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Real-Zerschlagung: Wie Rewe doch noch mehr Real-Filialen übernehmen könnte

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Von: Benjamin Stroka

Links ein Preisschild von Real, rechts eine Rewe-Fahne (Montage).
Real und Rewe gehen eine größere Kooperation ein (Symbolbilder/IDZRW-Montage). © Rolf Vennenbernd/dpa & Peter Endig/Imago

Der Deal zwischen Rewe und Real ist umfangreicher als gedacht. Rewe soll ein Erstzugriffsrecht auf Real-Standorte haben, falls diese in Zukunft schließen müssen.

Köln – Die Real-Zerschlagung hat in den vergangenen Jahren den deutschen Einzelhandel ordentlich durcheinander gewirbelt. Dadurch schrumpfte die SB-Warenhauskette von ehemals rund 270 Real-Filialen auf nur noch 63 zusammen. Die 63 Filialen werden ab dem 1. Juli unter dem neuen Namen „mein Real“ von Investor Sven Tischendorf weitergeführt. Die meisten anderen Filialen wurden entweder geschlossen oder von einem anderen Supermarkt übernommen.

Kaufland gilt dank der Übernahme von mehr als 90 Ex-Real-Standorten bundesweit als großer Gewinner. Rewe wiederum hielt sich eher zurück und übernahm nur zwei Real-Märkte. Doch das könnte sich künftig ändern. Denn Rewe scheint durch einen aktuellen Deal zukünftig viel stärker bei Real involviert zu sein, als bislang angenommen.

Real: Rewe ist neuer Partner – mit weitreichenden Möglichkeiten

Im April 2022 wurde bekannt, dass Rewe als neuer Partner bei Real einstiegen wird. Ab 1. Juli soll Rewe sukzessive die dann unter dem neuen Namen „mein Real“ laufenden Märkte mit Ware beliefern. So zumindest die bisherige Annahme. Doch offenbar beschafft der Deal mit Real dem Handelskonzern aus Köln noch viel weitreichendere Optionen. Denn sollte der neue Real-Eigentümer Sven Tischendorf in den nächsten Jahren Real-Märkte abgeben wollen, soll Rewe ein Erstzugriffsrecht auf diese Filialen haben. Das berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ). Das heißt: Rewe hat die Chance, künftig bei potenziellen Real-Schließungen zuzugreifen und sich weitere Standorte zu sichern.

Auf 24RHEIN-Nachfrage wollte sich Rewe dazu nicht äußern. Man bestätige lediglich, dass die „REWE Markt GmbH eine Kooperationsvereinbarung mit der real GmbH abgeschlossen“ habe, so ein Unternehmenssprecher. Also, dass Rewe und Real künftig Partner sind. Wie und in welchem Umfang lässt Rewe offen. Details der Vereinbarung möchte der Kölner Handelskonzern auf Anfrage nicht kommentieren, betont aber: „Wir sehen darin auch einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Fortführung der Standorte und dem Erhalt von rund 5000 Arbeitsplätzen.“

Real wird „mein Real“ – mit Rewe als Lieferpartner

Real möchte sich unter dem Namen „mein Real“ neu aufstellen. Dafür ändern sich auch das Logo und der Slogan. Aus dem ehemaligen „Einmal hin. Alles drin“ wird ab 1. Juli der Slogan „Alles was ich mag“. Gleichzeitig sollen die 63 übrigen Real-Standorte modernisiert werden. Ein größerer Fokus auf Frische-Abteilungen und moderne Ladenlokale inklusive.

Rewe wird mit der neuen Kooperation den bisherigen Real-Lieferpartner, die RTG Group, zu der auch die Metro gehört, ablösen. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, soll Rewe nicht nur zwei bis drei Prozent günstigere Einkaufskonditionen bieten, sondern sich den Real-Deal sogar einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag kosten lassen. Da würde es nicht verwundern, falls Rewe auch noch weitere Vorteile durch die Partnerschaft bekommt. So soll der LZ zufolge Rewe auch administrative Aufgaben, beispielsweise im IT-Bereich, für Real übernehmen. (bs) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in Deutschland & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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