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Speiseöl-Mangel: Welche Lebensmittel könnten als nächstes knapp werden?

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Von: Max Müller

Erst wird das Speiseöl zur Mangelware – und dann? Bei diesen Lebensmitteln könnten diese Preise steigen und das Angebot knapp werden.

Köln – Die erste Auswirkung des Ukraine-Kriegs in deutschen Supermärkten: Das Speiseöl wird knapp. Da Russland und die Ukraine wichtige Lebensmittel-Lieferanten sind, können weitere Engpässe drohen. Nun schlagen die Bäckereien Alarm. Sie sorgen sich aufgrund des seit Dienstag (15. März) geltenden russischen Ausfuhrstopps von Weizen, Roggen und Gerste um steigende Produktionskosten.

Russischer Exportstopp von Weizen Roggen und Gerste: Backwaren werden teurer

Zwar drohen keine Lieferengpässe, weil Deutschland und die EU bei Getreide einen Selbstversorgungsgrad von teilweise über 100 Prozent haben, wie der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks am Mittwoch (16. März) mitteilte. „Allerdings wird die Krise und auch ein Exportstopp kurzfristig die Getreidepreise nach oben treiben, Lieferketten und -wege werden sich verändern“, hieß es. „Insofern beeinflussen die Weltmarktpreise auch unser Preisniveau.“ Es sei absehbar, dass die Bäckereien die höheren Preise an die Kunden weitergeben müssten. Wie bald der Verbraucher die höheren Brotpreise spüren werde, lasse sich allerdings noch nicht pauschal sagen.

In einem Supermarkt ist ein Regal leergekauft und Schilder weisen auf eine Abgabe in handelsüblichen Mengen hin.
In sozialen Medien häufen sich die Fotos leerer Regale. © Manfred Segerer/Imago

Fleisch und Milchpreise könnten ebenfalls steigen

Die Preise für Fleisch und Wurst könnten in Deutschland ebenfalls kräftig anziehen. Das berichtet die Welt. Der Grund für die angespannte Lage ist der Ukraine-Krieg. „Die Kosten sind zuletzt explosionsartig gestiegen“, meldet der Verband der Fleischwirtschaft. Auf dem Markt wird ein Kilogramm Schweinefleisch aktuell für 1,75 Euro gehandelt (Schlachtgewicht). Zum Vergleich: Vor vier Wochen waren es noch 1,20 Euro, damit sind es jetzt 46 Prozent mehr.

Capital schreibt, dass der Krieg auch Auswirkungen auf die Milchproduktion in Europa haben könnte: Denn mehr als zwei Drittel des in Europa erzeugten Sojas aus Russland und der Ukraine. Diese Produkte sind wichtige Rohstoffe für die Futtermittelproduktion für deutsche Rinder, Schweine und Geflügel.

Warnung vor Hamsterkäufen

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels appelliert an die Deutschen, keine Produkte zu hamstern. Erinnerungen kommen wieder hoch an den Beginn der Corona-Krise, als die Regal von Toilettenpapier leergekauft wurden. Die Kunden sollten sich solidarisch verhalten und Produkte nur in haushaltsüblichen Mengen einkaufen, sagte Verbandssprecher Böttcher dem RND. Sprecher von Aldi, Netto und Edeka betonen, dass die Warenversorgung sichergestellt sei.

Anders sieht es bei fertig produzierten Produkten aus. „Lebensmittel aus Russland oder der Ukraine, die für den menschlichen Verzehr unmittelbar geeignet sind, bilden im deutschen Lebensmitteleinzelhandel eine Nische“, sagt Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels auf Anfrage von 24RHEIN. „In Geschäften, in deren Einzugsgebiet ein höherer Anteil russisch- oder ukrainischstämmiger Bevölkerung lebt oder bei ‚Länderwochen‘ spielen Spezialitäten und Genussmittel eine gewisse Rolle.“ Regallücken würden dadurch jedoch nicht entstehen. (mm mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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