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Streik bei Edeka in NRW– diese Betriebe sind betroffen

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Von: Oliver Schmitz

Veranstaltung von verdi Kundgebung auf dem Friedensplatz in Dortmund und Demonstrationszug durch die Innenstadt.
Erst vor drei Wochen hatten der NRW-Einzelhandel in Dortmund gestreikt. (Symbolbild) © Anja Cord /Imago

Nächster Streik im NRW-Handel: Die Gewerkschaft Verdi hat alle Mitarbeiter der Edeka-Gruppe zur Arbeitsniederlegung am 30. September aufgerufen. Über 400 kamen dem nach.

Moers – In Nordrhein-Westfalen findet der nächste Streik im Handel statt. Am Donnerstag, 30. September, ruft die Gewerkschaft Verdi alle Mitarbeiter der Einzel- und Großhandelsunternehmen der Edeka-Gruppe zu einer zentralen Kundgebung in Moers (Kreis Wesel) auf.

Nach Angaben einer Verdi-Sprecherin waren allein vor Ort über 400 Mitarbeite, jedoch sollen noch weitaus mehr streiken. Aktuell gebe es weder im Einzel- noch im Groß- und Außenhandel ein „abschlussfähiges Angebot“, begründete Verdi.NRW die Arbeitsniederlegung in einer Mitteilung.

Streik bei Edeka in NRW: Diese Betriebe sind betroffen

Grundsätzlich hat Verdi alle Mitarbeiter der tarifgebundenen Edeka-Betriebe zum Streik aufgerufen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass alle privaten Edeka-Märkte – also die mit einem Namenszusatz – nicht von der Arbeitsniederlegung betroffen sind. Zu den tarifgebundenen Betrieben gehören:

Gegenüber 24RHEIN erklärte die Verdi-Sprecherin, dass bisher keine konkreten Schließungen bekannt sind. Jedoch dürfte ihrer Einschätzung nach der Betrieb an einigen Orten durchaus beeinträchtigt sein.

Streik bei Edeka in NRW: Große Kundgebung in Moers – Verdi spricht von „unfassbarem Skandal“

Mit dem landesweiten Streik möchte Verdi die Edeka-Gruppe zu weiteren Verhandlungen bringen. Laut der Gewerkschaft falle das bisherige Angebot für den Einzelhandel viel zu niedrig aus und weitere Gespräche würde das Unternehmen „komplett verweigern“. Demnach bietet Edeka dort zwei Prozent Erhöhung im ersten Jahr und weitere 1,8 Prozent im zweiten Jahr an. Die Situation im Groß- und Außenhandel ist derweil noch verhärteter. Dort plant die Edeka-Gruppe keine weitere Entgelterhöhung für 2021.

Verdi kritisiert diese Situation vor allem deshalb, weil allein die Preissteigerung aktuell bei 3,9 Prozent liege. Zusätzlich seien die Gewinne auf die Arbeit der Beschäftigten zurückzuführen, weshalb die Gewerkschaft die Lage als „unfassbaren Skandal“ bezeichnet, die „fassungslos“ mache.

„Die Beschäftigten haben sich nicht nur zu Hochzeiten der Pandemie ohne Beschwerden dem gefügt, was notwendig war, um die Versorgung der Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Sondern auch darüber hinaus“, sagt Verdi-Verhandlungsführerin Silke Zimmer.

Streik bei Edeka in NRW: Das fordert Verdi für die Mitarbeiter

Streik in NRW-Handel: Verdi sieht soziale Verantwortung bei Edeka

Dass sich die Proteste am Donnerstag konkret gegen die Edeka-Gruppe richten, hat einen besonderen Hintergrund. Damit möchte Verdi ein wichtiges Zeichen für den Lebensmitteleinzelhandel setzen. Als Marktführer müsse sich das Unternehmen „als Vorbild der sozialen Verantwortung für seine Beschäftigten stellen“, sagte Zimmer. Demnach solle Edeka Druck auf die Arbeitgeberverbände ausüben. Aktuell würden sich der Tarifstreit eher sogar Richtung Weihnachtsgeschäft ziehen und das könnte niemand wollen.

Vor allem im Einzelhandel in NRW zieht sich der Tarifstreit mittlerweile über mehrere Monate. Erst Anfang September hatte es einen großen Streik bei insgesamt 160 Unternehmen gegeben. Auch die bereits sechste Verhandlungsrunde dauert zurzeit noch an. (os) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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