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Supermarkt: Aus für alle Plastiktüten? Obstbeutel könnten verschwinden

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Von: Jana Wehmann

Eine Frau legt eine Banane in einen dünnen Plastikbeutel.
Die Deutsche Umwelthilfe fordert das Verbot von dünnen Plastikbeuteln für Obst und Gemüse (Symbolbild). © Marcel Kusch/dpa

Ein Verbot von dünnen Plastikbeuteln für Obst und Gemüse fordert die Deutsche Umwelthilfe. Einige Plastiktüten sind seit 2022 im Supermarkt verboten.

Köln/Radolfzell – Wer im Supermarkt Obst und Gemüse einkauft, greift oft nach den dünnen Plastikbeuteln. Die sogenannten „Hemdchenbeutel“ sind auch in 2022 weiterhin erlaubt. Denn dickere Plastiktüten sind im Supermarkt inzwischen verboten. Ein Verbot, für das sich die Deutsche Umwelthilfe jahrelang eingesetzt hat. Nun fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auch die Abschaffung der dünnen Obst- und Gemüse-Beutel.

Änderungen 2022 Verpackungsgesetz: Plastiktüten im Supermarkt verboten

Mit dem Jahreswechsel wurden zahlreiche Änderungen umgesetzt. Mit dabei: Änderungen des Verpackungsgesetzes. Neben der Erweiterung der Pfand-Pflicht sieht das Gesetz auch das Verbot von Plastiktüten im Supermarkt vor. Das heißt: Seit dem 1. Januar 2022 dürfen Händler keine dünnen Plastikbeutel mehr ausgeben. Verboten sind damit Kunststofftüten mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometer.

Erlaubt sind jedoch weiterhin dünne Plastikbeutel mit weniger als 15 Mikrometern Wandstärke. „Ein fataler Fehler“, so die DUH. Denn die dünnen Tüten werden meist kostenfrei zum Einpacken von Obst und Gemüse ausgegeben – und dementsprechend oft genutzt. Pro Jahr werden nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe allein in Deutschland rund 3,2 Milliarden Stück verwendet.

„Einwegtüten stehen wie kaum ein anderes Produkt für sinnlose Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung. Deutschland hat dringenden Nachholbedarf, wenn es darum geht, Einweg-Plastiktüten zu vermeiden“, sagt Barbara Metz, stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin.

Plastikbeutel im Supermarkt: Kommt ein Verbot von Plastiktüten für Obst und Gemüse?

Daher betont die DUH ganz klar: „Nur ein Verbot und die konsequente Förderung von alternativen Mehrwegnetzen und -beuteln sorgen dafür, dass das von der Bundesregierung selbst formulierte Ziel der Abfallvermeidung auch erreicht wird.“

Zwar wurde in Deutschland mit der Abschaffung von Einweg-Plastiktüten bereits ein wichtiger „Schritt zum Schutz von Ressourcen und Umwelt“ erreicht, allerdings seien bereits in 61 Ländern auch die dünnen Plastiktüten verboten. „Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen und auch den milliardenfachen Verbrauch kleinformatiger Plastiktüten für Bedienware durch ein Verbot verhindern“, so Metz weiter.

Verbot von Plastiktüten: Stoff-Beutel als Alternative

Als Alternative zu den Plastiktüten für Obst und Gemüse empfiehlt die Deutsche Umwelthilfe auf Mehrwegtaschen und -Netze auszuweichen. Viele Supermärkte und Discounter bieten bereits Stoffbeutel, die wiederverwendet werden können, an. Auch Papiertüten seien eine Alternative, jedoch „auch deren Herstellung verbraucht viel Wasser, Energie und Chemikalien“, erklärt Thomas Fischer, DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert nun deutlich auch ein Verbot der dünnen Plastiktüten für Obst und Gemüse. „Umweltministerin Lemke muss den im Koalitionsvertrag angekündigten Zielen zur Abfallvermeidung und Mehrwegförderung nun Taten folgen lassen und die Verbotsregelung ausweiten“, sagt Metz. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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