1. 24RHEIN
  2. Leben im Westen
  3. Shopping

Salmonellen: Schokoladen-Riese stoppt Produktion – bekannte Marken verwenden seine Rohstoffe

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Oliver Schmitz

Ein Regal im SUpermarkt ist mit Milka Schokolade gefüllt.
Die Schokolade von Barry Callebaut wird unter anderem von Milka verwendet. (Symbolbild) © IMAGO / IPA Photo

Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat die Produktion in einem belgischen Werk gestoppt. Grund ist ein Salmonellen-Fund. 73 Großkunden sind betroffen.

Zürich/Wieze – Nach dem großen Ferrero-Rückruf, gibt es den nächsten Salmonellen-Fall in der Süßwaren-Industrie. Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat die schädlichen Bakterien in einem Werk im belgischen Wieze entdeckt. Die Produktion wurde eingestellt und die Auslieferung unterbrochen, wie das Schweizer Unternehmen am Donnerstag (30. Juni) mitteilte. Das Unternehmen ist ein weltweit führender Anbieter von Schokolade- und Kakaoprodukten. Diese werden an etliche Gewerbekunden zur Weiterverarbeitung geliefert, deshalb ist die Marke „Barry Callebaut“ eher unbekannt.

Barry Callebaut beliefert viele verschiedene Kunden auf der ganzen Welt mit Schokolade, aber auch mit Kakaoprodukten, Füllungen, Glasuren und Dekorationen. Allen voran viele Nahrungsmittel- und Getränkehersteller wie eben die Konzerne Mondelez, Nestlé oder Unilever. Aber auch Konditoreien, Bäckereien und die Gastronomie.

Schokoladen-Riese Barry Callebaut beliefert Großkunden mit bekannten Marken

Barry Callebaut: „Großteil der verseuchten Produkte noch nicht ausgeliefert“

Ein der Großteil der mit Salmonellen verseuchten Produkte befinde sich noch im Werk Wieze, sagte ein Sprecher von Barry Callebaut der AFP. Jedoch sei das Unternehmen dabei, die betroffenen 73 Kunden zu informieren, „um zu garantieren, dass es keine Infektionen bei Endkunden gibt“. Das Werk in Wieze beliefert auch deutsche Kunden. Ob von der kontaminierten Schokomasse etwas nach Deutschland geliefert wurde, sagte das Unternehmen nicht. Die Fabrik werde gereinigt und desinfiziert. Das dürfte einige Tage brauchen, sagte Keidel.

Nestlé Deutschland (u.a. „Kitkat“, „Smarties“) gibt mittlerweile Entwarnung: „Nach den neuesten Informationen, die wir von unserem Lieferanten Barry Callebaut erhalten haben, wurden die betreffenden Chargen nicht an Nestlé geliefert“, so ein Sprecher zu 24RHEIN. „Als Vorsichtsmaßnahme führen wir zusätzliche Kontrollen auf Werksebene durch, um sicherzustellen, dass unsere Produkte nicht beeinträchtigt werden. Sicherheit und Qualität sind nach wie vor unsere oberste Priorität.“

Das Gleiche gilt auch für Unilever Deutschland. Der Konzern erklärte gegenüber 24RHEIN ebenfalls von Barry Callebaut über die Kontamination einiger Schokoladenchargen mit Salmonellen informiert worden zu sein. Jedoch könne man laut eigenen Angaben „bestätigen, dass keines unserer Produkte betroffen ist“, sagte ein Sprecher.

Verseuchung bei Barry Callebaut: Salmonellen im Zusatzstoff

Ursprung des Salmonellen-Befalls der Schokoladenprodukte ist Lecithin. Experten hatten die Bakterien in dem Zusatzstoff entdeckt, teilte Barry Callebaut mit. Dieser wird als Antioxidationsmittel, Emulgator oder Stabilisator eingesetzt und in allen Schokoladenprodukten verwendet. Die Salmonellen-Bakterien können schweren Durchfall auslösen. Die belgische Lebensmittelaufsicht FAVV wurde bereits informiert.

Barry Callebaut geht davon aus, dass die wenigen Mengen, die seit Montag (27. Juni) ausgeliefert wurden, noch nirgendwo verarbeitet und in den Kundenverkehr gebracht worden sind, sagte Unternehmenssprecher Frank Keidel. Die Abklärungen liefen noch.

Barry Callebaut: Einer der größten Schokoladen-Hersteller der Welt

Barry Callebaut mit über 12.000 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern bezeichnet sich als weltweit führender Hersteller von hochwertigen Schokoladen- und Kakaoprodukten. Insgesamt hat das Unternehmen mehr als 60 Produktionsstätten. Das Werk in Wieze ist die größte Schokoladenfabrik der Welt, berichtet Focus. Dort werden jährlich rund 350.000 Tonnen Schokolade hergestellt.

In Belgien war erst vor wenigen Monaten eine Fabrik des italienischen Süßwarenherstellers Ferrero wegen Salmonellengefahr geschlossen worden. Ferrero musste kurz vor Ostern bestimmte Kinder-Produkte wegen Verdachts auf Salmonellen zurückrufen, darunter Überraschungseier, Schoko-Bons und Mini Eggs. (os mit dpa/AFP) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

Hinweis: Wir haben den Artikel am 30.06.2022 um die Information und ein Zitat ergänzt, dass der Nestlé-Konzern nicht zu betroffenen Großkunden gehört, an die verseuchte Ware ausgeliefert wurde. Am 01.07.2022 kam zudem die Information hinzu, dass auch Unilever nicht dazu gehört.

Auch interessant