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Real: Firmenzentrale in Düsseldorf wird geschlossen – erste Kündigungen folgen

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Von: Jana Wehmann

Der Eingang einer Real-Filiale in Düsseldorf.
Die Zukunft der Real-Märkte in Düsseldorf ist ungewiss (Symbolbild). © Monika Skolimowska/dpa

Durch die Real-Zerschlagung haben sich Kaufland, Globus und Edeka zahlreiche Märkte sichern können. Die Firmenzentrale in Düsseldorf wird allerdings geschlossen.

Düsseldorf – Nach und nach gehen die ersten Real-Märkte an die Supermärkte Kaufland, Globus und Edeka über. Nachdem Kaufland bereits zahlreiche Filialen umgebaut und eröffnet hat, starteten nun auch mit Krefeld und Braunschweig die ersten Ex-Real Standorte in der Hand von Globus durch.

Wie aber die Zukunft für Real in Düsseldorf aussieht, ist noch immer unklar. Eine Entscheidung, ob die Filialen nun von einem anderen Supermarkt übernommen werden oder ob die Standorte schließen müssen, gibt es derzeit nicht. Da auch die Firmenzentrale in Düsseldorf weichen wird, entfallen über 800 Arbeitsplätze.

Zukunft ungewiss: Die Standorte von Real in Düsseldorf

Emmas Enkel ist ein Projekt von Real

Der Supermarkt Emmas Enkel wurde bereits 2019 eröffnet. Wenngleich das Geschäft an das Konzept eines Tante Emma-Ladens angelehnt ist, hat der Supermarkt rund um die Uhr geöffnet.

Real-Zerschlagung: Was passiert mit den Filialen in Düsseldorf?

„Es sind katastrophale Zustände“, beschreibt Miriam Jürgens von der Gewerkschaft Verdi die aktuelle Situation. Als Gewerkschaftssekretärin für den Bereich Düssel-Rhein-Wupper ist Jürgens für die Real-Standorte in Düsseldorf-Bilk, Düsseldorf-Heerdt, Düsseldorf-Emmas Enkel, Ratingen, Wülfrath, Wuppertal und Heiligenhaus zuständig.

Zwar gebe es für Heiligenhaus (Kaufland), Wülfrath und Ratingen (Edeka) Interessenten, aber eine offizielle Entscheidung, wie es für die Standorte weitergeht, stehe noch aus. „Vor allem für Düsseldorf ist die Zukunft ungewiss. Nach meinem Stand steht kein Standort auf einer Verkaufsliste“, sagt Jürgens im Gespräch mit 24RHEIN.

Real-Zerschlagung: Firmenzentrale in Düsseldorf wird schließen – Sozialplan greift

Mit der Real-Zerschlagung geht nicht nur der Verkauf der Filialen einher, auch wurden bereits einige Real-Märkte geschlossen. Nun rückt auch das Aus der Düsseldorfer Firmenzentrale immer näher – und damit auch für hunderte Arbeitsplätze. „Da es bis Mitte nächsten Jahres keine Real-Filialen mehr geben wird, entfällt auch die Zentrale“, sagt Andreas Stegemann, Vorsitzender des Betriebsrats, auf 24RHEIN-Anfrage.

Während die Zentrale noch vor Beginn der Real-Zerschlagung rund 1.250 Arbeitsplätze umfasste, wurde die Mitarbeiterzahl bereits auf unter 800 reduziert, so Stegemann. Nun soll ein Sozialplan Abhilfe leisten: Dieser sehe vor, „dass Beschäftigte im Falle einer Schließung und damit verbundener betriebsbedingter Kündigung nach der Formel: Betriebszugehörigkeit mal Bruttomonatsentgelt mal 0,5 abgefunden werden“, erklärt Lisa Isabell Wiese von Verdi NRW auf 24RHEIN-Anfrage.

„Gedeckelt ist die Abfindung bei zwölf Monatsentgelten – Ausnahme sind Beschäftigte zwischen der Vollendung des 50. Lebensjahres und des 61. Lebensjahres mit 14 Monaten. Außerdem ist eine Einmalzahlung von 400 Euro vorgesehen“, sagt Wiese.

Schließung der Real-Zentrale in Düsseldorf: Stimmung unter Mitarbeitern ist ruhig

Obwohl die Schließung der Real-Firmenzentrale in Düsseldorf nun immer näherrückt, sei die Lage derzeit „ruhig und gelassen“, so Stegemann. „Wir konnten uns lange auf die Schließung vorbereiten, für uns kommt das nicht überraschend“, erklärt Stegemann im Gespräch mit 24RHEIN.

Für Mitarbeiter, die bei Real nun aber schon 20 oder 30 Jahre arbeiten würden, sei die aktuelle Situation nicht einfach. „Viele wissen nicht mehr, wie man sich richtig bewirbt“, sagt Stegemann. Dabei bekommen die Real-Mitarbeiter allerdings Unterstützung – und von der Geschäftsführung.

„Das muss ich wirklich betonen, wir werden super von der Geschäftsführung und vom Arbeitsamt unterstützt. Wir bekommen Seminare und Fortbildungen zum Thema Bewerbungen und Coaching. Auch unsere Anschreiben werden mit uns durchgegangen“, erzählt Stegemann im Gespräch.

Real-Zerschlagung: Sozialplan für Mitarbeiter der Zentrale in Düsseldorf gilt

Im Rahmen einer digitalen Betriebsversammlung am 19. Mai wurde der Sozialplan den Real-Mitarbeitern erneut im Detail vorgestellt. „Wir stehen zu unserer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten. Dem Plan liegt eine faire Formel zugrunde, welche die Entschädigung auf Basis von Verdienst und Betriebszugehörigkeit berechnet“, sagt Bojan Luncer, Real-Geschäftsführer, in einer Mitteilung. „Entsprechend gelten auch für alle Beschäftigten die gleichen Bedingungen“, so Luncer.

Auch Andreas Stegemann ist weiterhin zufrieden. „In kritischen aber konstruktiven Gesprächen, die stets auf Augenhöhe geführt wurden, konnte das bestmögliche Ergebnis für alle Kollegen erzielt werden. Unter den gegebenen Umständen können wir mit dem Erreichten durchaus zufrieden sein“, sagt Stegemann.

Die Betriebsversammlung habe rund drei Stunden gedauert. „Es war durch und durch ein sehr ruhiger und sachlicher Termin. Die Geschäftsführung hat sich ausreichend Zeit genommen, um allen Mitarbeitern gegenüber fair zu sein. Es wurden alle Fragen im Detail geklärt“, sagt Stegemann im Gespräch mit 24RHEIN. Da der Sozialplan ab sofort greift, „werden in den nächsten Tagen die ersten Kündigungen ausgesprochen“, so Stegemann gegenüber 24RHEIN. Als Betriebsratsvorsitzender gehe für ihn nun darum, weitere Rückfragen der Mitarbeiter zu beantworten.

Da die Supermärkte Globus, Edeka und Kaufland oft auch die Mitarbeiter mit den Filialen übernehmen, fällt für die Angestellten die Lage besser aus. Während Kaufland bis 92-Real-Märkte übernimmt, hat Globus grünes Licht für bis zu 24 Real-Standorte. Edeka darf unter Auflagen bis zu 51 Real-Filialen übernehmen. (jaw)

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 19. Mai inhaltlich aktualisiert und ergänzt:

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