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Real-Übernahmen: Warum Globus, Combi und Tegut schlechtere Chancen haben

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Von: Jana Wehmann

Eine Frau läuft an Real-Kassen vorbei.
Im Zuge der Real-Zerschlagung stehen die Chancen für Globus, Combi und Tegut für weitere Übernahmen schlecht (Symbolbild). © Friso Gentsch/dpa

Während Combi und Tegut leer ausgehen könnten, könnte es bei 24 Real-Filialen für Globus bleiben. SCP muss keine weiteren Märkte an Mittelständler verkaufen.

Düsseldorf/Bonn – Die Real-Zerschlagung hat einen neuen Abschnitt erreicht. Während sich die Supermarktriesen Edeka und Kaufland durch neue Anträge weitere Real-Filialen gesichert haben, könnten kleinere Lebensmittelhändler leer ausgehen. Denn: Die Chancen, dass für Famila, Combi, Tegut und Co. weitere Real-Häuser abfallen, stehen eher schlecht.

„Die Veräußerungsauflage an SCP, 200 Millionen Euro Food-Beschaffungsvolumen an mittelständische Lebensmitteleinzelhandels-Unternehmen abzugeben, ist aus unserer Sicht erfüllt“, erklärt ein Sprecher des Kartellamtes gegenüber 24RHEIN. Das bedeutet: Kleinere Supermärkte müssten künftig bei den Real-Übernahmen auf die Hilfe des Bundeskartellamts verzichten. Was heißt das für die Real-Zerschlagung?

Real
BrancheLebensmitteleinzelhandel
SitzDüsseldorf
EigentümerSCP
Filialenursprünglich rund 270 SB-Warenhäuser in Deutschland
Gründung1992
Umsatz7,4 Milliarden Euro (2017–2018)

Aus Real wird Edeka, Kaufland und Globus – schlechte Chancen für Famila, Combi und Tegut

Das Bundeskartellamt hat für Kaufland bis zu 114 Real-Häuser und für Edeka bis zu 64 Real-Filialen freigegeben. Die Voraussetzung, dass die beiden Supermarktketten diese großen Real-Pakete erhalten dürfen, ist jedoch, dass 200 Millionen Euro Beschaffungsvolumen – also Ausgaben, die Unternehmen unter anderem an Lieferanten tätigen – an kleinere Supermärkte vergeben werden.

Deshalb hat sich das Bundeskartellamt dafür starkgemacht, dass bei der Real-Zerschlagung auch Real-Märkte für Mittelständler abfallen. Zugegriffen haben bislang lediglich Globus und V-Markt. Während V-Markt zwei Real-Filialen übernimmt, kann Globus bis zu 24 Real-Standorte erhalten.

Da das Volumen laut Kartellamt erreicht sei, muss der Real-Eigentümer SCP nicht mehr unbedingt Real-Filialen an mittelständische Supermärkte verkaufen. Wer nun die übrigen Real-Häuser bekommt, bleibe Verhandlungssache zwischen SCP und den Unternehmen, so der Sprecher des Bundeskartellamts im Gespräch mit 24RHEIN.

Zwar hielten sich die Mittelständler zurück, das Interesse von Wasgau und Tegut war jedoch geweckt. Vor allem die Bünting-Gruppe, zu der Famila, Combi und Markant gehören, betonte erst kürzlich auf 24RHEIN-Anfrage, dass sich das Unternehmen noch immer mit Real-Standorten befasse.

Real-Zerschlagung: Combi, Globus und Tegut können trotzdem Real-Filialen übernehmen

Zwar stehen damit die Chancen für Combi, Famila und Co. sowie Wasgau und Tegut eher schlecht, die Möglichkeit ist allerdings nicht vom Tisch. Nur müssen sie bei möglichen Real-Übernahmen nun selbst mit dem Real-Eigentümer verhandeln.

Ob Globus nach weiteren Real-Märkten greifen möchte, ist unklar. Mit den freigegeben 24 Real-Standorten hat der saarländische Supermarkt bereits einen Großteil erreicht und kann bereits neue Vertriebsregionen erschließen. Im Blick hat Globus dabei scheinbar Nordrhein-Westfalen.

„Da weitere Verhandlungen zwischen SCP und den Unternehmen trotzdem noch stattfinden können, ist eventuell auch eine weitere Prüfung nötig“, erklärt der Sprecher auf 24RHEIN-Anfrage. Ob die Behörde weitere Anträge prüfen muss, bleibt noch abzuwarten.

Real-Zerschlagung: Edeka, Kaufland, Globus und Rewe übernehmen Filialen

Doch nicht nur die mittelständischen Supermärkte können weiterverhandeln, auch Edeka und Kaufland haben freie Fahrt. Bei den beiden Supermarktriesen wäre jedoch eine erneute Prüfung durch das Kartellamt unumgänglich.

Erst kürzlich stellte Kaufland einen Antrag für weitere 22 Real-Filialen, den die Behörde bereits genehmigte. Auch Edeka hat neue Anträge gestellt und grünes Licht für alle 13 angemeldeten Real-Märkte bekommen. Der Supermarktriese Rewe hielt sich lange zurück, hat aber inzwischen auch die Freigabe für zwei Real-Häuser erhalten. Neben dem Verkauf der Filialen werden allerdings auch einige Real-Häuser geschlossen. (jaw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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