1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Shopping

Otto löst Shitstorm aus: „Wir gendern. Und du musst nicht bei uns bestellen“

Erstellt:

Von: Jana Wehmann

Das Logo von Otto.
Das Versandhaus Otto erntet wegen der Gender-Sprache viel Kritik (Symbolbild). © Kay Nietfeld/dpa

Otto gendert auf Twitter und bekommt dafür einiges an Kritik. Neben Hass-Kommentaren wird sogar zum Boykott aufgerufen.

Köln/Hamburg – Das Versandhaus Otto nutzt die sozialen Medien für eigene Werbung, aber auch für direkte Einblicke in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter. „Immer mehr Kolleg*innen arbeiten wieder im Büro – aber eben nicht alle. Hybride Zusammenarbeit wird unausweichlich“, schreibt Otto auf Twitter und trifft einen wunden Punkt. Doch wer glaubt, es geht um die Arbeitsform, liegt falsch. Das Problem: Das Unternehmen Otto gendert – und löst damit einen Shitstorm aus.

Otto Group
BrancheEinzel- und Versandhandel
Gründung1949
SitzHamburg

Gender-Debatte: Otto löst Shitstorm und Boykott auf Twitter aus

Mit dem Tweet hatte das Unternehmen Otto eine ganz andere Intention: „Sebastian, aus unserem FutureWork-Team, spricht über Herausforderungen und die drei goldenen Regeln der hybriden Zusammenarbeit“, schreibt das Versandhaus. Während Otto lediglich Einblicke geben wollte, fokussieren sich viele Twitter-Nutzer lediglich auf die Gender-Sprache.

„Wer gendert, kriegt keine Bestellung. So einfach ist das und Amazon freut sich“, heißt es direkt unter dem Tweet. Das Hamburger Unternehmen möchte diese Aussage so nicht stehen lassen und setzt sich weiter für das Gendern ein. „Stimmt, so einfach ist das: Wir gendern. Und du musst nicht bei uns bestellen“, kontert Otto.

Boykott-Aufruf gegen Otto: Gender-Sprache löst Shitstorm auf Twitter aus

Damit startet der Shitstorm um das Versandhaus und weitere Kommentare gegen die Gender-Sprache sowie Otto folgen – bis hin zu zahlreichen Boykottaufrufen. „Ich hab früher gerne bei euch bestellt. Aber solange ihr lieber weiter woke seid und meint, ihr müsstet den Genderunsinn mitmachen, bestelle ich bei euch kein einziges Produkt mehr“ oder „Ups, der nächste Handelspartner, der geblockt werden möchte“, twittern mehrere Menschen.

Während Otto viele Hass-Kommentare sowie weitere Boykott-Aufrufe erntet, gibt es jedoch auch einige Twitter-Nutzer, die sich hinter das Versandhaus stellen. „Schon witzig, wie sich die Nicht-Angesprochenen echauffieren. Weiter so, @otto_de, ihr macht das klasse“, heißt es. Ein weiterer Tweet lautet: „Finde es großartig, dass Ihr zum Thema ‚Gendern‘ eine klare Position bezieht und Farbe bekennt. Damit ist Otto ganz in meinem Ansehen gestiegen und hat mich soeben als Neukunden gewonnen.“

Otto erntet nach Gendern Kritik: Twitter-Nutzer boykottieren Versandhaus

Ganz gleich, ob die Menschen nun für oder gegen die Gender-Sprache sind, der Tweet von Otto hat zahlreiche Menschen erreicht. Über 600 „Gefällt mir“-Angaben und 300 „Likes“ hat der Tweet des Versandhauses (Stand 4. November) bereits. Zum Vergleich: Andere Otto-Tweets erreichen teilweise etwa 50-60 „Likes“.

Neben Otto setzt auch die Stadt Köln auf eine gendersensible Ansprache. Zwar nutzt die Lufthansa kein Gender-Sternchen, allerdings verzichtet die Airline auf die bekannte „Damen und Herren“-Begrüßung. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant