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Deutsche Bank und Postbank schließen Filialen – diese Standorte in NRW sind betroffen

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Die Deutsche Bank und die Postbank schließen Filialen. Davon sind über 1.000 Arbeitsplätze betroffen (Symbolbild).
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Die Deutsche Bank und die Postbank schließen Filialen und streichen über 1.000 Arbeitsplätze. Die Schließungen betreffen vor allem Ballungszentren.

Update vom 16. April, 17:26 Uhr: Der Abbau von knapp 100 Filialen der Deutschen Bank trifft vor allem Großstädte und Nordrhein-Westfalen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland sollen 37 Standorte dicht gemacht werden, darunter vier Filialen in Düsseldorf sowie jeweils drei in Köln und Essen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Übersicht auf der Homepage des Geldhauses hervorgeht. In Berlin sind insgesamt sechs Filialen betroffen, in Hamburg, München und der Bankenmetropole Frankfurt jeweils vier.

Postbank und Deutsche Bank: Diese Standorte in NRW werden geschlossen

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„Wir haben bei der Auswahl der Standorte darauf geachtet, dass die Wege zur nächsten Filiale im ländlichen Raum nicht zu weit werden“, sagte Philipp Gossow, der das Privatkundengeschäft der Marke Deutsche Bank in Deutschland leitet, dem Handelsblatt. „In den Innenstädten ist es auch möglich, mit weniger Standorten für die Kunden da zu sein.“ (bs/dpa)

Die Postbank und die Deutsche Bank schließen Filialen und streichen über 1.000 Arbeitsplätze

Erstmeldung vom 13. April, 16:15 Uhr: Köln – Nachdem erst kürzlich Media Markt-Saturn angekündigt hatte, Filialen zu schließen, fordert die Corona-Krise nun die Deutsche Bank und die Postbank zu weiteren Schritten hin zur Digitalisierung. So treibt die Deutsche Bank die geplante Schließung etwa jeder fünften Filiale und die Ausdünnung der Postbank-Standorte voran. In beiden Fällen vereinbarte das Unternehmen einen Interessensausgleich.

Die Deutsche Bank und die Postbank gehören zusammen

Im vergangenen Jahr haben die Deutsche Bank und die Postbank fusioniert und gehören seitdem zusammen. Schon während der Verschmelzung wurde von einem Stellenabbau von etwa 200 Stellen gesprochen.

Deutsche Bank und Postbank schließen Filialen: Ballungszentren betroffen

Bis zum Jahresende entfallen bei der Deutschen Bank 97 von 497 Filialen, wodurch rund 450 Vollzeitstellen gestrichen werden. Bei der zum Konzern gehörenden Postbank sollen bis Ende 2022 740 Stellen an den Schaltern abgebaut werden. Dort sollen in diesem und im kommenden Jahr wie geplant jeweils 50 der zuletzt 800 Filialen aufgegeben werden.

Wo genau die Standorte entfallen, könne die Deutsche Bank nicht sagen. Das Unternehmen wolle erst die Mitarbeiter informieren, so Christoph Blumenthal. „Es sind allerdings einige Standorte aus Ballungszentren betroffen“, erklärt Blumenthal auf 24RHEIN-Anfrage.

Dort, wo es mehrere Filialen gebe, könnten Standorte geschlossen werden. Die Schließungen könnten daher theoretisch auch Köln und Düsseldorf betreffen. Offiziell bestätigt hat die Deutsche Bank dies allerdings nicht.

Schließungen bei Postbank und der Deutschen Bank: Über 1.000 Arbeitsplätze entfallen

Durch die Schließungen der Standorte beider Unternehmen entfallen 1.190 Arbeitsplätze. Die Vereinbarung mit dem Betriebsrat sieht bei der Deutschen Bank Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestand vor. „Wir wollen und werden flächendeckend präsent sein. 400 Filialen sind dafür eine gute Zahl, die in den kommenden Jahren weitgehend stabil bleiben dürfte“, sagt Philipp Gossow von der Deutschen Bank.

Aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Deutsche Bank bereits Ende März 200 Filialen für den Kundenverkehr geschlossen. „Dabei haben wir gemerkt, dass die Kunden das Online-, Video- und Telefon-Angebot gut annehmen“, erklärt Blumenthal auf 24RHEIN-Nachfrage. Für die klassischen Bankdienstleistungen werde keine Filiale benötigt, dennoch „ist uns die physische Präsenz sehr wichtig“, so Blumenthal.

Deutsche Bank und Postbank schließen Standorte: Filialen werden sich verändern

Für Beratungen zu den Themen Baufinanzierung, Erbschaften, Geldanlage in Wertpapiere oder auch Vermögen seien die Standorte bedeutend, so Blumenthal. Daher sollen sieben Filialen in sogenannte Anlagezentren umgewandelt werden. Doch generell könnten sich die 400 verbliebenen Standorte der Deutschen Bank verändern. „Vorstellbar ist beispielsweise eine Büroetage, in der Kunden ausschließlich beraten werden“, sagt Gossow.

Denkbar ist Gossow zufolge auch eine stärkere gemeinsame Nutzung der Infrastruktur mit der Postbank. So sollen Deutsche-Bank-Kunden künftig auch die SB-Geräte der Postbank für einfache Transaktionen nutzen können. „Es wird aber keine gemeinsamen Filialen geben“, sagt Gossow.

Seit Jahren schrumpft die Zahl der Banken und der Zweigstellen in Deutschland. Durch die Corona-Krise nutzen die Menschen nicht nur das Angebot der Banken verstärkt online, sondern auch vom Einzelhandel. So gab bereits die Parfümeriekette Douglas bekannt, 60 Filialen in Deutschland zu schließen und sich verstärkt auf den Online-Handel fokussieren zu wollen. Gleiches gilt für MyMuesli: Der Müsli-Hersteller geht zurück zu seinen Wurzeln und wird fast alle MyMuesli-Filialen schließen(jaw/dpa)

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