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Rewe und Penny ziehen mit: Bis 2030 verschwindet Billigfleisch

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Von: Jana Wehmann

Das Logo einer Rewe-Filiale an einem Mast.
Rewe und Penny stellen Fleisch auf Haltungsform 3 und 4 um (Symbolbild). © Andreas Haas/IMAGO

Rewe und Penny wollen bis 2030 kein Billigfleisch im Eigenmarken-Sortiment anbieten. Die Supermarkt-Gruppe stellt das Sortiment um.

Köln – Offensive gestartet: Nachdem Aldi angekündigt hatte, spätestens ab 2030 kein Billigfleisch mehr zu verkaufen, ziehen nun weitere Supermärkte und Discounter in Deutschland nach. Nun nimmt die Rewe-Gruppe zur aktuellen Diskussion über höhere Haltungsformen Stellung und betont seine Strategie: Wie Aldi streben auch Rewe und Penny bis 2030 an, im gesamten Eigenmarken-Frischfleisch-Sortiment ausschließlich Haltungsformstufe 3 und 4 anzubieten.

Rewe Group
Gründung1927
SitzKöln
Gesamtjahresumsatzrund 75 Milliarden Euro

Fleisch beim Supermarkt: Rewe und Penny für höhere Haltungsformen

Bereits seit 2019 biete die Rewe-Gruppe nach eigenen Angaben sämtliches Eigenmarken-Geflügelfrischfleisch aus Haltungsformstufe 2 oder höher an, das Schweinefleisch soll nun ab Juli folgen. In den kommenden Jahren soll das Sortiment von Rewe und Penny jedoch weiter umgestellt werden:

Rewe und Penny: Bis 2030 kein Billigfleisch mehr

Die Supermarktkette betont, dass Rewe schon heute im Bereich seiner Frischetheke zahlreiche regionale Fleischprogramme anbiete. „Beispiele hierfür sind unter anderem die Strohschwein-Programme, die die Kriterien der Haltungsform Stufe 3 (in Bayern) und 4 (in Nordrhein-Westfalen) erfüllen“, sagt Hans-Jürgen Moog, Bereichsvorstand Einkauf der Rewe Gruppe.

Nachdem Aldi bereits am Freitag mit seiner Offensive gegen Billigfleisch vorgelegt hatte, war abzusehen, dass nun auch weitere Supermärkte nachziehen. So hat auch Kaufland eine neue Tierwohl-Eigenmarke ab sofort in allen Filialen eingeführt. Die Rewe-Gruppe betont hingegen: „Wir freuen uns, dass in der Branche ein Weg, den wir seit zehn Jahren eingeschlagen haben, immer mehr Unterstützung findet“, sagt Moog.

Greenpeace-Untersuchung: Kritik an Supermärkten und Discountern

Dennoch stand Rewe in den vergangenen Wochen stark in der Kritik. Die Albert-Schweitzer-Stiftung wirft Rewe vor, dass die Mehrheit der Hühner, deren Fleisch der Supermarkt verkauft, unter den Haltungsbedingungen und Folgen von Qualzucht leiden würden.

Generell kritisieren Verbraucher- und Tierschützer die großen Lebensmittelketten schon lange, es gebe zu wenig Fleisch aus höheren Haltungsstufen zu kaufen. Erst im Mai veröffentliche die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine stichprobenartige Untersuchung, bei der die Supermärkte Kaufland, Edeka und Rewe schlecht abgeschnitten hatten. Lediglich 22 von 99 besuchten Filialen hatten überhaupt die Haltungsform gekennzeichnet. Obwohl das meiste Fleisch aus der schlechtesten Haltungsform 1 stammt, wurde die Form an keiner Theke schriftlich angegeben. (jaw)

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