Nachhaltigkeit

Ein ganzer Zwergblauwal: Rewe will 69 Tonnen Plastikmüll vermeiden – Joghurt ohne Deckel macht‘s möglich

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Rewe-Schild am Eingang eines Supermarktes. Rewe will künftig auf den Extra-Deckel beim Joghurt verzichten. (Symbolbild)

Ein Zwergblauwal kann bis zu 69 Tonnen wiegen. Genau so viel Plastikmüll will Rewe mit dem Verzicht auf Plastikdeckel bei Joghurt-Bechern einsparen. Und das kommt am Ende auch dem Wal zugute.

Köln – Ab März gibt es die 500-Gramm-Becher Naturjoghurt bei Rewe nur noch ohne extra Plastikdeckel. Ab April werden auch alle 500-Gramm-Becher Soja-Joghurt der Rewe-Eigenmarken deckellos verkauft.

Der zusätzliche Plastikdeckel dient als Verschluss, um angefangene Joghurtbecher zu verschließen und aufzubewahren. Als Alternative setzt Rewe zukünftig auf wieder verwendbare Verschlüsse, die zeitgleich zum Verzicht auf die Zusatz-Plastikdeckel angeboten werden.

Joghurt ohne Extra-Deckel bei Rewe: andere Supermärkte waren schneller

Allerdings: Vorreiter ist Rewe damit nicht. So verzichtet Aldi Süd schon seit Februar 2020 auf den extra Plastikdeckel bei den großen Joghurtbechern der Eigenmarke. Edeka hat bereits im November 2019 angefangen, die Plastikdeckel bei den großen Joghurtbechern der Eigenmarken wegzulassen.

Mittlerweile setzen Lebensmitteleinzelhändler zunehmend auf Nachhaltigkeit. Rewe hat sich das Ziel gesetzt bis 2030 sämtliche Verkaufsverpackungen der Eigenmarken und Serviceverpackungen aus Plastik so weit wie möglich zu vermeiden oder zumindest umweltfreundlicher zu gestalten. Bei seinem Lieferdienst setzt Rewe statt auf Plastik auf Papiertüten. Das ist allerdings nicht ganz so nachhaltig ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Auch im Bereich der Stromversorgung versuchen Lebensmitteleinzelhändler nachhaltiger zu werden. Aldi, Rewe, Lidl und Edeka planen mehr Solaranlagen zur Versorgung ihrer Supermärkte zu installieren. Neben den Supermärkten beteiligen sich auch Ikea und Metro an der Initiative.

Keine Joghurt-Plastikdeckel bei Rewe, Aldi und Co.: was das mit Walen zu tun hat

Denn: Jedes Jahr landen Millionen von Tonnen an Plastikmüll im Meer. Es gibt Schätzungen, dass sich auf den Böden der Weltmeere mittlerweile etwa 80 Millionen Tonnen Plastikmüll angesammelt haben und jedes Jahr kommen geschätzt 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen dazu.  Auf dem Boden der Nordsee wurden beispielsweise 11 Kilogramm Müll pro Quadratkilometer ermittelt, hauptsächlich Plastik. 

Etwa ein Drittel der Mülleinträge stammt aus Schifffahrt und Fischerei, ein Drittel von Tourismus- und Freizeitaktivitäten an Land und auf See. Auch Entwicklungs- und Schwellenländer, die ihren Müll aufgrund fehlender Infrastrukturen nicht richtig entsorgen, tragen zur Vermüllung der Meere bei. Angetürmter Müll wird ins Meer gespült oder geweht. Und von Meerestieren gefressen.

An einem Strand im Nordwesten Schottlands ist Ende Dezember 2019 ein toter Wal gestrandet. Im Magen des Jungtiers haben Mitglieder der Organisation Scottish Marine Animal Stranding Scheme 100 Kilogramm Müll gefunden, der sich zu einem großen Knäuel geformt und den Pottwal vermutlich getötet hat. (pm/lys)

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