Papiertüte ist nicht hygienisch

Rewe verpackt jedes Quarkbällchen einzeln in einer Plastiktüte – und bleibt auch dabei

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So werden die Quarkbällchen bei Rewe nicht verkauft (Symbolbild).
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Rewe verpackt jedes Quarkbällchen einzeln in einer Plastiktüte und sorgt dabei für Entsetzen bei Kunden. Doch der Supermarkt bleibt bei der Verpackung – und liefert eine Erklärung dafür.

Köln – Wenn die Schlange beim Bäcker mal wieder zu lang ist, greifen Verbraucher oft auch auf die Waren aus der Backstation in den deutschen Supermärkten zurück. Im Normalfall nehmen Verbraucher die Brötchen, Teilchen und Co. über eine Greifzange oder einen Handschuh aus dem Backregal und packen es in eine Bäckertüte. Der intelligente Backshop der Rewe-Gruppe backt sogar anschließend automatisch neue Waren nach.

Doch beim Anblick der Quarkbällchen war nun eine Rewe-Kundin ziemlich verwirrt. Denn vor ihr lagen etwa acht Bällchen, die bereits in Plastiktüten verpackt waren – und zwar jedes Quarkbällchen einzeln.

Plastik bei Rewe: Jedes Quarkbällchen ist einzeln in einer Tüte verpackt

Gesichtet hat die Kundin die einzeln eingepackten Quarkbällchen bei Rewe in Calw (Baden-Württemberg). „Hier sehen wir sinnlos verpackte Quarkbällchen. Wofür muss man da jetzt bitte Kunststofffolien einsetzen?“, schreibt die Rewe-Kundin auf Facebook an den Supermarkt.

Das Foto der Kundin sorgt bei weiteren Facebook-Nutzern für Entsetzen. „Zudem kenne ich keinen der nur ein Quarkbällchen kauft. Meist kauft man sich drei bis vier Stück, da könnte man doch alternativ mehrere verpacken, um auch etwas Material zu sparen“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

Rewe verpackt Quarkbällchen einzeln in Plastiktüten – Hygiene und sauberer Transport

Der Supermarkt verpackt die Quarkbällchen einzeln, weil die Waren bei der Herstellung in Fett ausgebacken und anschließend in Zucker gewendet werden. „Unverpackt würden die Backshop-Flächen schnell sehr fettig und unansehnlich werden und überall feiner Zucker herumliegen“, erklärt Thomas Bonrath von Rewe auf 24RHEIN-Anfrage. Wenn Zucker auf den Boden fallen würde, könne es zudem zur Rutschgefahr kommen.

Die Verpackung sei außerdem dafür da, dass der Zucker an den Quarkbällchen haften bleibe und durch die Hülle „die Hygiene und ein sicherer und sauberer Transport“ gesichert werden könne. Trotz der Kritik greift Rewe nicht auf Papiertüten zurück: „Papiertüten sind ja nicht hygienischer, da das Fett durchkommt und Inhaltsstoffe des Papiers in die Backware gelangen kann. Zudem müsste die Papiertüte ein Sichtfenster haben, damit der Kunde den Inhalt sieht. Somit hätte man einen Verbundstoff, der sich im Gegensatz zu einer reinen Plastiktüte nicht recyceln lässt“, erklärt Bonrath weiter.

Plastikverpackung in den Supermärkten: Lidl verpackt jede Zucchini einzeln

Dadurch, dass die Quarkbällchen einzeln verpackt sind, könne der Kunde „exakt nach Bedarf einkaufen“, so Bonrath auf 24RHEIN-Anfrage. Daher ist es kein Sonderfall, dass Rewe die Quarkbällchen in einzelne Plastiktüten verpackt.

Obwohl jahrelang die in Plastik verpackte Gurke in der Kritik stand, sorgte der Discounter Lidl erst kürzlich für einen ähnlichen Fall. Denn Lidl verpackte jede Zucchini einzeln in einer Plastikhülle – allerdings nur für einen kurzen Zeitraum. (jaw)

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