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Ohne Fahrer und Verkäufer: „Snack Mobil“ von Rewe fährt durch Köln

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Von: Oliver Schmitz

Snack Mobil von REWE
Das „Snack Mobil“ von Rewe wird mindestens bis September in Köln-Mülheim getestet werden. © Marius Becker/dpa

Premiere in Köln-Mülheim: Rewe und Vodafone testen am Carlswerk den europaweit ersten selbständigen Kiosk. So funktioniert das „Snack Mobil“.

Köln – Eine Kleinigkeit fürs Büro, das Essen in der Mittagspause oder eine Erfrischung für den Heimweg. Kioske sind nicht wegzudenken aus dem Leben in der Großstadt. Mit dem „Snack Mobil“ kommt in Köln ein neues Konzept zum Einsatz. Ein Kiosk auf Rädern, der durch einen festgelegten Bereich in Köln rollt – und dabei weder Fahrer noch Verkäufer braucht.

Hinter der Idee stecken Rewe und Vodafone. Die Unternehmen testen seit Mittwoch den „europaweit ersten autonom fahrenden Kiosk“. Das „Snack Mobil“ soll im Kölner Gewerbecampus Carlswerk (Mülheim) Passanten und Büroarbeiter auf Wunsch mit Snacks, Süßigkeiten und Getränken versorgen. „Wir bringen autonome Fahrzeuge vom Testgelände ins echte Leben“, sagte Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter anässlich des Projektstarts.

Die Route des Snack-Mobil

Der selbständige Kiosk von Rewe fährt einen vorbestimmten Weg über das Carlswerk-Gelände in Köln-Mülheim. Diese wird stetig angepasst beziehungsweise ausgeweitet. Zusätzlich hält das Snack-Mobil an vier vordefinierten Haltestellen. Sowohl die Route als auch die Haltestellen sind in der eigenen App einsehbar.

„Snack Mobil“ in Köln – ohne Fahrer, ohne Verkäufer

Das Snack-Mobil soll den Gewerbecampus Carlswerk nach der Startphase von 10 bis 16 Uhr in einer Dauerschleife mit maximal 6 km/h abfahren. Gelenkt wird das sechs Kilometer schnelle Fahrzeug dabei von Kameras, Sensoren und moderner Mobilfunktechnik, die als virtuelles Schienennetz dient. Droht sich sein Weg mit dem von Passanten zu kreuzen, hält das Fahrzeug automatisch an. Zur Sicherheit wird es zunächst von einem menschlichen Betreuer begleitet.

Damit der rollende Kiosk stoppt und der Einkauf beginnen kann, reicht ein kurzes Winken. Aus rund drei bis fünf Metern Entfernung wird man erkannt. Doch keine Sorge, das Snack-Mobil macht auch planmäßige Stopps. Dazu steuert das Fahrzeug eine der vier vordefinierte Haltestellen an. Die Route soll in den kommenden Wochen stetig ausgeweitet werden. Bezahlt wird der Einkauf kontaktlos, zum Beispiel mit dem Smartphone.

Das Projekt von Rewe und Vodafone wird auch von der Politik unterstützt. „Die Zukunft der Mobilität ist digital, vernetzt und immer öfter auch autonom“, sagt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. Im Zuge dessen freue man sich, dass in NRW auch neue Technologien erforscht, entwickelt und – mit Projekten wie dem Snack-Mobil – auch bereits umgesetzt werden. „Ich bin sicher, dass wir in Zukunft noch viele Anwendungsbeispiele für autonome Fahrzeuge sehen werden, die die Mobilität in NRW besser, sicherer und sauberer machen“, ergänzt der CDU-Politiker.

Selbständiger Kiosk von Rewe: App erleichtert Bediengung und Auffinden auf dem Carlswerk-Gelände

Neben dem Snack-Mobil an sich wurde auch eine eigene App herausgebracht. Diese kann man vor allem nutzen, falls man den rollenden Kiosk mal nicht findet. In dieser sieht man neben dem genauen Standort in Echtzeit auch die Haltestellen des Snack-Mobils. In wenige Tagen sollen diese Funktion auch über die normale Rewe App verfügbar sein, heißt es in der Pressemitteilung.

Frank Schmitz, Projektleiter von REWE digital, zeit auf seinem Mobiltelefon eine App, auf dem sich die Route des «Snack Mobil» verfolgen lässt.
Das „Snack Mobil“ lässt sich entweder mit der eigenen App oder bald auch mit der Rewe App verfolgen. © Marius Becker/dpa

Bei dem Carlswerk handelt es sich um einen gewerblichen Gebäude-Komplex im Kölner Stadtteil Mülheim. Auf diesem sind viele verschiedene Unternehmen wie Eurowings, die Deutsche Post und eben auch Rewe Digital angesiedelt. Darüber hinaus gibt es auf der Industriefläche noch diverse Freizeitmöglichkeiten, Restaurants, Cafés und Event-Locations.

„Snack Mobil“ in Köln-Mülheim: Diese Produkte werden angeboten

Rewes autonomer Kiosk in Köln: Test am Carlswerk bis September – Zukunft ungewiss

Der Test des Snack-Mobils in Köln-Mülheim soll mindestens bis zum September dauern. Anschließend sollen die gesammelten Ergebnisse ausgewertet und über eine weitere Verwendung entschieden werden. „Wie es weitergeht, ist völlig offen. Wir befahren hier absolutes Neuland“, sagt Kai-Uwe Reimers von Rewe Digital.

Der autonome Kiosk von Rewe ist von vielen Entwicklungen, die sich derzeit in Deutschland im Testlauf befinden. Mehrere deutsche Handelsketten testen zur Zeit Möglichkeit zur Digitalisierung des stationären Einkaufs. So testet Edeka im baden-württembergischen Renningen einen hochautomatisierten Tiny-Store, der ohne Verkaufspersonal auskommt. Und der Wettbewerber Tegut betreibt im Großraum Fulda bereits drei Minimärkte ohne Verkaufspersonal. Mit Billa ist auch eine Rewe-Tochter bereits in den teil autonomen Markt eingestiegen. (os mit dpa)

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Dieser Text wurde am 7. Juli um 13:45 Uhr inhaltlich ergänzt. Neuerungen:

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