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Flughafen-Shop-Betreiber Martin Kirschner insolvent, aber Geschäftsbetrieb wird fortgeführt

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Von: Jana Wehmann

Der Terminal 2 des Flughafens Köln/Bonn von außen.
Der Shop-Betreiber Martin Kirschner am Flughafen Köln/Bonn ist insolvent. © Marius Becker/dpa

Das Troisdorfer Unternehmen Martin Kirschner ist insolvent. Dem Shop-Betreiber gehören mehrere Geschäfte an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf.

Köln/Troisdorf – Die NRW-Flughäfen befinden sich unverändert in einer Corona-Flaute – und das trotz Osterferien. Denn anders als erwartet blieb die erhoffte Reisewelle in den Osterferien aus, so die Bilanz des Flughafens Dortmund. Die enormen Passagierrückgänge treffen jedoch nicht nur die Flughäfen, sondern auch die dort ansässigen Shops und Einzelhändler.

So musste das Unternehmen Martin Kirschner beim Amtsgericht Bonn den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen, wie die zuständige Insolvenzverwaltung DPHG mitteilt. Das Troisdorfer Unternehmen betreibt an dem Flughafen Köln/Bonn und Flughafen Düsseldorf mehrere Verkaufsflächen.

Martin Kirschner betreibt mehrere Flughafen-Shops in Düsseldorf und Köln

Das Unternehmen Martin Kirschner wurde vor über 110 Jahren gegründet und beschäftigt derzeit etwa 85 Mitarbeiter.

Trotz Insolvenzantrag: Martin Kirschner-Shops bleiben an den Flughäfen geöffnet

Auslöser der Insolvenz sind die hohen Umsatzeinbrüche als Folge der pandemiebedingten Rückgänge des Flugbetriebs in den vergangenen Monaten, so DPHG. Allein im Februar verzeichneten die NRW-Flughäfen einen Passagierrückgang von über 90 Prozent. Daher sei das Unternehmen in besonderer Weise von den Folgen des Coronavirus betroffen, so die Insolvenzverwaltung.

Obwohl aktuell die meisten Flughafen-Shops wegen der Corona-Krise geschlossen sind, beabsichtige das Unternehmen Martin Kirschner trotz Insolenz den Geschäftsbetrieb an den Flughäfen in Köln und Düsseldorf fortzuführen. Zeitgleich sollen die Sanierungspläne gemeinsam mit den wesentlichen Gläubigern erarbeitet werden. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien in diesem Zeitraum über das Insolvenzgeld absichert, so der Insolvenzverwalter.

Corona-Krise: Shop-Betreiber Martin Kirschner stellt Insolvenzantrag

Seit rund 50 Jahren betreibt das Unternehmen Martin Kirschner am Flughafen in Köln/Bonn Verkaufsflächen für den Bereich Presse und Bücher sowie Textil, darüber hinaus am Düsseldorfer Flughafen Fachgeschäfte für Elektronik. Darüber hinaus führt die Gesellschaft weitere Textilgeschäfte – wie Esprit, Marco Polo und Street One – in verschiedenen Innenstädten, unter anderem in Düren, Siegburg und Recklinghausen.

Unter den Folgen der Pandemie leiden derzeit zahlreiche Einzelhändler. Nachdem bereits Douglas die Schließung von 60 Filialen in Deutschland bekannt gab, wird auch die Elektronikkette MediaMarkt-Saturn 13 der insgesamt 419 Filialen schließen. (jaw)

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