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Revolution für Supermärkte? In dieser Kölner Filiale testet Rewe das Einkaufen ohne Kasse

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Von: Jana Wehmann

Die Rewe-Filiale in Köln inklusive Eingang an der Zeppelinstraße von Außen.
Rewe testet als erster Anbieter in Deutschland hybrides Einkaufen über Pick&Go. © Rewe

Der Supermarkt Rewe testet in einer Filiale in Köln das Einkaufen ohne Bezahlvorgang an der Kasse. Die Pick&Go-Technologie basiert auf Kameras und Sensoren.

Köln – Registrieren, Einkaufen, Herausgehen – und fertig. Was es bislang in Europa nur in London gab, wird nun erstmals in Deutschland erprobt: Der Supermarkt Rewe testet das Einkaufen ohne Kassiervorgang. Dafür nehmen sich die Kunden die gewünschten Produkte aus dem Regal, können diese in Einkaufstaschen verpacken und anschließend den Laden verlassen – das Anstehen an der Kasse entfällt. Testfiliale wird der Rewe-Markt an der Zeppelinstraße 2 in Köln.

Supermarkt Rewe: Hybrides Einkaufen ohne Kasse – so funktioniert die Pick&Go-Technologie

Das Einkaufen ohne Kassiervorgang ist bislang in Deutschland nicht möglich. In London gibt es diese Technologie im ersten Europaweiten Amazon Fresh Store, der kürzlich eröffnet wurde. Nun wagt sich der Supermarktriese Rewe an das kassenlose Konzept und testet die sogenannte Pick&Go-Technologie.

Obwohl die Kölner Rewe-Filiale von Außen einem herkömmlichen Supermarkt gleicht, fallen bereits beim Betreten zahlreiche Datenschutzhinweise und eine moderne Eingangsschranke auf. Zwar können Kunden auch wie gewohnt in dem Rewe-Markt einkaufen, wer allerdings den autonomen Check-out – also das Einkaufen ohne Kassiervorgang an der Kasse – nutzen möchte, muss sich über die neue Rewe Pick&Go-App an der Schranke anmelden.

So funktioniert der Einkauf im Rewe-Markt über Pick&Go:

Eine Kundin hält die Rewe Pick&Go-App mit dem QR-Code vor die Eigangsschranke.
Über den QR-Code melden sich die Kunden an der Schranke an. © Rewe

Einkaufen ohne Bezahlen an der Kasse: Supermarkt Rewe setzt auf Pick&Go-Technologie

Wie ist das Einkaufen ohne Bezahlung an der Kasse möglich? Damit die Pick&Go-Technologie funktioniert, setzt Rewe auf innovative Technik. Dafür hat der Supermarkt in der Rewe-Filiale in Köln intelligente Kameras, Sensoren in den Regalböden und weitere Hightech-Bausteine, wie Server und rund sechs Kilometer Highspeed-Netzwerk-Kabel, eingebaut. Zwar können die Kameras die einzelnen Bewegungen der Kunden erkennen, allerdings seien die Menschen auf den erfassten Bildaufnahmen nicht persönlich erkennbar, so Rewe.

Ob Obst, Konserven oder Tiefkühlprodukte, die Kunden können das gesamte Sortiment über die Pick&Go-Technologie einkaufen. Zunächst können jedoch nur interne Rewe-Mitarbeiter das neue Angebot testen. „Wir werden einige Wochen lang das System auf Herz und Nieren testen, bevor unsere Kunden zum hybriden Einkaufen eingeladen sind. Es ist für uns wichtig, dass alle erdenklichen Einkaufsvorgänge unter echten Bedingungen auf den Prüfstein kommen“, sagt Anika Vooes von Rewe, der im Lieferservice nun auch auf Lastenrädern setzt.

Sollte sich die Systeme und Prozesse bewähren, dann erfolgt der Startschuss für den Einkauf im Spätsommer 2021. „Funktionieren alle Komponenten so, wie wir es geplant und simuliert haben? Wie intuitiv ist der Prozess in der App? Werden die Produkte in der Rechnung richtig dargestellt? All dies und noch vieles mehr testen wir”, so Vooes. Rewe-Tocher Billa testet derzeit einen personallosen Mini-Shop.

Pick&Go-Technologie: Rewe arbeitet mit internationalem Unternehmen

Rewe arbeitet bei dem innovativen Einkaufen über Pick&Go mit Trigo Vision, einem auf Computer-Vision-Technologie spezialisierten Unternehmen, zusammen. Die Lösung von Trigo erstellt ein 3D-Modell eines Supermarktes, um die Umgebung und die Bewegungen darin digital abzubilden, sodass die Kunden Artikel auswählen und mit ihnen hinausgehen können, während ihre Privatsphäre geschützt wird.

Pick&Go: Supermarkt Rewe testet in Köln Einkaufen ohne Kassiervorgang

Der Supermarkt beschäftige sich nach eigenen Angaben bereits seit rund zwei Jahren mit dem Thema und habe sich weltweit nach Partnern umgesehen. Auch die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, testet derzeit auf dem Bildungscampus in Heilbronn ein ähnliches Konzept. Der Supermarkt shop.box ist ebenso mit zahlreichen Kameras ausgestattet, sodass der übliche Check-out an der Kasse entfällt. (jaw)

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