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Real-Zerschlagung: Weitere Märkte haben Interesse – wer übernimmt die Filialen?

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Von: Jana Wehmann

Ein Real-Supermarkt mit einem Tütenständer.
Neben der Bünting-Gruppe zeigen nun auch weitere Mittelständler Interesse an Real-Märkten. © Rolf Vennenbernd/dpa

Neben Globus, Edeka und Kaufland äußern sich nun weitere Mittelständler zur Real-Übernahme. Bela, Kaes und Tegut sind interessiert.

Düsseldorf – Im Prozess um die Real-Zerschlagung machen sich nun immer mehr Mittelständler für die Aufteilung startklar. Denn nachdem das Bundeskartellamt bei der Übernahme von 28 Märkten durch Edeka wettbewerbliche Bedenken geäußert hat, soll zur Lösung ein Teil der Standorte an mittelständische Einzelhändler verkauft werden.

Dadurch könnte für die Mittelständler mehr Filialen abfallen als noch zunächst gedacht. Denn erst im Dezember hatte das Bundeskartellamt den Weg für die Zerschlagung der Real-Märkte freigemacht und den Supermärkten Kaufland und Globus grünes Licht gegeben. Nun äußern sich die Unternehmen Bartels-Langness (Bela) und Tegut zu einer möglichen Real-Übernahme.

Real-Zerschlagung: Handelsgruppe Bela ist an Märkten interessiert

Obwohl sich viele mittelständische Lebensmitteleinzelhändler lange zur Real-Übernahme zurückhielten, gibt es jetzt Neuigkeiten. Nun hat die Handelsgruppe Bela Interesse an der Übernahme einiger Real-Märkte: „Wir bestätigen, dass wir natürlich die Entwicklungen im Übernahmeprozess bei Real beobachten und durchaus am Erwerb von Standorten interessiert sind“, sagt Bärbel Hammer von Bela auf 24RHEIN-Anfrage.

Zur Bela Unternehmensgruppe gehören unter anderem die Supermärkte Markant, nah&frisch oder Famila. Die Zwischenentscheidung des Kartellamtes zur Übernahme durch Edeka spielt bei der weiteren Entwicklung eine wichtige Rolle. „Insbesondere wird die kartellrechtliche Zulässigkeit der großen Übernahmen durch Edeka und andere Marktteilnehmer möglicherweise Perspektiven für uns eröffnen“, ergänzt Hammer auf 24RHEIN-Anfrage. Details zu konkreten Standorten oder einer Marktanzahl trifft Bela jedoch nicht.

Famila-Supermärkte teilen sich in eigenständige Handelsgruppen auf

Die Famila-Supermärkte teilen sich in zwei Vertriebsgebiete auf, die verschiedenen Handelsgruppen gehören. Während das Gebiet im Nordwesten von Deutschland zur Bünting-Gruppe gehört, übernimmt die Handelsgruppe Bela Nordost. Zwar gehören die Filialen nicht zusammen, werden aber unter dem gleichen Namen geführt. (Quelle: famila.de)

Marktübernahme von Real: Tegut und weitere Mittelständler reagieren

Das Interesse der Handelsgruppe Bela ist jedoch kein Einzelfall. Laut Berichten der Lebensmittelzeitung soll auch Tegut an mindestens sieben Standorten interessiert sein. Auf 24RHEIN-Anfrage möchte sich Tegut jedoch nicht zum Thema äußern.

Neben Tegut wird auch der Handelsgruppe Dohle (Siegburg) sowie dem Lebensmittelunternehmen Klaas&Kock (Gronau) Interesse an Real-Märkten nachgesagt, wie die LZ berichtet. Zu konkreten Plänen haben sich die Mittelständler auf 24RHEIN-Anfrage jedoch noch nicht geäußert.

Supermärkte haben Interesse: Bünting-Gruppe und V-Markt wollen Real-Filialen übernehmen

Etwas konkreter wird hingegen V-Markt – auch bekannt unter Georg Jos. Kaes GmbH. Während die bayerische Real-Filiale in Pentling an die Unternehmensgruppe gehen wird, hat V-Markt nun einen zweiten Standort beim Bundeskartellamt angemeldet. Um welchen zweiten Markt es sich handelt, lässt das Unternehmen dennoch offen.

Auch die Bünting-Gruppe beobachtet derzeit die aktuellen Entwicklungen genau. Denn laut Berichten der LZ habe das Unternehmen Interesse an bis zu 13 Real-Geschäften. „Zu unserem Tagesgeschäft gehört auch die Analyse potenzieller neuer Standorte in unserer Vertriebsregion, daher befassen wir uns natürlich auch mit einzelnen Real Standorten, die innerhalb unseres Vertriebsgebietes liegen“, sagt Anett Rabe von der Bünting-Gruppe auf 24RHEIN-Anfrage. „Etwas Konkretes lässt sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vermelden“, ergänzt Rabe.

Während viele Supermärkte noch die laufenden Prozesse abwarten müssen, hat Supermarktriese Kaufland bereits die ersten 13 Filialen übernommen. Vor der Eröffnung hat Kaufland die ehemaligen Real-Standorte umgebaut und an das Konzept angepasst. Weitere Entwicklungen im Prozess um die Real-Übernahme bleiben jedoch abzuwarten. Obwohl die Frist bis zum 22. März verlängert wurde, hat das Bundeskartellamt nun eine finale Entscheidung zur Real-Übernahme durch Edeka getroffen. Der Supermarkt kann von den 72 angemeldeten Filialen bis zu 51 übernehmen – wenn Edeka bestimmte Auflagen erfüllt. (jaw)

Dieser Artikel wurde zuletzt am 17. März inhaltlich ergänzt und aktualisiert:

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