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Fehlende Kennzeichnung: Kritik an Fleischtheken in Supermärkten

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Von: Jana Wehmann

Ein Mann steht an einer Fleischbedien-Theke. Gegenüber die Supermarkt-Mitarbeiter.
Die Supermärkte Edeka, Kaufland und Rewe informieren an der Fleischtheke nur schlecht über die Haltungsform (Symbolbild). © Martin Wagner/IMAGO

Greenpeace hat Produkte und Beratung an den Fleischtheken in Supermärkten unter die Lupe genommen. Rewe, Kaufland und Edeka schneiden schlecht ab.

Köln/Hamburg – Wer im Supermarkt Fleisch und Wurstwaren einkaufen möchte, landet meist an der Bedientheke. Bei Fragen zum Produkt stehen den Kunden die Mitarbeiter der Fleischwaren-Abteilung zur Seite. Aus welcher Haltung das angebotene Fleisch jedoch stammt, wissen jedoch nur wenig Mitarbeiter. Das ergab nun eine stichprobenartige Recherche von der Umweltorganisation Greenpeace.

Nur 22 von 99 besuchten Edeka-, Rewe- und Kaufland-Filialen haben überhaupt die Produkte in den Bedientheken mit der Haltungsform gekennzeichnet.

Greenpeace untersucht Supermärkte: Edeka, Kaufland und Rewe schneiden schlecht ab

Rund drei Viertel der Supermarkt-Kunden (77 Prozent) erwarten an den Bedientheken eher ein Fleischangebot aus artgerechter Tierhaltung als im Selbstbedienungsregal, so eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmen Kantar.

Dieser Erwartung werden die Supermärkte jedoch in der Regel nicht gerecht, so die Auswertung von Greenpeace. Während nur 22 Filialen die Produkte überhaupt mit der Haltungsform kennzeichnet hätten, sei die schlechteste Haltungsform 1 in keiner Theke schriftlich angegeben worden. Dabei würden die meisten Supermärkte jedoch Fleisch aus den Haltungsformen 1 und 2 anbieten, so Greenpeace.

Die Kennzeichnung zur Haltungsform ist freiwillig

Die Haltungsform-Kennzeichnung soll Kunden beim Fleischeinkauf eine Orientierung geben. Die Kennzeichnung ist in vier Stufen gegliedert: Haltungsform 1 (Stallhaltung), Haltungsform 2 (Stallhaltung-Plus), Haltungsform 3 (Außenklima) und Haltungsform 4 (Premium).

Edeka, Kaufland und Rewe: Fleisch aus den Bedientheken nicht korrekt gekennzeichnet

Doch die Informationen würden nicht nur an der Theke fehlen, auch konnten die Mitarbeiter keine umfangreichen Fragen beantworten. So haben etwa drei Viertel der Mitarbeiter von 91 Märkten die Haltungsformen nicht oder nur teilweise erklären können.

Zwar haben in 72 Filialen die Theken-Mitarbeiter einzelne Fleischprodukte oder das Sortiment in die vier Haltungsformen zugeordnet, laut Greenpeace seien diese allerdings nicht plausibel gewesen. Dafür habe die Organisation die Informationen online und über Gespräche mit den Supermarkt-Zentralen verglichen.

Trotz Haltungsform-Kennzeichnung: Supermärkte informieren schlecht

„Doch gerade, wenn die Kennzeichnung fehlt, sind Verbraucher besonders auf die verlässliche Auskunft des Personals angewiesen. Zwei Jahre nachdem die großen Supermarktketten die freiwillige Kennzeichnung von Frischfleisch eingeführt haben, tappen Kunden aber weiterhin im Dunkeln“, sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace.

Bereits im vergangenen Jahr kritisierte auch die Verbraucherzentrale die Haltungsform-Kennzeichnung. Ein Marktcheck der Verbraucherschützer habe ergeben, dass das Angebot der Haltungsformen 3 und 4 gerade einmal 13 Prozent des gekennzeichneten Fleisches umfasse.

Wenngleich die Tiere mehr Platz im Stall hätten, könne über die Kennzeichnung zudem keine Aussage über das Tierwohl getroffen werden. Aktuell verklagt die Verbraucherzentrale Hamburg den Discounter Aldi. Während die Verbraucherschützer die Preisauszeichnung einiger Produkte bemängelt, weist Aldi die Vorwürfe zurück. (jaw)

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