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Real-Zerschlagung: Immobilien gehen an Supermärkte – und weitere Investoren greifen zu

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Von: Jana Wehmann

Das Logo vom Supermarkt real an einer Filiale.
Investoren kaufen die Real-Filialen (Symbolbild). © Michael Gstettenbauer/IMAGO

Kaufland, Globus und Edeka sichern sich durch die Real-Zerschlagung erste Immobilien. Neben den Supermärkten haben auch weitere Investoren Interesse.

Düsseldorf – Die Zerschlagung des SB-Warenhauses Real ist im vollen Gange: So hat der russische Eigentümer SCP bereits die dritte Schließung-Welle bekannt gegeben – und das, obwohl der Großteil der Real-Märkte verkauft werden soll.

Die meisten Real-Filialen haben sich Kaufland, Edeka und Globus gesichert. Doch neben den Supermarktriesen greifen derzeit auch Investoren, die nicht aus dem Lebensmitteleinzelhandel stammen, bei der Real-Zerschlagung zu.

Real-Zerschlagung: Supermarkt-Investor als potenzieller Käufer weiterer Märkte

Einträge im Handelsregister, Beschlüsse des Kartellamts und Recherchen der Lebensmittelzeitung zeigen, dass etwa ein Dutzend der Real-Immobilien bereits an Handelsunternehmen verkauft sind oder kurz vor dem Abschluss stehen. Dennoch bleiben noch zahlreiche Real-Standorte, für die es bislang keine Entscheidung gibt, übrig. Als potenzieller Käufer stehe nun auch der SCP-Partner x+bricks, ein Investor für Supermarkt-Immobilien, bereit, so Informationen der LZ.

Besonders günstig verkaufe SCP die Real-Märkte scheinbar nicht. Denn nach Berichten der LZ soll der Handelskonzern Rewe aufgrund zu hoher Preise aus der Real-Zerschlagung ausgestiegen seien. Kaufland hat hingegen zugeschlagen: Der Supermarkt hat nicht nur grünes Licht für bis zu 92 Real-Märkte erhalten, sondern soll sich auch Standorte direkt gesichert haben.

Die Immobilien-Gesellschaften, die im Kartellbeschluss zur Real-Übernahme durch Kaufland als beteiligte Unternehmen aufgeführt wurden, seien nun an die Immobilienzentrale der Schwarz-Gruppe, zu der der Supermarkt gehört, übergegangen.

Globus und Edeka: Supermärkte sichern sich Immobilien durch Real-Zerschlagung

Obwohl Kaufland auch am Standort in Castrop-Rauxel interessiert war, habe sich dort Globus den ehemaligen Real-Standort gesichert. Auch die Markthalle in Braunschweig, die Globus nun eröffnet, sei als gesamte Immobilie an den saarländischen Supermarkt gegangen. Insgesamt darf Globus bis zu 24 Real-Märkte übernehmen.

An der Markthalle in Braunschweig hatte zunächst auch Edeka, der bis zu 51 Real-Standorte erhalten kann, Interesse – und musste allerdings zurückstecken. Neben Braunschweig möchte der Supermarkt jedoch drei weitere Immobilien erwerben, darunter auch Böblingen-Hulb, so die LZ. Der Kaufpreis des Standorts werde auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Sofern Edeka von der gesamten Fläche von über 12.800 Quadratmetern des Marktes in Böblingen-Hulb Teile an andere Wettbewerber vermietet, hat der Supermarkt vom Bundeskartellamt die Freigabe. Bei den besonders großen Real-Märkten plane Edeka bereits eine Aufteilung der Flächen.

Real-Zerschlagung: Aus diesen Märkten sollen Wohnungen entstehen

Ganz andere Pläne als Kaufland, Globus und Edeka hat dieser Investor: Die Immobilien-Gruppe FOM Real Estate möchte die Ex-Real-Märkte zum Teil zu Wohnungen umbauen. Das Heidelberger Unternehmen hat sich die Real-Standorte in Duisburg-Großenbaum, Mönchengladbach (Reyerhütte), Hannover-Linden und Hildesheim gesichert.

Während in Duisburg-Großenbaum und in Mönchengladbach „moderne Quartiere“ mit nachhaltigem Wohnungsbau entstehen sollen, plant die Immobilien-Gruppe in Hildesheim „weitere gewerbliche Nutzung“, so FOM Real Estate. In Hannover suche die Gruppe einen Supermarkt als Ankermieter. Edeka, Kaufland und Globus haben diesen Standort jedoch nicht auf der Liste, so die LZ. (jaw)

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