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Mini-Rewe: Erste Bilanz – so läuft das Projekt ohne Kassenpersonal

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Von: Benjamin Stroka

Ein Innen- und eine Außenansicht der Mini-Filiale von Rewe in Pettstadt (Montage).
Die Mini-Filiale der Rewe-Tochter „Nahkauf“ wurde im März im bayrischen Pettstadt eröffnet (ZRW-Montage). © Rewe Group GmbH (2)

Seit März steht in Bayern eine Mini-Filiale der Rewe-Tochter „Nahkauf“. Kunden zahlen bargeldlos, Kassenpersonal gibt es nicht. Jetzt zieht Rewe eine erste Bilanz.

Pettstadt – 24 Stunden am Tag einkaufen und das sogar sonntags. Das verspricht Rewe mit einer Mini-Filiale im bayrischen Pettstadt. Dort hat im März ein sogenannter „Walk-in-Store“ der Rewe-Tochter „Nahkauf“ mit dem Namen „Josefs Nahkauf Box“ eröffnet. Kassenpersonal gibt es in der Filiale mit gerade mal 39 Quadratmetern Verkaufsfläche nicht. Kunden nutzen Giro- oder Kreditkarte, um hereinzukommen und dann an der Self-Checkout-Kasse zu bezahlen. Das Pilotprojekt ist ein Test, mit dem Rewe die bessere Nahversorgung in ländlichen Regionen vorantreiben will. Bei Erfolg könnte es möglicherweise auch ein Konzept für weitere Teile Deutschlands sein. Aber wie kommt „Josefs Nahkauf Box“ überhaupt an?

Rewe: „Josefs Nahkauf Box“ – so kommt der Mini-Rewe in Pettstadt an

Der Start verlief laut Rewe schon mal positiv. „Wir sehen aktuell eine gute Kundenakzeptanz des Konzepts. Der Markt wird gut angenommen“, berichtet Rewe-Sprecher Raimund Esser auf 24RHEIN-Nachfrage. Mehr als 100 Kunden pro Tag zählt „Josefs Nahkauf Box“ bislang im Schnitt. Rewe ist damit bislang zufrieden. Immerhin leben in Pettstadt nur rund 2000 Menschen.

„Wir sehen uns mit dem Konzept [...] als Nahversorger, der die Grundversorgung mit Lebensmitteln in der Gemeinde sicherstellt. Das spiegelt sich auch in der Nachfrage wider“, erklärt Esser. Rund 700 Artikel gibt es im Mini-Rewe. Bei den bestverkauften Produkten gibt es allerdings keine Überraschung. „Als Topseller sehen wir Artikel der Grundversorgung. Beispielsweise: frische Backwaren, Obst und Gemüse und Produkte aus der Region“, so der Rewe-Sprecher. Zusätzlich werte man regelmäßig Kundenwünsche aus. Dann werde das Sortiment in „Josefs Nahkauf Box“ entsprechend angepasst.

Mini-Rewe: Projekt aus Pettstadt auch ein Konzept für weitere Regionen?

Josefs Nahkauf Box: Mini-Rewe sorgte zum Start für viel Trubel

Obwohl mit 39 Quadratmetern sehr klein, hat „Josefs Nahkauf Box“ in den vergangenen Monaten bereits für viel Wirbel gesorgt. Ein Streit um die Öffnungszeiten rief sogar die Regierung in Oberfranken auf den Plan. Rewe und Nahkauf wollten auch an Sonn- und Feiertagen öffnen. Laut Gesetz dürfen „digitale Kleinstsupermärkte ohne Verkaufspersonal“ in Bayern aber nur werktags, also von Montag bis Samstag geöffnet sein. Trotz „Rund um die Uhr“-Versprechen musste „Josefs Nahkauf Box“ also wochenlang an Sonn- und Feiertagen schließen. Im Mai dann die erneute Kehrtwende. Dank einer Ausnahmegenehmigung durch den Gemeinderat in Pettstadt ist der Mini-Rewe jetzt doch wirklich rund um die Uhr geöffnet.

Rewe zielt mit dem Projekt auf die Menschen ab, die in ländlichen Regionen leben und dort größere Strecken für den Einkauf im Supermarkt zurücklegen müssen. Für die Grundversorgung könnten dort zukünftig zumindest theoretisch ähnliche Walk-in-Stores sorgen.

Ob das Konzept aber auch wirklich auf weitere Regionen ausgerollt wird, ist aktuell noch offen. „Es handelt sich hier um ein Pilotprojekt. Wir sammeln Informationen und Erfahrungen, werten die aus und dann werden wir entscheiden, wie es weiter geht beziehungsweise, ob sich das Konzept multiplizieren lässt“, erklärt der Rewe-Sprecher. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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