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Online-Supermarkt Picnic testet Pfand für Plastiktüten – was ändert sich für die Kunden?

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Von: Jana Wehmann

Ein Mann trägt mehrere Plastiktüten.
Der Lieferservice Picnic liefert Bestellungen in Plastiktüten aus (Symbolbild). © Eibner/IMAGO

Der Online-Supermarkt Picnic prüft die Einführung eines Pfand-Systems für Plastikbeutel, in denen die bestellte Ware ausgeliefert wird. In den Niederlanden kommt das Konzept bereits zum Einsatz.

Düsseldorf – Jeder Lebensmittel-Lieferservice hat sein eigenes Spezialgebiet. Die Express-Lieferdienste Flink und Gorillas punkten durch ihre Schnelligkeit, denn sie sind innerhalb von zehn Minuten beim Kunden. Rewe und Picnic, der kürzlich sein Liefergebiet in Düsseldorf ausgeweitet hat, wollen den klassischen Wocheneinkauf übernehmen. Zudem setzt Picnic einen großen Fokus auf Nachhaltigkeit, weswegen die Lebensmittel ausschließlich über Elektro-Vans über eine intelligente Route ausgeliefert werden.

Nun plant der Online-Supermarkt Picnic weitere Ressourcen zu sparen und prüft ein Pfand-System für die Plastikbeutel bei der Lebensmittel-Auslieferung. In den Niederlanden testet der Lieferdienst das System bereits erfolgreich und erwägt nun die Einführung in Deutschland.

Pfand für Plastiktüten: Kunden zahlen für Beutel, bekommen das Geld von Picnic aber wieder

Bestellungen werden vom Online-Supermarkt Picnic in Plastikbeuteln zum Kunden gebracht. Damit die Kunststoffbeutel jedoch nicht im Müll landen, sammelt der Lieferservice die Tüten bei jeder Lieferung wieder ein – allerdings ohne Pfand. „Die Recyclingquote liegt bei uns aktuell bei über 80 Prozent. Ein Pfand könnte die Quote eventuell noch weiter erhöhen“, sagt Chantal Geist von Picnic auf 24RHEIN-Anfrage.

In den Niederlanden wird das Konzept „Pfand plus Wiederverwendung“ bereits getestet. Dort zahlen die Kunden bei jeder Lieferung 35 Cent Pfand für eine Tüte. „Das Geld wird bei der Rücknahme der Tüten einfach erstattet“, erklärt Geist das Konzept. Die Kunden zahlen zwar kurzzeitig für den Beutel, bekommen das Geld aber wieder – und Picnic dafür die Plastikbeutel.

Dadurch rechnet der Online-Supermarkt damit, mehr Kunststoffbeutel zurückzubekommen und kann so eine höhere Anzahl wieder verwenden. „Das Konzept ‚Pfand plus Wiederverwendung‘ ist besser für das Portemonnaie, aber auch für die Umwelt“, erklärt Geist auf 24RHEIN-Nachfrage.

Keine Papiertüten: Online-Supermarkt Picnic bleibt bei Plastikbeuteln

Konkurrent Rewe nutzt bei der Auslieferung Papiertüten, die zwar wieder abgegeben werden können, allerdings von Rewe aus hygienischen Gründen entsorgt werden. Umweltfreundlichere Alternativen habe auch der Online-Supermarkt Picnic bereits überprüft: „Im Vergleich zu unseren dünnen leichten Tüten, benötigt Papier vier- bis fünfmal mehr Ressourcen in der Herstellung und ist nicht stabil genug wiederverwendet zu werden“, so Geist.

„Baumwolltaschen müssten im Vergleich über 150-mal verwendet werden, was allein aus Hygienegründen nicht umsetzbar ist – ähnliches gilt für Jutetaschen“, ergänzt Geist. Auch Pfandkisten seien vor allem aus Kundensicht nicht gewünscht, daher bleibe Picnic bei den Plastikbeuteln.

„Unabhängig vom Material, ist aus unserer Sicht das Entscheidende, dass möglichst wenig neue Ressourcen verwendet werden. Daher können die Kunden uns bei jeder Lieferung Tüten, Flaschenpfand oder auch leere Batterien mitgeben“, sagt Geist. Wann das Pfand-System in Deutschland getestet werde, bleibt abzuwarten. (jaw)

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