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Supermarkt mit Dachfarm und Fischzucht: Rewe plant bundesweit weitere Filialen

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Von: Benjamin Stroka

Rewe will nach der „Green Farming“-Filiale in Wiesbaden weitere solcher Märkte bauen. Die „grünen“ Supermärkte könnte es in Zukunft bundesweit geben.

Köln/Wiesbaden – Auf dem Dach werden Basilikum und Fische gezüchtet. Vor dem Eingang blüht eine Bienenwiese. Und das Gebäude besteht zu einem großen Teil aus Holz. All das klingt eigentlich nicht wirklich nach einer Supermarkt-Filiale. Das ist auch kein Wunder, schließlich ist der Rewe in Wiesbaden-Erbenheim keine typische Supermarkt-Filiale. Denn dort hatte Rewe im Mai 2021 eine Filiale nach dem sogenannten „Green Farming“-Konzept eröffnet. Und es soll nicht die letzte sein.

Die „Green Farming“-Filiale von Rewe von außen.
Rewe hat die Filiale nach dem „Green Farming“-Konzept in Wiesbaden im Mai 2021 eröffnet. © Jürgen Arlt/Rewe

Rewe nach „Green Farming“-Konzept: Nach Wiesbaden kommen sogar Kunden aus dem Ausland

Als „Einkaufsstätte der Zukunft“ hatte Rewe den Markt damals angepriesen. Nach über 14 Monaten zieht die Supermarktkette mit Hauptsitz in Köln Bilanz. Und die fällt positiv aus. „Der Umsatz bewegt sich bereits jetzt in dem Rahmen, der ursprünglich für das dritte Betreibungsjahr geplant war“, erklärt Jürgen Scheider, Vorsitzender Geschäftsleitung Rewe Mitte.

Laut Rewe hat die „Green Farming“-Filiale sogar Besucher aus dem Ausland angelockt. In der Region habe sich der Markt ebenfalls zu einem Anziehungspunkt entwickelt. „Analysen haben ergeben, dass rund die Hälfte der Kundinnen und Kunden aus der unmittelbaren Umgebung kommt, die andere Hälfte aber sogar einen Anfahrtsweg von bis zu 30 Kilometern in Kauf nimmt, um im Erbenheimer Rewe-Markt einzukaufen.“ Einer der Hauptgründe ist laut Rewe der hohe Anteil an regionalen und lokalen Produkten im Sortiment.

Rewe „Green Farming“-Filiale in Wiesbaden

► Die „grüne“ Rewe-Filiale in Wiesbaden hat eine Verkaufsfläche von 1511 Quadratmetern

► Beim Bau des „Green Farming“-Rewe wurde vor allem Holz als Baustoff verwendet. Insgesamt 1100 Kubikmeter Holz wurden verbaut

► Die Rewe-Filiale in Wiesbaden-Erbenheim (Berliner Straße 277) soll durch ihre Bauweise über 700 Tonnen CO₂ einsparen

► Der Markt verfügt über eine Aquaponik-Dachfarm für die Produktion von Basilikum und Barsch. Im ersten Jahr sind laut Rewe, 732.000 Basilikum-Pflanzen in der Filiale gewachsen. Diese werden in rund 480 Rewe-Filialen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern verkauft. Pro Jahr werden ca. 20.000 Fische gezüchtet. Das entspricht rund einer Tonne Fischfleisch pro Monat

► Auch ein besonderes Parkplatzlayout zeichnet die Pilot-Filiale von Rewe aus. Durch das Layout wurden „versiegelte Flächen reduziert sowie versickerungsfähige Untergründe geschaffen“, verspricht Rewe. Das soll durch größere Grünflächen auch mehr Lebensraum für Insekten schaffen

Rewe: Wann kommen die nächsten „Green Farming“-Filialen?

Bislang gibt es eine solche Rewe-Filiale nur in Wiesbaden. Doch weitere sollen in Zukunft folgen. Auf 24RHEIN-Nachfrage bestätigt die Supermarktkette die Pläne. „Der Rewe-Markt in Wiesbaden-Erbenheim ist nach dem Rewe Green Farming-Konzept gebaut worden, soll insofern kein Einzelobjekt bleiben“, erklärt Rewe-Sprecher Thomas Bonrath.

Was ebenfalls klar scheint: Rewe möchte sich langfristig bei neuen Green-Farming-Filialen nicht auf einzelne Regionen Deutschlands beschränken. Aus den Erfahrungen in Wiesbaden soll ein Standard-Konzept entstehen, das „für einen künftigen, bundesweiten Rollout“ genutzt werden kann, kündigte der Supermarktriese im Mai 2022 an.

Offen ist aber noch, wann und wo es die nächste dieser Filialen geben wird. Im Hinblick auf einen Zeitplan und mögliche Orte hält sich Rewe bedeckt. Dazu könne man aktuell noch keine Aussagen machen, betont Bonrath. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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