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Orsay droht die Insolvenz – rund 200 Filialen in Deutschland betroffen

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Von: Oliver Schmitz

Eine Orsay-Filiale Schadowstraße, Düsseldorf
Das deutsche Modeunternehmen Orsay könnte bald zahlungsunfähig sein. (Symbolbild) © Michael Gstettenbauer/imago

Finanz-Probleme beim nächsten Modeunternehmen: Orsay droht Anfang 2022 die Zahlungsunfähigkeit. Neben Corona gibt es vor allem einen weiteren Grund.

Willstätt – Die ganze Modebranche leidet stark unter den Folgen der Corona-Pandemie. Immer mehr Unternehmen wie Galeria Karstadt Kaufhof oder C&A haben sogar mit Schließungen zu kämpfen. Nun hat es auch die Modekette Orsay erwischt. Das Unternehmen, das sich vor allem an junge Frauen richtet, befindet sich seit vergangener Woche in einem Schutzschirmverfahren. Denn für das kommende 1. Quartal 2022 droht die Insolvenz. Welche Gründe dazu geführt haben und was das für die Modekette bedeutet.

Orsay Deutschland
BrancheTextilhandel
SitzWillstätt, Deutschland
Gründung1975
Filialenca. 200
Mitarbeiterzahlca. 1200
CEOSascha Bopp

Orsay startet Schutzschirmverfahren: Finanzhilfen reichen nicht

Der „Black Friday“ am 26. November war bei der Mode-Kette Orsay wohl kein Tag der Freude. Denn das Unternehmen aus Baden-Württemberg hat ausgerechnet an dem beliebten Shopping-Tag ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Offenburg eingereicht, wie CEO Sascha Bopp gegenüber der Textilwirtschaft bestätigte. Hintergrund ist eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Im schlimmsten Fall könnte also eine Insolvenz folgen. Erst im Sommer hatte Orsay rund 33 Millionen Euro Finanzhilfen vom Staat bekommen. Doch die reichten wohl nicht aus.

Die Mitarbeiter in den deutschen Filialen und der Zentrale in Willstätt wurden bereits über den Schritt des Schutzschirmverfahrens informiert. Der Hauptgrund sind Folgen durch die Maßnahmen der Corona-Pandemie. Lockdown und Bundesnotbremse haben zu erheblichen Einbußen geführt. Darüber hinaus seien zuletzt noch Preissteigerungen für Logistik und Material hinzugekommen.

Insolvenz-Gefahr bei Orsay: Deutsche Filialen betroffen

Von dem Schutzschirmverfahren sind alle deutschen Filialen von Orsay betroffen. Das Unternehmen hat nun drei Monate Zeit einen Sanierungsplan für diese zu erarbeiten. Dabei möchte die Mode-Kette die Erfahrungen von Pimkie nutzen, welches ebenfalls zur französischen Muilliez-Gruppe gehört. Das Schwesterunternehmen durchlief vor einigen Monaten denselben Schritt, wobei jedoch die Hälfte der Filialen geschlossen wurden. Ob auch Schließungen und somit Entlassungen bei Orsay drohen, ist jedoch unklar.

„Wir sind überzeugt, dass das Schutzschirmverfahren uns in die Lage versetzt, die unvorhersehbaren Folgen der Corona-Pandemie zu meistern und das Unternehmen für die Zukunft zu stärken“, zeigte sich Orsay-CEO Sascha Bopp gegenüber der Textilwirtschaft optimistisch. Demnach hätten bereits mehrere Lieferanten dem Unternehmen Unterstützung signalisiert.

Orsay Filialen: Wo hat die Modekette Standorte?

Orsay hat insgesamt 670 Filialen in 33 Ländern. Davon alleine rund 200 in Deutschland, in denen etwa 1200 Angestellte arbeiten und rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes einbringen. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es etliche Standorte, wie zum Beispiel in Köln und Düsseldorf:

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