bis vor kurzem noch konkrete Hoffnung, denn Buero.de wollte 47 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof übernehmen. Doch daraus wird nun wohl nichts. „Buero.de nimmt von der Absicht Abstand, 47 Filialen der insolventen Galeria Karstadt Kaufhof GmbH zu übernehmen. Dies entschieden die Gremien nach mehrstündigen, auf zwei Tage verteilten a. o. Sitzungen am 22.12.2022“, teilte das Unternehmen am 22. Dezember 2023 mit. „Die Gerüchte über viel weitergehende Schließungen und die in diesem Zusammenhang in den letzten Tagen für uns deutlich gewordene Konfliktlage führen zu veränderten Rahmenbedingungen, die für uns nicht akzeptabel sind“, sagte Buero.de-Chef Markus Schön.

Der plötzliche Sinneswandel bei Buero.de sorgt derweil für Enttäuschung beim Betriebsrat von Galeria Karstadt Kaufhof. „Es wäre eine Chance gewesen“, sagte der Galeria-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl der Deutschen Presse-Agentur am 23. Dezember 2022. „Es ist ein bisschen frustrierend, dass so schnell das Handtuch geschmissen wurde.“ Die ersten Gespräche seien konstruktiv gewesen.

Schließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof: Das hatte Markus Schön von Buero.de geplant

Für den Fall, dass Buero.de einige Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof übernehmen würde, waren bereits konkrete Pläne vorgestellt worden. Die entsprechenden Standorte sollten unter neuem Namen weitergeführt werden. Demnach hätten die bisherigen Galeria Kartstadt Kaufhof-Warenhäuser zukünftig „Schön hier“ heißen sollen. Entsprechende Markenrechte und Internet-Domains wurden bereits gesichert, sagt Unternehmenschef Markus Schön. Auch das potenzielle Logo der neuen „Schön hier“-Geschäfte wurde bereits präsentiert.

Die komplette Gestaltung und teilweise auch das Konzept der Galeria-Kaufhäuser sollte sich ändern. Das digitale Angebot würde eine größere Rolle spielen. Demnach würde nicht jede Größe vorrätig sein, könne bei Bedarf am nächsten Tag dem Kunden nach Hause geliefert werden. Um ein „Gefühl der Heimat und des Zuhauses vermitteln“, würden zudem auch regionale Produkte angeboten werden.

Jetzt wo die Übernahme gescheitert ist, will Buero.de seine Pläne unabhängig von Galeria Karstadt Kaufhof in die Tat umsetzen. Dementsprechend werden die nach der Schließungswelle verbliebenen Fililalen zukünftig auch noch Konkurrenz von „Schön hier“ erhalten. (os mit dpa/AFP) Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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