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Übernahme durch Kaufland, Globus und Edeka: Wer bekommt die verbliebenen Real-Märkte?

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Von: Jana Wehmann

Eine Real-Filiale mit Logo und Parkplatz.

Real-Eigentümer SCP geht auf weitere Einzelhändler zu (Symbolbild). © Roland Weihrauch/dpa

Nach der Freigabe für Kaufland, Edeka und Globus bleiben noch rund 80 Real-Filialen übrig. Der Eigentümer SCP startet die Gespräche mit mittelständischen Einzelhändlern.

Düsseldorf – Im Prozess um die Real-Zerschlagung ist die Arbeit des Bundeskartellamtes erledigt – wenn auch nur vorerst. Zwar hat die Behörde die größten Entscheidungen bereits getroffen, allerdings bleiben noch etwa 80 Real-Märkte übrig, die offiziell noch keinen neuen Besitzer erhalten haben.

Kaufland darf bis zu 92 Standorte übernommenGlobus hat grünes Licht für bis zu 24 Filialen und Edeka darf nun bis zu 51 Märkte erwerben – wenngleich sechs Filialen nur unter Auflagen. Real-Eigentümer SCP hatte die Filialen erst im Frühjahr 2020 vom Düsseldorfer Metro-Konzern erworben, um sie anschließend zu verschlagen und weiterzuverkaufen. Daher richtet sich der russische Eigentümer nach den großen Supermarktriesen nun verstärkt an mittelständische Händler.

Real-Zerschlagung: Tegut und Dohle sind an Teilflächen interessiert

In den vergangenen Monaten mussten sich die mittelständischen Lebensmitteleinzelhändler gedulden, SCP legte großen Wert auf die Übernahme durch die Riesen Kaufland, Globus und Edeka. Nun besuchen die SCP-Manager mit der Liste der übrigen Real-Märkte die Mittelständler und besprechen weitere Übernahmen.

Tegut bekräftigte erneut das Interesse an sieben Real-Märkten – und das, obwohl die Tegut-Filialen eher kleiner als die Real-Giganten ausfallen. Im Gespräch mit der Lebensmittelzeitung äußerte sich Thomas Gutberlet, Tegut-Geschäftsführer, allerdings enttäuscht, da die interessanten Standorte bereits an Kaufland und Edeka gegangen seien. Für Tegut gehe es nun um weniger attraktive Standorte, so Gutberlet.

Tegut könne es sich aber dennoch vorstellen, in einem ehemaligen Real, der zu einem Fachmarktzentrum mit kleinen Shops umgebaut werde, als Ankermieter Fuß zu fassen. Ähnliche Pläne habe auch die Dohle-Gruppe, zu der unter anderem Hit-Märkte gehören: Zwar umfassen die größten Real-Filialen teilweise 8.000 bis 10.000 Quadratmeter, Dohle sei aber eher an Verkaufsflächen von 2.500 bis 3.500 Quadratmetern interessiert, so die LZ. Auf 24RHEIN-Anfrage äußerte sich die Gruppe bisher nicht.

Nächster Supermarktriese hat Interesse: Rewe und Wasgau wollen Real-Filialen übernehmen

Neben V-Markt – auch bekannt unter Georg Jos. Kaes GmbH –, der bereits die Zusage für zwei Real-Standorte erhalten hat, haben nun auch Alnatura und Wasgau Interesse angemeldet. Das selbstständige Lebensmittel-Handelsunternehmen Wasgau könne sich ebenso als Ankermieter für Teilflächen vorstellen.

Etwas größer könnten hingegen die Märkte von Rewe ausfallen. Der Supermarktriese aus Köln stehe im Kontakt zum Eigentümer SCP und spreche aktuell mit Vermietern, so die LZ. Zwar könnten demnach auch einige Real-Märkte zu Rewe umgeflaggt werden, allerdings habe das Thema für das Kölner Unternehmen keine Priorität.

Da SCP noch etwa 80 Real-Häuser verbleiben, arbeite der Eigentümer derzeit an Lösungskonzepten für ungünstig geschnittene Filialen. Laut den Medienberichten der LZ sei eine weitere Nutzung mit einem Lebensmittelhändler als Ankermieter das Ziel. Generell ist es jedoch nicht ausgeschlossen, dass es für Kaufland, Edeka und Globus bei den genehmigten Real-Standorten bleibt. Die Supermarktriesen können erneut einen Erwerb beim Bundeskartellamt anmelden. (jaw)

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