M-Check auf Fleisch- und Milch-Produkten

Schweizer Supermarkt führt erstmals eine Nachhaltigkeits-Skala ein

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Der Supermarkt Migros führt eine Nachhaltigkeits-Skala auf seinen Eigenmarken ein.
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Die deutschen Supermärkte führen aktuell den Nutri-Score bei Eigenmarken ein. Der Schweizer Konzern Migros hat hingegen eine Nachhaltigkeits-Skala entwickelt.

Köln – Die meisten deutschen Supermärkte führen seit einigen Monaten sukzessive den Nutri-Score, eine Nährwertkennzeichnung, auf den Verpackungen ihrer Eigenmarken ein. In der Schweiz hingegen geht ein Supermarkt nun einen Schritt weiter und setzt auf eine Nachhaltigkeits-Skala, die unter anderem Auskunft über das Tierwohl gibt. Damit erhalten Kunden nicht mehr nur eine Orientierung über die Inhaltsstoffe, sondern können transparenter nachvollziehen, wie nachhaltig ein Produkt ist oder nicht.

Schweizer Supermarkt Migros führt Nachhaltigkeits-Skala ein: Wie funktioniert die Bewertung?

Die Nachhaltigkeits-Skala „M-Check“ des Supermarktes Migros, der kürzlich einen Mini-Shop eröffnet hat, funktioniert wie eine Hotelbewertung: Wenn das Produkt in der Kategorie Tierwohl fünf Sterne erhält, schneidet es sehr gut ab. Wenn es jedoch nur einen Stern bekommt, dann gibt es Verbesserungspotenzial.

Laut dem Schweizer Supermarkt Migros werden etwa bis zu zehn verschiedene Faktoren beurteilt und bewertet. Innerhalb der zwei Kategorien Tierwohl und Klima werden unter anderem für diese Kriterien Sterne verteilt:

KategorieFaktoren
TierwohlAuslauf im Freien, Stallhaltung, Einsatz von Medikamenten oder Transport
Klima (gesamte Ökobilanz)Anbau, Einsatz von Wasser und Dünger, Transport, Verpackung

In der Schweiz: Migros erarbeitet Nachhaltigkeits-Skala M-Check

Zur Einführung des M-Checks werden zunächst nur die Bereiche Tierwohl und Klima von Fleisch- und Milch-Produkten ausgewertet. Künftig möchte der Supermarkt weitere Kategorien einführen und alle Eigenmarken – Lebensmittel wie auch Non-Food-Artikel – bewerten.

Obwohl der Schweizer Konzern durch die Einführung der Skala auch negative Nachhaltigkeitsaspekte aufzeigt, hofft Migros durch die Transparenz beim Kunden zu punkten. Der WFF begrüßt diese Entscheidung: „Denn ein Drittel der konsumbedingten Umweltbelastung in Europa geht auf das Konto unseres Essens“, sagt Thomas Vellacott, Geschäftsführer des WWF Schweiz.

Externe Unternehmen erarbeiten die Kategorien der Nachhaltigkeit

Das Bewertungssystem basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen und wurde unter anderem von der Ökobilanzierungsfirma Treeze (Kategorie Klima) und der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Kategorie Tierwohl) erarbeitet. Jede Kategorie wird von einem externen Partner vorgenommen.

Nachhaltigkeits-Skala in Deutschland: Eaternity-Score bei Lebensmittel-Herstellern

Zwar hat in Deutschland noch kein Supermarkt eine Nachhaltigkeits-Skala auf den Eigenmarkenprodukten eingeführt, dennoch existiert eine vergleichbare Bewertung: der Eaternity-Score. Diese Skala bewertet den Umweltfußabdruck innerhalb der Kategorien Klima, Tierwohl, Wasser und Regenwald.

Der gesamte Lebenszyklus der Produktzusammensetzung wird innerhalb der Bewertung analysiert. Dazu gehören unter anderem die Herkunft der Rohstoffe, der Transport, die Saisonabhängigkeit oder auch die Verpackung. Nach der Analyse erhält jede Kategorie eine Sterne-Bewertung, damit Verbraucher die Umweltfreundlichkeit vergleichen können. Da der Eaternity-Score jedoch freiwillig ist, bilden bisher nur wenig Hersteller die Bewertung auf ihren Produkten ab. Daher bleibt abzuwarten, ob die deutschen Supermärkte eine dieser Nachhaltigkeits-Skalen einführen wird. (jaw)

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